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Obernkirchen Stadt „Schafstall“ wird saniert
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt „Schafstall“ wird saniert
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00:22 25.01.2015
Sieht von außen eher unscheinbar aus, ist aber ein Kleinod: Der „Schafstall“ mit seiner Dacheindeckung aus Sollingschiefer liegt am Ende des Wirtschaftshofes direkt neben der Zehntscheune. Quelle: tw
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Obernkirchen

Jetzt will das Stift den direkt neben der Zehntscheune am Ende des Wirtschaftshofes gelegenen und bislang nicht wirklich nutzbaren Steinbau gemeinsam mit Architekten der Klosterkammer sanieren lassen. Eine Zukunft als Ausstellungsfläche scheint vorstellbar.

 „Zunächst geht es aber erst einmal darum, festzustellen, warum der Schafstall überhaupt Schafstall heißt“, sagt Äbtissin Susanne Wöbbeking. „Dass es in der Vergangenheit überhaupt jemals einer gewesen ist, lässt sich nämlich genauso gut auch bestreiten.“

 Fakt ist, dass es außer Holzböden im Inneren des Schafstalls auch Holztreppen gibt, „die nach derzeitigen Erkenntnissen wahrscheinlich beide original sind“, so Wöbbeking. Fachleute sollen das mit dendrologischen Proben bei einer bauhistorischen Analyse noch in diesem Frühjahr verifizieren. Wie die vermeintlichen Schafe indes die Treppen des „Stalls“ erklommen haben könnten, das, so die Äbtissin verschmitzt, sei „etwas unklar“. Fenster hat der Schafstall nicht – nur kleine Luken, die mit Klappen verschlossen werden können. Zwischen Schafstall und Zehntscheune gab es von der Straßenseite her einen Durchgang, der auch von Leiterwagen befahren werden konnte.

 Fakt ist auch, dass „das Gebäude sanierungsbedürftiger ist, als wir zunächst gedacht haben“, sagt Wöbbeking. Als das Stift vor Kurzem den benachbarten Flachbau hatte abreißen lassen, sollte das Gelände eigentlich nur gerade gezogen werden. „Wir wollten Druck von der Wand des Schafstalls nehmen“, erklärt die Äbtissin. Eine statische Analyse zeigte jedoch, dass das allein nicht genügt. Auf den Holzböden und -treppen droht ein jäher Sturz ins Bodenlose. Das Dach des Stalls mit seinen schweren Platten aus Sollingschiefer muss obendrein neu gedeckt werden; einzelne Platten sind abgängig. Das könnte daran liegen, dass beim letzten Eindecken des Daches „Eisen- statt Kupfernägel verwendet worden sind“, wie Wöbbeking mutmaßt. Eisennägel rosten.

 Mit Blick auf den gleichfalls noch für dieses Jahr ins Auge gefassten Sanierungsbeginn ist für die Äbtissin und das Kapitel des Stifts bereits jetzt eines klar: Damit der historische Charakter des Schafstalls so wenig wie möglich verändert wird, muss sehr behutsam vorgegangen werden. Das ganze Projekt ist eine Frage der Finanzierung; Zuschussanträge sollen in Kürze gestellt werden. „Wir haben viele Baumaßnahmen mit Hilfe auch von Drittgeldgebern stemmen können und sind guter Hoffnung, dass uns das dank EU-Mitteln auch diesmal gelingt“, so die Oberkirchenerin. Tatsächlich hatte das Stift bei ähnlichen Maßnahmen in den vergangenen Jahren aus diversen Töpfen wie zum Beispiel denen der Klosterkammer, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Bingo-Stiftung viel Unterstützung bekommen. So gibt es mit der Klosterkammer etwa eine Leistungsvereinbarung, in deren Rahmen Architekten der Kammer dem Stift behilflich sind und auch die Bauaufsicht übernehmen. Die Bürger der Bergstadt, so die Äbtissin dankbar, hätten an den dadurch möglichen Sanierungsarbeiten stets großen Anteil genommen.

 Eine wichtige Frage ist in diesem Zusammenhang, wie der Schafstall nach seiner Sanierung sinnvoll genutzt werden kann. Momentan steht das Gebäude mit Masse leer; nur die Museen nutzen Teile des Erdgeschosses als Depot. „Manche“, weiß Wöbbeking, „träumen bereits davon, in dem Gebäude eine urige Gaststätte anzusiedeln.“ Das indes setze den Einbau von Fenstern, Toiletten und Heizungen voraus. Geht gar nicht, winkt die Äbtissin ab. Anders sieht es dagegen mit einer Nachnutzung des Schafstalls als Ausstellungsfläche aus. Einige Ideen dazu soll es bereits geben, allerdings sind sie derzeit noch wenig konkret. tw

 Klar ist aber, dass sich die „Nachnutzung dem Gebäude anpassen muss – und nicht umgekehrt“, betont die Äbtissin. Anderenfalls nämlich würden die Denkmalpfleger mit Recht sagen: Was macht Ihr denn da?

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