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Polizei zieht’s ins Zentrum

Umzug in die „Stadtkasse“ Polizei zieht’s ins Zentrum

Hinter vorgehaltener Hand wird in der Bergstadt bereits lange über die Verpachtung des Gebäudes der früheren „Stadtkasse“ (Lange Straße 1) an die Polizei gesprochen – eine offizielle Bestätigung gab es bislang nicht.

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Objekt der Begierde: Das Gebäude Lange Straße 1, früher Stadtkasse soll nach der Sanierung neuer Sitz der Polizeistation werden.

Quelle: Archiv

Obernkirchen. Das ist jetzt anders. „Es gibt konkrete Gespräche der Stadt mit der Polizeistation Obernkirchen, aber auch mit den vorgeschalteten Behörden“, erklärt Oliver Schäfer auf Anfrage dieser Zeitung.

Der Bedarf an einem Standortwechsel von der landeseigenen Immobilie an der Rathenaustraße ins Stadtzentrum ist nach Auskunft des Bürgermeisters „da“; und er ist groß. Die Polizei, so Schäfer, präferiere den Standort direkt neben dem Rathaus. Deswegen will dessen Führungsriege das Gebäude für die Zwecke der Ordnungshüter sanieren und umbauen lassen. „Die Polizei würde dann im Gegenzug ihren Dienstsitz im früheren Amtsgericht verlassen“, sagt Schäfer. Dessen Sanierung sei nicht wirtschaftlich.

Die Stadt Obernkirchen hatte über einen Wechsel mit den „Freunden und Helfern“ schon einmal vor Jahren verhandelt; doch die Gespräche über einen Umzug in die Stadtkasse, später auch in eine leer stehende Pizzeria oder Apotheke, hatten sich damals zerschlagen. Nun gilt: Sollte alles optimal laufen, könnte die Polizei ab Frühjahr 2016 im Stadtzentrum sitzen.

„Ich befürworte sowohl den Umzug als auch eine Vollsanierung des künftigen Dienstgebäudes durch die Stadt sehr“, sagt Werner Steding. Der Leiter des Polizeikommissariats Bückeburg, zu dem auch die Polizeistation Obernkirchen mit ihren vier Beamten gehört, hatte sich bereits seit seinem ersten Bückeburger Dienstjahr dafür starkgemacht – das war vor etwas mehr als zehn Jahren. Eine Lage der Station im Zentrum der Bergstadt sei aus polizeitaktischen Gründen und mehr noch vom Selbstverständnis der Polizei als bürgernaher Behörde geradezu „ideal“.

„Mit Blick auf die Fördergelder des Landesprogramms ,Kleinere Städte und Gemeinden‘ haben wir das Gebäude der Stadtkasse mit den künftigen Funktionen ,Sicherheit‘ und ,Sozialbetreuung von Schülern‘ in Hannover als Obernkirchener Projekt von höchster Priorität angemeldet“, so der Rathauschef. Derzeit warte man am Marktplatz auf eine Entscheidung des Landes Niedersachsen, ob das Wunschprojekt in diesem Rahmen als Einzelprojekt mitgefördert werden kann. Die Chancen dafür stehen alles andere als schlecht, denn das Land dürfte ein großes Interesse daran haben, von den horrenden Betriebs- und Reparaturkosten für die marode Altimmobilie an der Rathenaustraße entlastet zu werden.

Schäfer rechnet in Sachen Fördergelder für die Lange Straße 1 mit einer Entscheidung „frühestens um Ostern“. Er beziffert die Kosten für Sanierung und Umbau der Stadtkasse auf etwa 500000 Euro. Wird dieser Betrag vom Land anerkannt, könnten bis zu zwei Drittel davon förderfähig sein.

„Die Polizei“, so der Bürgermeister, „würde nach Abschluss der Arbeiten als langjähriger Mieter einziehen.“ Finanziert werden soll das Ganze über die erst unlängst gegründete „Obernkirchener Stadtentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH“ (OSB).

„Polizeispezifische Besonderheiten“ bei der Sanierung werde die Stadt Obernkirchen zwar nicht finanzieren; aber die Ordnungshüter würden mit der Stadtkasse ein Gebäude beziehen, welches energetisch auf dem neuesten Stand sein wird. Die Nebenkosten wären für das Land ungleich geringer als an der Rathenaustraße.

Was die konkrete künftige Nutzung der Langen Straße 1 angeht, so soll die Wache im Erdgeschoss ihren Sitz nehmen; Sozial- und Umkleideräume sollen in der ersten Etage eingerichtet werden. Die im Gebäude bereits ansässige Schülerhilfe soll über einen zweiten separaten Eingang erreichbar bleiben.

Gleichwohl gilt: Das Beenden des alten Leerstands an dem einen führt zu einem neuen Leerstand am anderen Ort. Was das Land Niedersachsen nach einem Umzug der Polizeistation mit dem Ex-Amtsgericht an der Rathenaustraße machen wird – das ist laut Schäfer „Sache der Liegenschaftsverwaltung des Landes, die das Gebäude vermutlich entsprechend anbieten wird“. Auf der Stadtkasse wie auch auf dem Amtsgericht liegt Denkmalschutz. tw

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