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Obernkirchen Stadt „Schafstall“ soll saniert werden
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt „Schafstall“ soll saniert werden
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00:23 19.08.2015
Bekommt im August und September Besuch vom Statiker und vom Bauhistoriker: Der sogenannte Schafstall gilt als ältestes Gebäude des Stifts. Quelle: tw
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Obernkirchen.  Die dankbare Äbtissin auf Anfrage dieser Zeitung: „Das ist die Eingangsvoraussetzung dafür, dass an dem Gebäude überhaupt etwas passieren kann.“ Der bis zu 300 Quadratmeter große Schafstall gilt als ältestes Gebäude des Stifts und steht natürlich unter Denkmalschutz. Ideen für eine Nachnutzung nach der Sanierung gibt es viele: „Schon jetzt zu sagen, was werden soll – das wäre aber Kaffeesatzleserei“, wehrt Wöbbeking ab.

Nach Auskunft der Äbtissin wird der Statiker seine Arbeit Ende August aufnehmen; der Bauhistoriker folgt dann im September. Mit dem Abfassen der jeweiligen Gutachten rechnet Wöbbeking noch dieses Jahr. Allerdings: Wenn die Papiere auf dem Tisch liegen, wird es erst mal wieder ruhig um den Schafstall werden. Denn dann gilt es, auf der Basis der Gutachten eine Kostenschätzung vorzulegen, die Förderanträge zu stellen und die für die Sanierung benötigten Gelder einzuwerben. „Mit der Sanierung selbst werden wir frühestens 2016, vielleicht aber auch erst 2017 beginnen können“, so die Äbtissin.

Zunächst geht es aber erst einmal darum, festzustellen, warum der Schafstall überhaupt Schafstall heißt. Dass der Steinbau in der Vergangenheit überhaupt jemals einer gewesen ist, lässt sich nämlich genauso gut auch bestreiten. Denn wie die vermeintlichen Schafe die Treppen des „Stalls“ erklommen haben könnten erschließt sich nicht wirklich.

Fakt ist, dass es neben Holzböden im Inneren des Schafstalls auch Holztreppen gibt, die wahrscheinlich original sind; Fachleute sollen das mit dendrologischen Proben bei der besagten bauhistorischen Analyse verifizieren. Fenster hat der Schafstall keine – nur kleine Luken, die mit Klappen verschlossen werden.

Fakt ist auch, dass das Gebäude sanierungsbedürftiger ist, als zunächst gedacht. Als das Stift den benachbarten Flachbau hatte abreißen lassen, sollte das Gelände eigentlich nur gerade gezogen werden; dabei sollte Druck von der Wand des Schafstalls genommen werden. Eine Analyse zeigte jedoch, dass das allein nicht genügt. Auf den Holzböden und -treppen droht ein jäher Sturz ins Bodenlose. Das Dach des Stalls mit seinen schweren Platten aus Solling-Sandstein muss obendrein neu gedeckt werden; einzelne Platten sind abgängig.

Damit der Charakter des Schafstalls so wenig wie möglich verändert wird, muss sehr behutsam vorgegangen werden. „Wir haben viele Baumaßnahmen mit Hilfe auch von Drittgeldgebern stemmen können und sind guter Hoffnung, dass uns das dank EU-Mitteln auch diesmal gelingt“, sagte die Äbtissin im Januar. Tatsächlich hatte das Stift in den vergangenen Jahren aus verschiedensten Töpfen wie zum Beispiel denen der Klosterkammer, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz oder der Bingo-Stiftung viel Unterstützung bekommen. So gibt es mit der Klosterkammer etwa eine Leistungsvereinbarung, in deren Rahmen Architekten der Kammer dem Stift behilflich sind und auch die Bauaufsicht übernehmen.

Eine wichtige Frage ist, wie der Schafstall nach seiner Sanierung sinnvoll genutzt werden kann; momentan steht das Gebäude mit Masse leer; nur die Museen nutzen Teile des Erdgeschosses als Depot. Manche träumen bereits davon, in dem Gebäude eine Gaststätte anzusiedeln. Das indes setzt den Einbau von Fenstern, Toiletten und Heizungen voraus und ist nicht realistisch. Anders sieht es mit einer Nachnutzung des Schafstalls als Ausstellungsfläche aus. Einige Ideen dazu gibt es bereits, allerdings sind sie immer noch wenig konkret.

Klar ist am Ende nur, dass sich die Nachnutzung dem Gebäude anpassen muss – und nicht umgekehrt. tw

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