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Schluss mit ungerecht

Erzieherinnen in Kitas sollen gleichen Lohn erhalten Schluss mit ungerecht

Freude bei den zahlreich zuhörenden Erzieherinnen im Rathaus der Bergstadt: Nach den Bildungs- haben jetzt auch die Finanzpolitiker – einstimmig – empfohlen, die bisherige Differenzierung in Erst- und Zweitkräfte an den kommunalen Kitas rückwirkend zum 1. Januar 2015 aufzuheben.

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Kindergarten in Deutschland vor 130 Jahren: So unbeschwert, wie es diese Hinterhof-Idylle aus der Feder von Johann Sperl suggeriert, ist Kita-Alltag 2015 nicht mehr. „Erzieherin“ ist heute ein schwieriger Job.

Quelle: pr.

Obernkirchen.  Damit sollen alle gelernten Erzieherinnen mit dem entsprechenden staatlichen Abschluss einheitlich in die Entgeltgruppe S6 eingestuft werden; besagte Anforderung erfüllten – fast – alle Zweitkräfte.

 Mit ihrem jüngsten Fingerzeig folgen die Bürgervertreter einem Antrag der Grünen. Dass der Rat diese Beschlussempfehlung bei seinem Treffen am Mittwoch, 4. März, kassiert, ist unwahrscheinlich. Die Mehrausgabe schlägt ab dem Etat 2015 künftig mit 65000 Euro im Jahr zu Buche. Eine teilweise Refinanzierung über eine Erhöhung der Kitagebühren ist bereits zum Beginn des kommenden Kindergartenjahres im Gespräch.

 „Im Ursprung war es mal so gedacht, dass die Erstkräfte Erzieherinnen, die Zweitkräfte dagegen Sozialassistenten sein sollten“, erklärt Oliver Keller. Der Ausschusschef: „Diese Unterscheidung spiegelt aber die heutige Wirklichkeit in den städtischen Kitas nicht mehr wider.“ In der Regel hätten Erst- und Zeitkräfte dieselbe Qualifikation; die Differenzierung sei also „unzeitgemäß“.

 Tatsächlich war die Welt für die Erzieherinnen nur während eines vergleichsweise kleinen Zeitfensters in Ordnung gewesen. „Am 22. Juni 1995 hatte der VA beschlossen, alle Erzieherinnen einheitlich einzugruppieren – und zwar in die Vergütungsgruppe 6B mit Bewährungssaufstieg nach 5C (BAT)“, erinnert Fachbereichsleiter Rolf Watermann. Das sei dann auch für zwei Jahre bei Neueinstellungen die Regel gewesen – bis ein weiterer Beschluss des Verwaltungsausschusses (VA) 1997 die bis heute gültige Differenzierung in Erst- und Zeitkräfte zementierte.

 „Diese Entscheidung ist damals angesichts der brisanten Haushaltslage der Stadt gefallen“, weiß Wilhelm Mevert. Gleichwohl wollten auch seine Sozialdemokraten heute Schluss mit dieser Unterscheidung machen, „zumal die Arbeit der Erzieherinnen in den vergangenen zehn bis 15 Jahren nicht leichter geworden ist“, wie Mevert anerkennt. Daher möchte er am Liebsten über eine Höherdotierung auch von nicht gelernten Erzieherinnen „von Einzelfall zu Einzelfall entscheiden“, kann sich damit aber nicht durchsetzen.

 Tatsächlich hatten die Grünen zunächst weniger die leidige Differenzierung im Blick, als sie ihren aktuellen Antrag stellten. Michael Dombrowski: „In Obernkirchen hatte sich die Praxis breit gemacht, dass Stellen als Erzieherinnen zwar ausgeschrieben wurden; bewarb sich dann aber tatsächlich jemand, hieß es, dass die Person nur als Zweitkraft und damit nicht tarifgerecht entlohnt werden könne.“ Ein Unding. Denn wer die gleiche Qualifikation habe und den gleichen Job mache, der müsse auch gleich bezahlt werden; aber wohlgemerkt nur der, denn den Grünen gehe es „nicht darum, Benefizien zu verteilen“, wie Dombrowski nachschiebt.

 Im Prinzip richtig, meint auch die CDU. Auf der anderen Seite müsse aber dafür gesorgt werden, dass die Stadt die Mehrausgaben von 65000 Euro von Zweiten oder Dritten gegenfinanziert bekommt, betont Horst Sassenberg – und will wissen, ob Obernkirchen vom Land und/oder vom Landkreis zusätzliches Geld erwarten kann. „Denn“, so Sassenberg, „eine Erhöhung der Kitagebühren würde uns allenfalls 4000 bis 5000 Euro bringen.“

 Doch Fehlanzeige, signalisiert Watermann, weder das Land noch der Landkreis werde seine Zuschusspraxis ändern. Es bleibe nur der Dreh an der Gebührenschraube. Derweil empfiehlt Bürgermeister Oliver Schäfer, dass die Obernkirchener Kreistagsabgeordneten direkt auf Landrat Jörg Farr zugehen und eruieren, „ob der Landkreis eventuell doch bereit ist, seinen Beitrag aufzustocken“. tw

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