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Schlafen Sie auch schlecht ein?

Obernkirchen / Vortrag Schlafen Sie auch schlecht ein?

Schon wieder eine durchwachte Nacht, schon wieder Angst vor dem kommenden Morgen. Rund ein Viertel aller Deutschen ist von Schlafstörungen betroffen. Was aber kann man tun, wenn der Schlummer ausbleibt? Und was für Gründe hat das? Diesen Fragen ist im Seniorenzentrum „Sonnenhof“ der Facharzt für Allgemein- und Sportmedizin, Ulrich Mohr, nachgegangen.

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Ulrich Mohr: „Sie sollten nur zu Bett gehen, wenn Sie wirklich schlafen wollen“.

Quelle: mig

Obernkirchen. Probleme mit dem Einschlafen kennt wohl Jeder. Man wälzt sich hin und her, schaut zur Uhr, denkt an den nächsten (Arbeits-)Tag. Am Morgen könnte man sich gleich wieder hinlegen. Kein seltenes Szenario, wie das Robert-Koch-Institut herausgefunden hat – allein in Deutschland bleibt eine erholsame Nacht jedem Vierten verwehrt. Was eine verminderte Leistungsfähigkeit und sogar eine Schädigung der Gesundheit nach sich ziehen kann.

 In so einem Fall sei es wichtig, möglichst frühzeitig einen Arzt einzuschalten, der den Schlafstörungen auf den Grund gehen müsse, so Facharzt Ulrich Mohr. Schlafmittel störten die Rem-Phasen und dürften deshalb keine Dauereinrichtung werden. Bestimmte Mittel hätten eine schwere Suchtproblematik, der Entzug sei extrem langwierig. Im weiteren nannte der Bückeburger Arzt einige der möglichen Gründe für Schlafprobleme, wie das Restless-Legs-Syndrom mit starkem Bewegungsdrang oder Schlafapnoen (kurze Atemaussetzer während des Schlafs).

 Weitere Störungen sind beispielsweise das Schlafwandeln, das Zähneknirschen (Brutismus) oder das Schichtarbeiter-Syndrom. Hier könne, sagt Mohr, die Wachheit über Tagesschlaf vor der Schicht oder durch mehrere Schlafepisoden während der Nachtschicht gebessert werden.

 Was sonst noch bei Ein- und Durchschlafproblemen helfen kann? Ulrich Mohr hatte gleich mehrere Tipps mitgebracht, die vom eher älteren Publikum interessiert aufgenommen wurden. Etwa maßvolle Abendmahlzeiten: Zu spätes und reichhaltiges Essen erschwert das Einschlafen. Abmagerungskuren können ebenfalls zu vorübergehenden Schlafproblemen führen. Zwischen einem hektischen Tag und einer geruhsamen Nacht sollte Zeit bleiben für einen erholsamen Feierabend, hier helfen könne ein entspannendes, immer wiederkehrendes Ritual (wie das Lesen eines Buches; kein Krimi).

 Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte seine Gedanken so programmieren, dass Bett und Schlaf gleichgesetzt werden. „Sie sollten nur zu Bett gehen, wenn Sie wirklich schlafen wollen“, rät Mohr. „Legen Sie sich nicht ins Bett, wenn Sie nur lesen oder fernsehen wollen.“

 Die Matratze sollte nicht durchgelegen sein. Feste Matratzen seien für die Wirbelsäule und für ein entspanntes Liegen günstiger als eine weiche Unterlage. „Wählen Sie ihre Bettdecke so, dass Sie weder schwitzen noch frieren.“

 Bei Einschlafstörungen sollte man über längere Zeit versuchen, früher aufzustehen. Je regelmäßiger das getan werde, desto positiver sei der Effekt auf das abendliche Einschlafen. Als Schlafraum sollte das ruhigste Zimmer der Wohnung gewählt werden. Straßengeräusche oder andere Lärmquellen blockierten das Einschlafen.

 Fragen an den Referenten hatten an diesem Abend vor allem die Nachtschwestern, die, wie sie angaben, mit einem veränderten Schlaf-Wachrhythmus zu kämpfen haben. Eine Schwester, die acht Nächte durcharbeitet und dann sechs Tage frei hat, fragte, ob sie ihren Rhythmus überhaupt umstellen solle. Dazu brauche sie jeweils rund drei Tage, bevor sie dann nach weiteren drei Tagen den Rhythmus erneut umstellen müsse. Sei es da nicht besser, den Nacht-Rhythmus beizubehalten? Antwort Mohrs: „Das kann man pauschal nicht sagen. Sie müssen sehen, womit Sie am besten zurechtkommen.“ Insgesamt sei es aber schon so, dass Schichtarbeit krank machen könne.

 Ein anderer Zuhörer wollte wissen, wie die durch den Kopf geisternden Gedanken abgestellt werden könnten. Mohr riet dem Gast, eine Tagesstruktur einzuhalten und Arbeit und Freizeit möglichst zu trennen. „Am besten macht man ab 20 Uhr etwas Entspannendes.“ Medienkonsum bis in die späten Abendstunden führe zu Schlafstörungen. „Das“, so Mohr, „sieht man am Beispiel von Kindern und Jugendlichen, wo Schlafstörungen deutlich zugenommen haben“. mig

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