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Regelschule für erfahrene Autofahrer

Bad Eilsen Regelschule für erfahrene Autofahrer

Führerscheinprüfung anno dunnemals. Seither viel gefahren, also Fahrpraxis ohne Ende. Manches Schild, manche Regel ist seit damals hinzugekommen. Mit dem Vortrag „Die neuen Verkehrsregeln“ will die Kreisverkehrswacht Wissenslücken in der 50-plus-Generation schließen, die im Laufe der Jahre unmerklich entstanden sind.

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Demografischer Effekt: Der Anteil älterer Autofahrer im Straßenverkehr nimmt zu – und wird auch künftig weiter wachsen.dpa

Bad Eilsen. „Uns geht es vor allem darum, den älteren Menschen ihre gewohnte Mobilität so lange wie irgendwie möglich zu erhalten“, definiert Moderator Michael Elbing (49) das übergeordnete Ziel. Gerade auf dem Land sei das Angebot öffentlicher Verkehrsmittel nicht dicht genug. Umso schwerer falle es älteren Menschen, auf ihr Auto zu verzichten.

Im Abstand von vier Wochen lädt die Kreisverkehrswacht zu diesem Auffrisch-Angebot in den Fürstenhof des Rehazentrums Bad Eilsen ein. Unter der Überschrift „Sicher mobil“ gibt im Kurort zumeist Elbing die nützlichen Tipps an die Anwesenden weiter. Als Polizeioberkommissar kennt er sich schon von Berufswegen im Dickicht der Paragrafen aus.

Nun wird die Straßenverkehrsordnung nicht in jedem Jahr um Unbekanntes ergänzt. Es dauert schon ein Weilchen, bis Neues hinzukommt. Aber wenn die Führerscheinprüfung bereits 30, 40 oder 50 Jahre zurückliegt, dann gibt es schon einiges zu lernen.

Der „Grüne Pfeil“ ist dafür ein gutes Beispiel. An Ampelkreuzungen angebracht, erlaubt er das Rechtsabbiegen auch bei „roter“ Ampel – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Wissen Sie welche?

Dann ist da die Sache mit dem Kreisverkehr. Die Regel lautete früher einmal anders, aber schon seit etlichen Jahren gilt Folgendes: Geblinkt wird ausschließlich beim Verlassen des Kreisels.

Eine weitere Neuerung der zurückliegenden Jahre betrifft die Bereifung von Autos oder Motorrädern im Winter: Ab wann sollten die Winterreifen aufgezogen sein? Ein Zeitraum wie beispielsweise „von Oktober bis Ostern“ wird zwar oft empfohlen, vorgeschrieben ist er jedoch nicht. Denn der Straßenverkehrsordnung zufolge muss ein Fahrzeug „bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ mit Winterreifen ausgerüstet sein – nicht auf den Zeitraum kommt es an, sondern auf das herrschende Wetter.

Die Sache mit dem Älterwerden hat noch einen anderen Haken: Weil es nicht über Nacht geschieht, sondern ein langer Prozess ist, bekommt man die eine oder andere Veränderung selbst gar nicht richtig mit. Die Sehschärfe nimmt nicht schlagartig ab, auch das Hörvermögen nicht. Wenn jedoch diese wichtigen Sinne schwinden, so kann das Auswirkungen auf das Fahrvermögen haben.

„Während der Vorträge kommt es uns auch darauf an, gerade Ältere auf die Möglichkeit solch schleichender Veränderungen hinzuweisen“, sagt Elbing. Seine Erfahrung: Die meisten der älteren Vortragsbesucher hätten das Problemfeld „Leistungsfähigkeit und Gesundheit“ durchaus selbstkritisch im Blick.

Alle Jahre wieder tagt Ende Januar in Goslar der Deutsche Verkehrsgerichtstag. Und es scheint ein Ritual geworden zu sein: Versicherungswirtschaft und manches Medium warnen im Vorfeld der mehrtägigen Fachtagung vor den Gefahren, die von älteren Verkehrsteilnehmern angeblich ausgehen sollen.

Dazu einige Zahlen: Die demografische Entwicklung sorgt dafür, dass Ältere als Teilnehmer im Straßenverkehr eine immer größere Rolle spielen. Der Anteil der Menschen im Alter ab 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung betrug Ende 2013 etwa 20,8 Prozent. Allerdings ist diese Altersgruppe (im Jahr 2014) nur mit 12,6 Prozent an Unfällen mit Personenschaden beteiligt. Verschiebt man die Altersskala und blickt auf die Verkehrsteilnehmer im Alter ab 75 Jahren, so fällt auf: Diese Altersgruppe verursacht drei Viertel aller Unfälle mit Personenschaden. thm

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