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Rocker mit Cello und Geige

Sommerkonzert in Obernkirchen Rocker mit Cello und Geige

Die Idee, Rockmusik mit klassischen Instrumenten zu machen, ist aus einer Not entstanden. Denn wenn eine Rockband zwar Gitarre, Bass und Schlagzeug vorweisen kann, aber kein Publikum hat, dann ist die Straße schnell ein idealer Ort, an dem der Band das Publikum nicht entgehen kann.

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Cello statt E-Gitarre: Mit weniger krachigen Tönen begeistert die Band „Stilbruch“ die Zuhörer – und erlebt nicht selten ein Publikum, das fast schon in Ekstase gerät.

Quelle: pr

OBERNKIRCHEN. Also ging die Band auf die Straße. Und die überwältigende Resonanz veranlasste die drei Musiker schon bald, die elektrischen Instrumente an den Nagel zu hängen – und ihre eigene Musik aufzunehmen.

Heute, 15 Jahre später, ist die Band, die sich passend „Stilbruch“ nennt, die erfolgreichste Akustikrockband Deutschlands. Am Sonnabend, 26. August, kommt sie im Rahmen ihrer landesweiten Tournee nach Obernkirchen und spielt ab 19.30 Uhr auf dem Kirchplatz. Der Eintritt ist frei.

Dass eine Band in keine Schublade passt, wird schnell behauptet – und stimmt meist nicht. Auch das Trio mit Musikern aus Leipzig, Dresden und Berlin behauptet nicht, das Rad neu erfunden zu haben, aber sie fühlen sich in vielen Schubladen wohl und haben es sich dort gemütlich eingerichtet: Sie spielen handgemachten, authentischen und eingängigen Deutsch-Rock, der kräftig mit Folk-, Pop- oder Blues-Elementen angereichert wird. Dazu kommt, gleichsam als Alleinstellungsmerkmal, ihre klassisch fundierte Ausbildung – garniert mit ihrer Virtuosität sowie ihrem handwerklichen Können. Und dann kommt der kleine Kniff: „Stilbruch“ erzeugen ihren Sound ausschließlich mit Cello, Geige, Schlagzeug und Gesang.

Zehn Konzerte stehen noch an

Die Idee, Rockmusik auf klassischen Instrumenten zu zelebrieren, ist gewachsen. Und letztlich ist es ja auch viel mehr als das. Nichts ist aufgebläht, nichts überfrachtet; wir sind hier ja nicht bei einem Coldplay-Konzert. Doch erstaunlich ist es doch, wie die Band mit Cello und Geige den Druck einer „echten“ Rockband erzeugen kann – und das alles kommt leichtfüßig und leidenschaftlich daher. Im Internet ist das auf vielen Videos nachvollziehbar anzuschauen.

Das Sommerkonzert auf dem Kirchplatz in Obernkirchen ist eine gemeinsame Veranstaltung von evangelischer Kirchengemeinde und Seniorenzentrum. Ermöglicht wird es durch die Diakonie in Niedersachsen, die die Band im Rahmen der „Woche der Diakonie“ auf große Norddeutschland-Tour schickt.

Denn die Diakonie hatte dem Trio angeboten, das Kampagnenlied für das laufende Jahr zu schreiben, das Jahresthema heißt: „Glaube, Hoffnung. Nächstenliebe“ – und die Jungs von „Stilbruch“ sagten sofort zu.

Zehn Konzerte sind nun im Norden geplant – unter anderem in Braunschweig, Wolfsburg, Osnabrück und in der Region Hannover.

Auf die Musik folgt die Tat

In Obernkirchen ist der Auftakt. Man habe sich, erklärt Tobias Schramme als Geschäftsleiter des Seniorenzentrums Sonnenhof, einfach bei der Diakonie beworben – und so kam Obernkirchen ins Programm. Denn ohne Diakonie, so Schramme, hätte man sich die Band sicherlich nicht leisten können.

„Stilbruch“ ist eine Band, die sich im christlichen Umfeld verorten lässt – und die Musiker lassen ihren Liedern auch Taten folgen: Bei einem Straßenkonzert im Winter vergangenen Jahres riefen sie ihre Fans dazu auf, warme Kleidung für Menschen ohne Obdach zu spenden. Anschließend konnten die drei Mitglieder mehrere Kartons voller Winterkleidung bei einer Sammelstelle in Dresden abgeben, Schuhe inklusive.

Am Sonnabend, 26. August, beginnt das Sommerfest um 18.30 Uhr mit einem musikalischen Vorprogramm. Außerdem gibt es Speisen und Getränke, und wenn das Wetter nicht mitspielt, dann wird das Sommerkonzert kurzerhand in die Stiftskirche verlegt.

Als Vorprogramm wird der Hamburger Wladi singen, der seit acht Jahren auf der Bühne steht. rnk

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