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Sanierungsarbeiten der Stiftskirche

Austausch der Streben beginnt Sanierungsarbeiten der Stiftskirche

Neues von den Sanierungsarbeiten an der Stiftskirche St. Marien: Während im Bereich des Daches bis März noch Restarbeiten anstehen, soll das Obernkirchener Gotteshaus gleich nach Neujahr auch im Inneren eingerüstet werden – dann geht es nämlich an die Sanierung der Streben aus Sandstein.

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Im Zuge der Dachsanierung wird auch gleich der kleine Glockenturm mit gemacht; er gehört dem Stift.

Quelle: tw

Obernkirchen. Dank des milden Winterwetters sind die Außenarbeiten an dem Gotteshaus gut voran gekommen. „Die Gewerke konnten im Bereich des Daches quasi bis Weihnachten durcharbeiten“, sagt Ralf Schönbeck. Der Kirchenvorstand und Ehrenamtliche: „Entsprechend weit sind die Arbeiten voran gekommen.“ Was jetzt im Wesentlichen noch ansteht, das seien Restarbeiten an Dingen wie Dachrinnen und -kehlen, die sich gut und gerne noch etwa drei Monate hinziehen können; aber auch die Steinsanierung halte noch auf. Wie lange besagte Restarbeiten konkret dauern, das lasse sich bei einem Baudenkmal wie einer Kirche nur schwer schätzen.

„Im Zuge der Tätigkeiten im Bereich des Daches geht es auch um den kleinen Glockenturm, der nicht der Kirchengemeinde, sondern dem Stift gehört“, so der Ehrenamtliche. Im Inneren läutet eine Sterbeglocke. Die aus dem Jahre 1956 stammende Bekrönung mit Wetterhahn und Kugel ist es, die Detlef Schwietring, Kirchenvorstand und Schlosser, zusammen mit einem Architekten in Augenschein genommen hat. „Ihr Zustand ist gar nicht so schlecht“, sagt Schwietring. Der Hahn könne dem Dach erhalten bleiben, die Kugel habe etwas Rost angesetzt.

„Während auf dem Dach also noch weiter gearbeitet wird, werden wir gleich nach Neujahr darangehen, auch im Inneren von St. Marien zwischen Epitaph und Orgel ein Stützgerüst aufzustellen“, erzählt Schönbeck. Bei den Arbeiten geht es darum, die „Gewölbe“ – richtiger: deren gerissene Sandsteinstreben – Stück für Stück auszutauschen; reparieren lassen sie sich nicht. Ergo muss das Gerüst extrem stark und stabil sein, um die Tonnenlast stemmen zu können. „Im Zuge dieser Arbeiten haben wir für das Frühjahr alle Veranstaltungen in der Stiftskirche abgesagt“, so Schönbeck. Das schmerzt nicht besonders, weil „Winterkirche“ und Gottesdienst ab dem 17. Januar ohnehin im Gemeindezentrum Rote Schule stattfinden. Eines der maßgeblichen Gewerke ist – wie im Dachbereich auch bei der Innensanierung – die Obernkirchener Firma Meier Naturstein GmbH.

Ziel ist es, dass die Kirchengemeinde mit der Sanierung „unter Dach“ bis Ostern durch ist und das besagte Gerüst bis dahin wieder entfernt wird. Schönbeck rechnet derzeit fest damit, dass bis zum Barbarossafest, das vom 17. bis 19. Juni 2016 nicht zuletzt auf dem Kirchplatz über die Bühne geht, auch das Außengerüst verschwunden sein wird. Dann stünde dem Event im Wortsinn „nichts mehr im Wege“.

Wie berichtet, war im August Halbzeit bei den Dacharbeiten – „Bergfest“ sozusagen. Die teils Jahrhunderte alten Platten aus Solling-Sandstein waren zu diesem Zeitpunkt in etwa zur Hälfte abgedeckt. Eine Folie aus Spezialkunststoff schützte St. Marien vor Regen.

Was ein Holzgutachter herausgefunden hatte: Ein Teil des Dachstuhls, der aus Eichenbalken besteht, ist noch original. Diese Balken tragen die Last des Daches seit 1330 oder spätestens 1503; da soll der Dachstuhl nach einem Brand neu aufgebaut worden sein.

Zwischen den fünf Giebeln, die zum Kirchplatz zeigen, gibt es Wasserrinnen aus Sandstein. Sie ruhen auf morschen Holzbalken. Da diese Rinnen und mehr noch die Balken unzugänglich sind, konnten sie in den zurückliegenden Jahren allenfalls geflickt, nicht aber saniert werden. War ein Teil eines Balkens durch Regen morsch, wurde er ausgeschnitten und ein neuer Teil angeschraubt. Das ist dieses Mal anders: Sämtliche Sandsteinrinnen sind mit einem Kran aus dem Dach entfernt und auf den Kirchplatz gehievt worden. Anschließend wurden die Giebel-Gewölbe neu aufgemauert, die Kehlen zwischen den Dächern neu aufgebaut und die morschen Holzbalken erneuert. Damit haben die Sandsteinrinnen nun wieder eine feste Auflage.

Sind die Arbeiten abgeschlossen, wird die Stiftskirche erneut mit den alten Sandsteinplatten gedeckt. Doch Einzelne sind im Laufe der Zeit porös geworden. Ersatz gilt als so gut wie nicht mehr lieferbar. Nur weil die Dachdeckerfirma, die in St. Marien arbeitet, selbst aus dem Solling kommt, kann sie noch die eine oder andere Sandsteinplatte besorgen. tw

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