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Sandsteinbrüche: „Es sieht gut aus“

Nach dem Insolvenzantrag der Obernkirchener Sandsteinbrüche Sandsteinbrüche: „Es sieht gut aus“

Auch nach dem Insolvenzantrag der Obernkirchener Sandsteinbrüche GmbH am Donnerstag der vergangenen Woche (wir berichteten) ist gestern im Betrieb alles ganz normal weitergelaufen.

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Gestern lief der Betrieb bei den Obernkirchener Sandsteinbrüchen ganz normal weiter.

Quelle: wm

Obernkirchen. Rechtsanwalt Stephan Höltershinken aus Minden betonte in einem Telefongespräch nach seinem Besuch auf dem Werksgelände ausdrücklich: „Die Mitarbeiter ziehen voll mit.“ Er sei nach wie vor optimistisch, dass das Unternehmen weitergeführt, der Betrieb stabilisiert werden könne: „Wir rechnen zurzeit – und es sieht gut aus.“

 Als bisher erkannte Ursache für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nannte Höltershinken Umsatzprobleme, die aber inzwischen behoben seien. Die Auftragsbücher seien voll. Die Insolvenzverwaltung werde jetzt sein Kollege Rechtsanwalt Sascha Bibiha übernehmen.

 Schaumburger Bauunternehmer zeigten sich gestern in Telefongesprächen von der Insolvenzmeldung völlig überrascht. Normalerweise zeichne es sich im Laufe der Zeit ab, wenn ein Unternehmen in Schieflage gerate. So etwas spreche sich in der Branche und bei Kunden herum. Bei den Steinbrüchen sei das nicht der Fall gewesen.

 Ein Unternehmer aus dem Schaumburger Land, der allerdings seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, schilderte am Telefon, Obernkirchener Sandstein habe die beste Qualität. Damit sei er auch entsprechend teuer, teurer als die Konkurrenz in Deutschland und teurer als Sandstein aus Polen, aber das spiele auf dem speziellen Markt wohl eine untergeordnete Rolle.

 Es sind dann auch international bekannte, repräsentative Projekte, mit denen die Sandsteinbrüche offensiv werben: zum Beispiel mit dem Bau des Vorplatzes des örtlichen Landgerichtes in Kopenhagen, der Fassade für das TUI Iberhotel in Fleesensee und mit der Fassade für den königlichen Palast in Amsterdam. Obernkirchener Sandstein wird unter anderem gebraucht für architektonisch anspruchsvolle Fassaden und Bodenbeläge, für Steinmetzarbeiten und Produkte für die Park- und Landschaftsarchitektur.

 Geschäftsführer Klaus Köster war gestern nicht zu sprechen. Im Unternehmen hieß es am Vormittag: „Nein, er wird auch im Laufe des Tages nicht mehr zu erreichen sein.“

 Die Sandsteinbrüche GmbH mit 34 Mitarbeitern hat zwar einen Betriebsrat. Aber auch dieser war nicht erreichbar. Für die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt sind die Steinbrüche wohl ein „weißer Fleck“. Es gebe keine Kontakte, schilderte auf Anfrage Hermann Faber in Hannover. Auch die Gewerkschaft habe vom Insolvenzantrag erst aus der Zeitung erfahren. Höltershinken sieht das aus seiner Perspektive so: Es gebe keine Probleme mit dem Betriebsrat und: „Gehälter inklusive Weihnachtsgeld sollen gezahlt werden.“

 Für die Stadt Obernkirchen ist der Steinbruch zwar nicht der größte Arbeitgeber, aber aus anderen Gründen ein „Aushängeschild“ für die Stadt. Das Unternehmen hat den Namen Obernkirchen in die ganze Welt getragen. Die Saurierspuren im Steinbruch, vor allem die zwölf Abdrücke der Raptoren, gelten unter Fachleuten als „weltweit konkurrenzlos“. Auch das internationale Bildhauersymposium hat einen nicht zu unterschätzenden Werbeeffekt. Der Steinbruch liefert für die Künstler das Rohmaterial. Bürgermeister Oliver Schäfer betonte in einem Telefongespräch, er hoffe auf einen positiven Ausgang und damit auch darauf, dass die Verbindung zum Steinhauerplatz bestehen bleibe. Bisher sieht wohl alles danach aus. wm

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