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RHD2: Die Angst geht weiter um

Schaumburger Rasse-Kaninchenschau RHD2: Die Angst geht weiter um

Auch unter heimischen Kaninchenzüchtern geht die Angst um: Die seit 2010 bekannte und nun auch in fast ganz Deutschland verbreitete Variante RHD2 der für Kaninchen tödlichen Chinaseuche hat auch bei der Allgemeinen Schaumburger Rasse-Kaninchenschau Spuren hinterlassen.

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Jana Dehne (8) wird mit ihrem Kleinsilber graubraun Kaninchen Jugendvizemeisterin des F581 Lindhorst.

Quelle: jp

OBERNKIRCHEN. 382 ausgestellte Tiere gegenüber 534 im vergangenen Jahr, einen so rapiden Einbruch dürfte das Obernkirchener Langohren-Großereignis in seiner bislang 26-jährigen Geschichte noch nicht erlebt haben. Dennoch sehen sich die beiden Schauleiter Torsten Mark und Sven Bültemeyer vom gastgebenden Rassekaninchenzuchtverein F581 Lindhorst noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Viele andere Kaninchenschauen in Deutschland mussten dieser Tage noch weitaus größere Rückgänge bei den ausgestellten Tierzahlen verkraften, und nicht selten wurden Schautermine vollständig abgesagt.

Bekannt ist die Chinaseuche oder auch RHD, ein von einem Virus ausgelöstes und ausschließlich für Kaninchen und Hasen gefährliches hämorrhagisches Fieber, schon lange. In der freien Wildbahn hat es den Bestand an Wildkaninchen in vielen Teilen Deutschlands fast vollständig ausgerottet. Züchter und Hobbyhalter glaubten sich lange Zeit durch eine einmal jährlich durchgeführte Impfung sicher.

Bis 2010 in Frankreich die Virusvariante RHD2 auftrat und sich seit 2013 auch in Deutschland ausbreitete, mit verheerenden Folgen für die Langohren, die trotz Impfung dem hochaggressiven Erreger nichts entgegen zu setzen hatten. Eine Übertragung ist nicht nur von Tier zu Tier, sondern auch über Stechinsekten, kontaminiertes Futter oder sogar einfache Gegenstände möglich.

Unsicherheit bleibt

Mittlerweile können die bedrohten Tiere durch spezielle Impfverfahren auch gegen die Variante RHD2 wirksam geschützt werden. Doch nach wie vor ist die Unsicherheit unter Züchtern und Hobbyhaltern enorm. So wurde beispielsweise noch im August die Jungtierbewertung des Rassekaninchenzuchtvereins F56 Bückeburg – traditionell immer die Generalprobe für die bevorstehende Ausstellungssaison – aus Unsicherheit über die Gefahrenlage abgesagt. Angesichts solcher Voraussetzungen sehen Torsten Mark und Sven Bültemeyer die erreichte Zahl von 382 Tieren in der Liethhalle sogar noch als durchaus respektabel an: „Da brauchen wir uns wirklich nicht zu verstecken.“

Mit Bestürzung, aber auch Verständnis und Respekt reagierten die Ausstellungsleiter indes auf die eine Woche zuvor bekannt gewordene Entscheidung der Vogelfreunde Röhrkasten, zukünftig keine Vogelschauen mehr in der Liethhalle zu veranstalten. Die Vogelfreunde zählen neben den Bürgerschützen, den Geflügelzüchtern und den Kaninchenzüchtern zu den vier Trägervereinen des Gebäudes. Man werde sich in Kürze mit den übrigen Trägern zusammensetzen und das weitere Vorgehen besprechen, kündigte Torsten Mark an. Er erachtete die Absage als großen Verlust: „Das war wirklich immer eine ganz tolle Veranstaltung mit viel Publikum.“

Dennoch kann er die Entscheidung nachvollziehen. Denn Überalterung und Nachwuchsmangel sind auch Rassekaninchenzüchtern nicht fremd: Zwar ist im F581 Lindhorst diesbezüglich die Welt noch halbwegs in Ordnung, doch es ist gerade einmal drei Jahre her, dass der benachbarte F182 Stadthagen „mangels Masse“ das Handtuch werfen musste. jp

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