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Rathaus-Umbau wird teurer – und zwar deutlich

Obernkirchen / Kosten Rathaus-Umbau wird teurer – und zwar deutlich

Nach einer langen Besichtigung, nach vielen Fragen und noch mehr Erklärungen spricht Heinrich Struckmeier von der CDU im Fachausschuss einen Satz, der geradezu danach schreit, in Stein gemeißelt zu werden: „Hätte ich das vorher gewusst, dann hätte ich für einen Abriss des Rathauses gestimmt.“ Es antwortet ihm der Bürgermeister: „Und dann? Was dann? Hätten wir dann“, so fragt Oliver Schäfer zurück, „für 600.000 Euro an einem anderen Standort ein Rathaus gebaut und auf dem Marktplatz die Fassade als potemkinsches Dorf stehen lassen?“

Obernkirchen (rnk). Rechne gut, nimm das Doppelte, und bete, dass es reicht: Das altbekannte Sanierungsmotto greift auch beim Rathaus, auch wenn noch keine konkreten Zahlen vorliegen: Schäfer sprach lediglich von einer „namhaften Zahl im sechsstelligen Bereich“; nicht nur, wer sein ehrenamtliches Engagement in der Lokalpolitik in Jahrzehnten misst, der weiß, was damit erneut auf die Stadt an finanziellen Problemen zukommt.

Von sehr vielen Schäden und Problemen, die nicht vorhersehbar waren, sprach Architektin Tatjana Hallmann: Kellerwände wurden einfach in den Fels gesetzt und nicht in eine Baugrube; schlecht ausgemauerte Wände, die zudem nicht tragen, was jetzt geplant ist; Wände, die so unsicher sind, dass das gesamte Haus vom Keller bis zum Dach gestützt werden musste; marode Balken, die erneuert werden müssen, was wiederum ein Aufreißen der Decke und des Fußbodens zur Folge hat; eine um zwei Zentimeter stärkere Dämmstärke der Westfassade.

Außerdem müssten die Trinkwasserleitungen erneuert werden, auch der Sandsteinfels muss ausgehoben werden – zudem fallen die Forderungen des Brandschützers deutlich umfangreicher aus als angenommen. Dass die Sanierung länger dauern und teurer werden wird, hat also viele Ursachen.

Aber das Ziel ist auch recht ehrgeizig gefasst: Das Rathaus soll auch in vielen Jahren noch stehen. Nicht ohne Grund wies Schäfer später daraufhin, dass alle Fraktionen und Gruppierungen dafür gestimmt hätten, das Ensemble am Marktplatz zu erhalten. Schäfer legte mit Blick auf Struckmeier nach: „Ein Abriss stand nie zur Debatte.“
Schäden weist auch das vor knapp einem Jahrzehnt eindeckte Haus am Dach auf.

Sie sollen, so wurde später beschlossen, mit behoben werden, denn schließlich sei dem Bürger nicht zu vermitteln, wenn nach dem Umbau in drei, vier Jahren erneut saniert werde. Außerdem, so waren sich im Ausschuss alle einig, stünde jetzt schon ein Gerüst bereit. „Natürlich tut uns das jetzt weh“, formulierte es Martin Schulze-Elvert (CDU) in der Dach-Debatte, aber: „Der Marktplatz ist unser Wohnzimmer.“

Es gelte, eine grundsätzliche Entscheidung zu fällen: „Wiede nur Stückwerk? Eine Sanierung zu 90 Prozent?“ Man sei in der Pflicht, „für die nächste Generation haben wir das zu leisten“. Zudem habe man den einen oder anderen Bürger in der Stadt überredet, in der Innenstadt zu investieren, man sei in der gleichen Pflicht.

Überhaupt: „Da gehen wir doch sonst nie wieder ran.“ Einen kleinen Trost spendete anschließend die neue Heizungsanlage, die ebenfalls eingebaut werden muss. Sie ersetzt einen atmosphärischen Brenner mit schlechtem Wirkungsgrad, bei den Energiekosten wird sich die Sanierung ganz schnell bemerkbar machen.

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