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Reinhard Südmersen malt mit dem Licht

Ausstellung in der Info-Galerie Reinhard Südmersen malt mit dem Licht

Gelernt hat er nach dem Erreichen der Oberschulreife einen Beruf, den es heute nicht mehr gibt: Reinhard Südmersen wurde Lithograph in einer Großdruckerei. Es war eine Ausbildung, die ihm sowohl zeichnerische und fotografische Kenntnisse vermittelte.

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 Manchmal figürlich und manchmal einfach nur abstrakt und bunt: Reinhold Südmersen stellt in der Info-Galerie aus.

Quelle: rnk

Obernkirchen. Durch die Digitalisierung und die sich ändernde Medienwelt entstand so das neue Berufsbild des Mediengestalters für digitale Printmedien, als solcher ist Südmersen noch heute tätig.

 Er ist ein Künstler im Wortsinne, und sein Interesse an der Kunst brachte ihn schon im Kindesalter über Bleistift-, Kreide-, Federzeichnungen und Aquarelle zur Fotografie. „Diffuse Vorstellungen über Bildkompositionen, wie ich sie heute realisiere, haben mich schon immer bewegt“, sagt er.

 Bereits in den siebziger Jahren experimentierte er mit Lochkameras und selbst beschichteten Fotoplatten – und versuchte so, Effekte zu erzielen, die ihm erst heute mit der digitalen Fotografie gelingen. Inspiriert wurde er dabei von den Pionieren der Fotografie, von Größen wie Niépce, Daguerre und Talbot.

 Man tritt dem gebürtigen Bad Oeynhausener nicht zu nahe, wenn man ihn mit Blick auf Kunstausstellungen als Spätstarter tituliert: Zwei Jahre hat er seine Arbeiten im Internet gezeigt, bevor er im Sommer 2015 erstmals seine Bilder auf Ausstellungen im Original zu präsentieren. Aber 50000 „Gefällt-mir“-Angaben haben ihn überzeugt: Das, was er an Kunst produziert, wollen die Menschen sehen.

 Die Fotografie, erklärt Südmersen beim Pressegespräch in der Info-Galerie, wird traditionell zur Dokumentation von Realitäten genutzt, obwohl sie die Erlebnisse nur auf ihren visuellen Aspekt reduziere: „Erlebnisse nehmen aber alle unsere Sinne in Anspruch, man fühlt und man riecht dabei“, sagt er. Und deshalb bilde die Fotografie immer nur einen Teilaspekt der Erinnerung ab.

 Ganz anders sei es in der Malerei. Sie ermögliche freiere Kompositionen, der Maler sei also eher in der Lage, eigene Emotionen und Aspekte seiner Persönlichkeit in seine Bilder mit einzubringen: „Und trotz der scheinbaren Gegensätze von Fotografie und Malerei versuche ich, beides zu verbinden und dabei eine neue Harmonie in der Komposition zu finden.“

 Dabei nimmt er das Wort „fotografieren“ wörtlich, es stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „mit Licht schreiben oder mit Licht malen“. Während der Belichtung bewegt er die Kamera und erzielt so eine Abstraktion: Farben fließen ineinander, Strukturen verwischen sich.

 Diese Einzelaufnahmen inspirieren ihn dann zu neuen Bildaussagen, die er dann durch Überlagerung mehrerer Ebenen und mithilfe der digitalen Nachbereitung umsetzt. Südmersen benutzt das Wort Haptik, um das Ergebnis zu beschreiben: Es entsteht die Haptik eines gemalten Bildes, die er ganz bewusst suche, denn so könne er dem kalten technischen Prozess des fotografischen Ablichtens die emotionale Wärme der Malerei entgegensetzen. Natürlich könne er mit diesen in einem Spannungsfeld entstehenden Bildern keine Realität abbilden: „Ich kreiere Neues.“

 Südmersen formuliert es so: Er will die Unmittelbarkeit des Augenblicks bewahren oder finden – das ursprüngliche Leben in seiner Emotion, seiner Bewegung und Einzigartigkeit erhält eine Projektionsfläche, auf der es im Auge des Betrachters individuell weiter wirken kann.

 Doch wie ist er auf die Info-Galerie aufmerksam geworden? Ganz einfach, sagt er, seine Tochter wohnt in Obernkirchen, er kennt die Galerie, und da hat er einfach mal gefragt, ob er hier ausstellen kann. Vor zwölf Jahren, als die Info-Galerie mit ihren Ausstellungen begann, war dies noch ganz anders, und Leiterin Lieselotte Dehler-Schmahl hatte anfangs viel Mühe, ihre vier Ausstellungen pro Jahr auf die Beine zu stellen. Und heute fragen die Künstler nach. rnk

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