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Plädoyer für Freiheit und Leben

Gedenken in Obernkirchen Plädoyer für Freiheit und Leben

„Wir können die Vergangenheit nicht verändern, aber wir können alles tun, dass sich das Dunkle in ihr nicht wiederholt“, hat Andreas Kühne-Glaser bei der Kundgebung an der ehemaligen jüdischen Synagoge Obernkirchen erklärt, mit der an die Nächte vom 9. bis 12. November 1938 erinnert wurde.

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Hunderte Zuhörer gedenken der Opfer der Novemberpogrome 1938.

Quelle: rnk

OBERNKIRCHEN. Damals wurden im Deutschen Reich rund 1200 Synagogen und Betsäle verwüstet und hunderte niedergebrannt. „Das geschah auch hier in Obernkirchen“, sagte der Superintendent des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg und forderte, sich „allen Kräften entgegenzustellen, die sich als Feinde der Gleichheit und Würde aller Menschen gerieren“.

Mit dem Novemberpogrom 1938 begann die systematische Verfolgung von Menschen jüdischem Glaubens und jüdischer Herkunft und darüber hinaus noch vielen anderen Menschen, die die Nazis stigmatisierten, so Kühne-Glaser, der aus dem Buch „Jüdisches Leben in der Provinz“ Beispiele vorlas, wie menschenverachtend die Nazis und ihre Helfer in der Bergstadt vorgingen.

Erinnern an den 9. November 1938 sei Qual, sagt Kühne-Glaser. Aber wenn man sich heute wieder erinnere, „dann tun wir das nicht, um uns selbst oder andere zu quälen. Wir haben ganz und gar keine Freude an dieser Erinnerung“, so Kühne-Glaser weiter. „Aber wir haben Freude am Leben. Wir haben Freude an der Freiheit. Wir haben Freude an jedem Menschen, mit dem wir in dieser Stadt und in unserem Land in Frieden zusammenleben dürfen. An jedem, der sich in diese Gesellschaft mit seinen Gaben und Fähigkeiten, seiner Einzigartigkeit und Menschenwürde einbringt.“

Im Erinnern an die Ereignisse in jener Nacht vor 79 Jahren tue man jetzt und hier drei Dinge: „Wir geben all den Menschen Würde, denen die Würde damals genommen wurde. Wir stellen uns dem unfassbar Bösen, das von Menschen ausgehen kann. Und wir machen uns bewusst, wofür wir selbst miteinander und füreinander stehen und leben wollen.“

Kühne-Glaser zitierte einen Satz von Primo Levi, dem 1987 gestorbenen italienischen Schriftsteller und Auschwitz-Überlebenden: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“ rnk

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