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Obernkirchen Stadt Quik bringt schnelle Hilfe
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Quik bringt schnelle Hilfe
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00:18 11.09.2017
Die Bildungsanforderungen sind in den letzten Jahren gewaltig gestiegen: Sprachförderung, Bildungsdokumentationen, Erziehungspartnerschaft mit Eltern, Inklusion – alles Aufgaben der Kitas. Quelle: rnk
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Obernkirchen

Selbstverständlich glauben auch die beiden Leiterinnen der Kindertagesstätten am Kammweg und am Kleistring nicht, dass ihre heftige Kritik im Gespräch mit der niedersächsischen Kultusministerin den entscheidenden Ausschlag gegeben hat.

Aber, so erklären Waltraud Denocke und Maren Witte, es sei vielleicht doch ein Steinchen im Mosaik gewesen. Denn seit Monatsbeginn können sich beide über eine neue Mitarbeiterin freuen.

 Möglich macht es ein bürokratisches Wortmonster: die „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Verbesserung der Qualität in Kindertagesstätten“. Kurz: Quik.

 Mit Quik ergreift das Land Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder, es stellt Geld bereit, und Obernkirchen erhält für dieses und das nächste Jahr rund 113.00 Euro für zusätzliche Erzieher. 2,8 Millionen gibt es für den gesamten Landkreis.

 Dritte Kraft fehlt

Das Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot in Kindergartengruppen wird mittlerweile von fast allen Kindern genutzt. Auch für die Mädchen und Jungen mit Fluchterfahrung ist die Kindertagesstätte ein in hohem Maße geeigneter Ort, um sich in ihr neues Leben einzufinden und gut Deutsch zu lernen. Sie bietet die Chance der sprachlichen, sozialen und kulturellen Integration.

 Aber angesichts der steigenden Herausforderungen und des fachlich als nicht ausreichend anzusehenden Fachkraft-Kind-Schlüssels in Kindergartengruppen sei es geboten, dass die Landesregierung Finanzmittel zur Aufstockung des Personals in der Kindertagesstätte bereitstellt, hatten Witte und Denocke auch in einer Diskussionsrunde mit Ministerin Frauke Heiligenstadt deutlich herausgestellt: Es fehlt eine dritte Kraft in den Gruppen.

 Denn während der Fachkraft-Kind-Schlüssel seit Jahrzehnten auf dem gleichen niedrigen Niveau liegt, sind die Bildungsanforderungen gewaltig gestiegen: Sprachförderung, Bildungsdokumentationen, Erziehungspartnerschaft mit Eltern und Inklusion. Zudem benötigen die Fachkräfte mehr Zeit, um die Kinder individuell und in der Gruppe in ihrer Entwicklung zu begleiten.

 Die Ausschüttung der Mittel erfolgt über die örtlichen Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe, denn sie wissen am besten, welche Einrichtungen besonders viele Kinder mit Fluchtgeschichte oder einem Bedarf an Sprachförderung betreuen.

Markt ist leer gefegt

Der Kleistring und der Kindergarten Krainhagen teilen sich eine neue Kraft, sechs Stunden erhält dabei Krainhagen, 18 Stunden die Kindertagesstätte. Umgesetzt werden konnte die Maßnahme gleichsam sofort: „Eine erfahren Kollegin aus dem Hort wollte ihre Stunden reduzieren und kann so jetzt den Kindergartenbereich unterstützten, formulierte es Witte. Als dritte Kraft in der Gruppe helfe sie im Ganztagsbereich, möglicherweise auch mal mit dem einen oder anderen kleinen Projekt, um die Gruppen zu entlasten.

 Denocke hofft, dass das Land auf dem Weg zur dritten Kraft ist. „Vielleicht möchte man in Hannover nicht offen zugeben, dass diese nötig ist, daher werden entsprechende Programme aufgelegt“, vermutet sie.

 Die neue Mitarbeiterin habe man erstaunlich schnell gefunden: Der freie Markt sei leer gefegt, fündig wurde man über das Arbeitsamt. Zwei Bewerbungen, eine Erzieherin, eine Sozialassistentin aus Hamburg, beide sehr gut geeignet, man habe sich für die Erzieherin entschieden. Knapper Markt hin und her: Dass sich schnell jemand gefunden habe, überrascht Denocke nicht unbedingt: „Wir haben ja nicht den schlechtesten Ruf.“

 Bis Ende 2018 sind die Mittel garantiert. Wie es dann weitergeht, ob Quik weiterlaufen wird, das, so sagen alle Beteiligten, hängt auch von der nächsten Landtagswahl ab. rnk

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