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Schlussabrechnung

Sonnenbrinkbad Schlussabrechnung

In einem dreiseitigen Brief hat die Sonnenbrink-Genossenschaft ihre Mitglieder über die Entwicklungen der letzten Wochen informiert und dabei noch einmal herausgestrichen, wie viel Geld die Stadt über 19 Jahre durch die ehrenamtliche Arbeit eingespart hat.

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Der Schwimmbetrieb ruht beim Freibad naturgemäß in den Wintermonaten. Doch hinter den Kulissen gibt es immer was zu tun – gerade jetzt wird die Genossenschaft abgewickelt.

Quelle: rnk

Obernkirchen. Fehler sind durchaus gemacht worden, heißt es sinngemäß. Der Vorwurf zielt auf den Landkreis. Das Blockheizkraftwerk (BHKW) wird durch ein kleineres ersetzt, weil das vorhandene überdimensioniert sei, schreiben Vorstand Wolfgang Hein, Heiko Büthe und Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Brandorff: „Die für die Anlagenauslegung verantwortlichen Fachingenieure können rechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden, da sie auf Basis der vom Hauptabnehmer genannten Daten die Anlagen ausgelegt haben“, heißt es verklausuliert. Die Botschaft: Der Landkreis hat falsche Zahlen als Grundlage geliefert. Wie die drei Wärmekunden, darunter das Schulzentrum, ab April ihre Wärme beziehen werden, stehe noch nicht fest, da die Stadt Obernkirchen nicht in Wärmelieferverträge einsteigen werde: Dass rechtliche Auseinandersetzungen folgen, könne „derzeit noch nicht sicher ausgeschlossen werden“. Pikant: Hein könnte sich selbst meinen, denn über sein Bürogebäude an der Rintelner Straße gehört er zu den Wärmekunden.

Ehrenamt nur noch "flankierend"

Formal habe der Förderverein zu Jahresbeginn die Betriebsführung übernommen, künftig müssten andere einspringen. Die Genossenschaft begrüße die Absicht, das Ehrenamt nur noch „flankierend“ einzusetzen. „Schwimmbäder dienen der Daseinsvorsorge und sind daher Aufgabe der Kommunen“, verweist das Genossenschafts-Trio auf die Aussagen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.

Die Forderung der Stadt nach mehr professionellen Mitarbeitern wollen Hein, Büthe und Brandorff so nicht stehen lassen: Mehrfach habe man darauf hingewiesen, dass das Bad auf Dauer nicht auf ehrenamtlichen Schultern geführt werden könne, immer wieder habe man auch auf notwendige Sanierungen verwiesen, die nicht immer nur ehrenamtlich geleistet werden könnten.

"Halbwahrheiten und persönliche Angriffe"

Persönliche Worte an die Mitglieder bestimmen die zweite Hälfte des Schreibens: „In der Öffentlichkeit haben verschiedene Akteure der Politik und Presse aus uns nicht bekannten Gründen mit Halbwahrheiten und persönlichen Angriffen zu einem falschen Bild über die Abläufe beigetragen“, eine „Gegendarstellung“ von Büthe sei nicht abgedruckt worden. (Anm. d. Red.: Der Brief von Büthe entsprach weder in Inhalt noch Ausführung den Ansprüchen an eine Gegendarstellung, deren Abdruck bei Erfüllung der Maßstäbe laut Pressegesetz übrigens nicht verweigert werden kann.)

„Zu der Ratssitzung, in der kein Vorstand geladen war, wurde entgegen dem niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz der Vorstand öffentlich diskreditiert“, und in der Ratssitzung habe man kein Rederecht erhalten: „Damit ist deutlich, dass kein Interesse an einer Sachaufklärung besteht und die verbreiteten Unwahrheiten aus der davorliegenden Ratssitzung nicht öffentlich werden sollten.“

Zudem sei „bedenklich“, dass ein Ratsherr schriftlich die Leistungen der ehrenamtlichen Arbeit für das Sonnenbrinkbad „verhöhnt“ habe.

Ende der Genossenschaft

Aber, so der Vorstand, „zu viel ehrenamtliche Arbeit und ein sehr hoher Anspruch an angelernte Mitarbeiter haben zu Fehlern geführt“, aber „ausschließlich der Gedanke an die Aufrechterhaltung des Warmwasserangebotes für das Sonnenbrinkbad war für die Verantwortlichen der Genossenschaft und des Fördervereines die Triebfeder“, heißt es in dem Schreiben. Die nächste Generalversammlung werde die Auflösung der Genossenschaft zum Inhalt haben.

Als „Fakten“ gibt es auf Seite vier des Schreibens Zahlen. Demnach hätten 19 Jahre kommunaler Betrieb die Stadt fast vier Millionen Euro gekostet, dazu wäre eine halbe Million an Kosten für Investitionen gekommen, unter dem Strich wären dies dann 4,3 Millionen Euro an Kosten für die Stadt, wenn sie das Bad selbst betrieben hätte. Auf einen Gegenwert von 1,5 Millionen Euro rechnet der Vorstand der Genossenschaft den Gegenwert der freiwilligen 60.000 Arbeitsstunden, dazu kämen Spenden, Beträge und Sachleistungen von weiteren rund 800.000 Euro. rnk

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