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Scharfe Schüsse gegen Schäfer

Es brodelt in der Jugendarbeit Scharfe Schüsse gegen Schäfer

Nach zwölf Jahren Jugendring ist für Florian Burger-Freund Schluss gewesen: Er trat von seinem Ehrenamt im Gremium zurück, dem er zuletzt als Geschäftsführer vorgestanden hatte. Kurz zuvor hatte ihm Bürgermeister Oliver Schäfer bei einer öffentlichen Sitzung Erpressung vorgeworfen. Was ist da los in Obernkirchens Jugendarbeit?

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Quelle: pr.

Obernkirchen. Es geht ums Geld. Schäfer hatte den Rotstift angesetzt. Eine halbe Stelle im Wert von 24000 Euro wurde zurückgefahren auf 16000 Euro, schätzt Burger-Freund. Gerade auf dem aktuellen Markt, sagt er, bekomme man für diese Summe keinen Pädagogen oder Sozialarbeiter.

Eine solche Fachkraft sei für die Arbeit des Jugendrings aber zwingend notwendig. Hintergrund: Die Arbeit leisten beim Jugendring rund zehn Ehrenamtliche, denen ein hauptamtlicher Profi zur Seite steht. Das war bis zum September 2015 Susanne Veentjer, die dann die Stelle des Jugendpflegers von Erhard Vinke übernommen hat.

„Ein Pädagoge hat eine ganz andere Sicht zum Beispiel auf gruppendynamische Prozesse“, argumentiert Burger-Freund. Nicht zuletzt gehe es um versicherungstechnische Fragen, wenn sich zum Beispiel ein Kind oder ein Jugendlicher verletzt. Burger-Freund: „Diese Verantwortung möchte ich mir als Ehrenamtlicher nicht aufbürden.“

Streichungspläne

Burger-Freund hatte deshalb in Aussicht gestellt, seine Position als Geschäftsführer zu räumen, sollte die Stadt an ihren Streichungsplänen festhalten. Das war auch der Moment, in dem Schäfer den Jugendarbeiter fragte, ob er die Verwaltung erpressen wolle.

Für Burger-Freund ein Affront, nicht nur wegen der scharfen Wortwahl. Als die Pläne bekannt wurden, habe er zusammen mit seinen Vereinskollegen Vorschläge eingereicht, wie auf alternative Art beim Jugendring gespart und die halbe Stelle erhalten werden könne. Grundlos seien diese abgelehnt worden. Dreimal habe der Bürgermeister einen Gesprächstermin mit Verweis auf „private Angelegenheiten“ zurückgewiesen.

Überhaupt, bemängelt Burger-Freund: „Es hat niemand mit uns gesprochen.“ Durch seinen „intransparenten Politikstil“ gefährde Bürgermeister Schäfer nun ein stabiles System. „Das kann auf Jahre hin Folgen haben“, ist Burger-Freund sicher. „Die Masse an Veranstaltungen wird zurückgehen.“

Einzigartig in Schaumburg

Der Jugendring sei in seiner Leistungsfähigkeit einzigartig in Schaumburg. Zahlreiche städtische Aufgaben würden übernommen. Ferienbetreuung, der Jugendaustausch mit der Partnerstadt La Flèche, Info-Stände bei Barbarossa- und Stadtfest – insgesamt kämen die Mitglieder auf mehr als 1000 ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden.

Oliver Schäfer befindet sich im Urlaub und ist nach Angaben der Stadtverwaltung Obernkirchen derzeit nicht für Anfragen zu erreichen. jcp

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