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Raser und Roller im Fokus

Obernkirchen / Auf dem Prüfstand Raser und Roller im Fokus

Die Ausbeute ist mager – und das ist gut so: „Von vier Rollern, die wir auf dem im Hof der Polizeistation aufgebauten Prüfstand untersucht haben, war nur einer manipuliert“, berichtet Oberkommissar Jens Peuckert.

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Kommissar Heinrich Nagel hat das frisierte Peugeot-Mofa auf dem Messstand aufgebockt, dreht den Gasgriff in Vollgas-Position.

Quelle: tw

Obernkirchen. Sein Kollege Heinrich Nagel, an der Obernkirchener Rathenaustraße im Einsatz, drückt das so aus: „Wir müssen im Schnitt zehn Roller stoppen, um einen einzigen ,faulen Apfel‘ zu finden.“ Was auch den Kommissar freut.

 Der Rollerprüfstand ist eine von mehreren Aktionen, die das Polizeikommissariat Bückeburg während der aktuellen noch bis Samstag laufenden Verkehrssicherheitswoche in seinem Beritt initiiert hatte. Dazu zählte im Bereich Obernkirchen auch eine Tempomessung auf der Eilsener Straße. Anders als noch in der Vorwoche beim deutschlandweiten „Blitzmarathon“ hatten die Beamten ihre Standorte diesmal nicht öffentlich gemacht. Wer also dachte, dass nach dem Marathon jetzt erst mal Schluss mit der Polizeipräsenz auf den Straßen ist, sah sich eines Besseren belehrt.

Bei dem besagten „faulen Apfel“ handelt es sich um ein „Speedfight 2“-Mofa der Marke Peugeot, das die mit zwei zivilen Streifenwagen durch die Bergstadt kreuzenden Beamten auf der Rintelner Straße aus dem Verkehr gezogen haben. Am Lenker saß ein 15-Jähriger aus Luhden. Er war den vor ihm fahrenden Beamten aufgefallen, weil er mit dem schneller und schneller werdenden Streifenwagen mithalten konnte. Dumm gelaufen!

 „Der junge Mann musste sein Gefährt auf die Polizeiwache schieben“, berichtet Thorsten Roddau. Als der Kommissar an der Rathenaustraße am Laptop die Daten auslas, die der über ein Datenkabel mit dem „Traktal P1 Police“-Prüfstand verbundene Roller lieferte, stand am Ende „60“ auf dem Display. „Der Jugendliche hat die Übersetzung verändert“, sagt Nagel, der den Gasgriff des Mofas bis zum Anschlag aufdrehte. Abzüglich einer Toleranz von fünf Stundenkilometern bleibt ein Wert von 55, erlaubt sind aber nur 25.

 „Der Luhdener“, so Roddau, „muss den Roller nun zurückbauen und ihn uns oder aber einer Werkstatt anschließend wieder vorführen.“ Außerdem erwarte ihn ein Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Liegt ein Erstverstoß vor, bleibt es – vielleicht – bei einer Verwarnung. Immerhin: „Er hat sich nach der Belehrung einsichtig gezeigt und die Manipulation selbst eingeräumt“, erkennt Nagel an.

 Tatsächlich ist die Versuchung, einen Roller für vergleichsweise kleines Geld heißzumachen, groß. Im Internet kursieren auf zahlreichen Roller-Tuningseiten einschlägige Tipps. Das fängt beim kompletten Entdrosseln und dem Austausch der CDI (Capacitor Discharge Ignition, zu Deutsch: Steuergerät) an und hört beim Einbau eines Sportauspuffs noch lange nicht auf.

 Als Beifang kam den nach Rollern Ausschau haltenden Beamten gestern um 15.55 Uhr auf der Vehlener Straße außerdem noch ein 20-Jähriger vor die Augen, an dessen Auto etwas nicht stimmte. „Er war mit einem abgelaufenen Kurzzeitkennzeichen unterwegs“, berichtet Peuckert. Nun hat der Mann ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz am Hals.

Dass sogenannte frisierte Roller in jüngster Zeit immer seltener werden, führen die Beamten insbesondere auf die Omnipräsenz von Kommunikationsmitteln wie Facebook und WhatsApp zurück. „Die Nachricht, dass wir kontrollieren“, so Nagel, „verbreitet sich unter den Jugendlichen in Windeseile – und schreckt sie von Manipulationen an ihren Rollern ab.“

 Zur Erinnerung: Bereits am Montag hatte die Polizei auf der Eilsener Straße zur Radarpistole gegriffen – und 29 Fahrer erwischt. Sie waren Richtung Röhrkasten schneller als die innerorts erlaubten 50 „Sachen“ unterwegs. Den Tagesschnellsten hatte der Laserstrahl bei Tempo 79 getroffen. Darüber hinaus hatten die Beamten während der zweistündigen Messungen drei Gurtmuffel aus dem Verkehr gezogen. tw

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