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Schluss – aus – vorbei

Die letzte Schau Schluss – aus – vorbei

Für die Vogelschau der „Vogelfreunde Röhrkasten“ ist am vergangenen Wochenende endgültig der Vorhang gefallen. „Es geht einfach nicht mehr“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Manfred Dreveskracht. Grund ist der hohe Altersdurchschnitt der Mitglieder. „Wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten.“

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ana gefällt die Vielfalt der ausgestellten Vögel.

Quelle: mig

Obernkirchen. An der Besucherzahl hat es gewiss nicht gelegen, dass nun Schluss ist: Rund 1000 Besucher waren auch dieses Mal wieder in die Liethhalle gekommen – und etliche Gäste zeigten sich durchaus beeindruckt von den Tieren.

Da saß zum Beispiel auf einem dicken Baumstamm ein gelb-blau-grün gefärbter Ara, der die Besucher mit einem deutlich vernehmbaren „Hallo“ und dem Winken seines Flügels begrüßte. „Das sind richtig intelligente Tiere“, meinte Ida Wente, die die Schau seit vielen Jahren besucht. Sie mag Papageien gerne. „Ich habe selbst einmal einen sprechenden Papagei gehabt“, sagt die Seniorin. „Der hat mir immer die Schokolade mit seinem Schnabel aufgemacht.“ Sogar eine kleine Schmuckschatulle habe er aufbekommen – mit einem Schlüssel. „Das war ein sehr kluger Vogel.“

Einen Dank richtet Wente nun an die Mitglieder der Vogelfreunde, die diese einmalige Veranstaltung so lange organisiert haben. „Ich bin zwar sehr traurig darüber, dass es zukünftig keine weiteren Schauen mehr geben soll, aber dass es überhaupt so lange gegangen ist, ist aller Ehren wert.“

So einfach soll jetzt Schluss sein? Nein, einfach hat es ich der Verein nicht gemacht. „Wir haben lange darüber nachgedacht, uns dann aber dafür entschieden, keine Schau mehr anzubieten“, so Dreveskracht. „Wir sind einfach nicht mehr in der Lage, eine Schau in dieser Größenordnung zu veranstalten.“

Aufbau dauert eine Woche

Wie groß der Aufwand ist, den die Mitglieder betreiben, zeigte schon ein Blick in die wunderschön dekorierte Ausstellungshalle. Laut Dreveskracht sind die Mitglieder allein mit dem Aufbau eine Woche beschäftigt: „Und die Planung dauert ein ganzes Jahr.“ Diese Arbeit könnten die etwa zwölf aktiven Ehrenamtlichen in Zukunft nicht mehr bewerkstelligen. Schon jetzt habe man gerade noch genug Tiere, „um die ganze Halle zu bestücken“.

Konkret bedeutet das zweierlei: Einmal, dass der Verein seine Schau einstellt, zum anderen, dass das Vereinsleben selbst wie gewohnt weitergeht. Man werde sich weiter treffen, und man werde weiter züchten, so Dreveskracht. „Und natürlich werden wir unsere Tiere auch weiter auf anderen Schauen ausstellen.“ Nur eigene Ausstellungen könne man jetzt nicht mehr anbieten.

Man habe den Entschluss mit „einiger Wehmut“ gefasst, ergänzte Dreveskracht. Aber wenn man sich einmal entschlossen habe, solle man auch richtig Schluss machen. „Das Ganze auf die Hälfte oder ein Viertel runterzufahren, das macht keinen Sinn.“ Dann solle man lieber mit einer richtig gelungenen Ausstellung aufhören, „auch wenn es mir für unsere vielen treuen Gäste sehr leidtut.“

Dreveskracht selbst hat die 25, seit 1991 veranstalteten Vogelschauen sämtlich miterlebt. „Die sind uns trotz einiger Unkenrufe am Anfang alle sehr gut gelungen“, befand der Vogelfreund, der seit 1989 als Vorsitzender amtiert.

Dreveskracht betreut 70 Vögel

Schon als kleiner Junge hat sich Dreveskracht für Vögel begeistern können. In den siebziger Jahren bekam er einen kranken Eichelhäher, den pflegte er in einem langwierigen Prozess gesund. Heute hat der 72-Jährige etwa 70 Vögel, die er betreut. Was ihn an seinem Hobby reizt? „Das man den Werdegang eines Vogels beobachten kann – vom Schlupf bis zum fertigen Vogel, in allen Stadien, das ist sehr interessant.“ Viel Arbeit hat er immer dann, wenn die Brutzeit anbricht. „Dann biete ich den Vögeln mehr natürliche Kost an, etwa Vogelbeeren oder Löwenzahn oder einen fetten Wurm.“ Sein Ziel sei es, die Vögel möglichst mit Futter aus der Natur zu versorgen: „Dann geht es den Vögeln gut und man hat mehr Zuchterfolge.“

Ob sein Hobby eine Zukunft hat – das kann auch Dreveskracht nicht beantworten. „In der heutigen Zeit stürmen so viele Dinge auf die Jugendlichen ein, da werden wir an den Rand gedrängt.“ Den Kindern würden so viele Angebote gemacht, dass manche Sachen einfach auf der Strecke blieben. „Welches Kind geht denn heute noch in die Natur?“, fragte Dreveskracht kopfschüttelnd. Dafür bleibe dem Nachwuchs ja auch kaum noch Zeit. Dabei sei sein Hobby eigentlich gut geeignet für Kinder. „Sie lernen, bei der Sache zu bleiben und Verantwortung zu übernehmen“, ist Dreveskracht überzeugt – Werte, die man seiner Meinung nach Kindern mitgeben sollte.  mig

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