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Schnelle Hilfe für kaputte Straßen

Obernkirchen/ „Asphaltpatching“ Schnelle Hilfe für kaputte Straßen

Stadt setzt mit „Asphaltpatching“ auf neue Methode und will viel „Manpower“ sparen Obernkirchen. Nach der jüngsten Frostperiode haben die Fahrbahndecken zahlreicher Straßen der Bergstadt neue Risse, ja Aufbrüche und Schlaglöcher.

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Ein Schlagloch wird beseitigt – hier mit mit dem Multicar Fumo Carrier mit Asphaltpatcher.

Quelle: pr.

Will man die reparieren, gibt’s mehrere Möglichkeiten: Man kann – teuer – eine Fremdfirma beauftragen. Man kann – zeitintensiv – Beschäftigte des Bauhofes mit dem Teereimer oder der Teermaschine loszuckeln lassen; was, wenn man kaufmännisch rechnet, auch teuer ist. Auf eine vergleichsweise neue, dritte Möglichkeit setzt jetzt das Rathaus: „Asphaltpatching“, zu Deutsch: Asphaltflicken.

 Bei dem Verfahren werden Schadstellen ab einem Durchmesser von zwei Zentimetern punktgenau mit Druckluft gesäubert, eine erwärmte Bitumenemulsion und dann ein Bitumen-Splittgemisch mit hohem Druck per Schlauch ins Schlagloch gespritzt; zum Schluss wird mit Splitt abgedeckt. Das Material soll sich verdichten, ohne dass mit einem Vibrationsgerät nachgearbeitet werden muss. Gegenüber der schweißtreibenden Handarbeit, bei der man den Asphalt vielerorts noch manuell von der Lkw-Pritsche schaufelt, ist diese Lösung um ein Vielfaches schneller und wirtschaftlicher.

 „Auf der einen Seite werden die Winter immer härter, auf der anderen Seite sitzt uns die Verkehrssicherungspflicht im Nacken“, sagt Karl Harting. Der Bauhofleiter ist bereits vor zwei Jahren auf einer Messe auf das Asphaltpatching aufmerksam geworden. Inzwischen haben er und Mitarbeiter das Verfahren bei der Stadt Wahlstedt im Kreis Segeberg selbst getestet. „Prinzipiell gut, fraglich ist nur noch, was wir konkret beschaffen sollten“, so Harting.

 Auch Bürgermeister Oliver Schäfer hat recherchiert, hat sich die Methode obendrein in einem Youtube-Video quasi live angesehen – und ist ebenfalls schlichtweg begeistert. „Wir möchten noch 2013 die entsprechende Technik anschaffen und auf einem kommunalen Geräteträger montieren“, sagt er; Schäfer kalkuliert derzeit mit Kosten von etwa 35000 bis 50000 Euro, will sich ein Gerät für 14 Tage zur Probe kommen und durch den Bauhof der Bergstadt testen lassen.

 Einer der Großen der Branche ist die Firma Hako GmbH in Waltershausen, die ihr Multicar „Fumo“ auch mit einem entsprechenden „Asphalt“-Aufsatz fertigt; doch es gibt noch viele weitere Hersteller. Auf eine spezielle Firma ist das Rathaus daher derzeit noch nicht festgelegt. „Bauhofleiter Karl Harting“, so der Bürgermeister, „erstellt gerade eine Liste, erfasst darin die betroffenen Straßen nach Schlaglochzahl, -tiefe und -größe“. Geht’s wie geplant, soll das Asphaltpatching noch in diesem Jahr auf den ersten Fahrbahnen zum Einsatz kommen. Schäfer hat sich schlau gemacht: Während sich bei der Altmethode „Teereimer“ der Kaltasphalt bei feuchtem Wetter nur schlecht mit dem Boden verbindet und so gefüllte Schlaglöcher auf viel befahrenen Straßen schon nach wenigen Tagen wieder aufbrechen, soll eine – wasserdichte – Sanierung mit dem Asphaltpatcher bis zu zehn Jahre halten.

 Auch für Harting ist das Asphaltpatchen angesichts der vielen künftigen „Baustellen“ und der Kassenlage der Stadt alternativlos. „Ich habe gar keine andere Chance“, sagt er. Denn eine klassische Teerkolonne binde die Arbeitskraft von drei respektive fünf Mann; zudem sei die Arbeit enorm zeitintensiv. „Ein Asphaltpatcher“, so der Bauhofleiter, „kann dagegen von nur einem einzigen Mann bedient werden – und der ist mit der Arbeit an einem Schlagloch viel schneller fertig“. Obendrein seien die ausgebesserten Straßenabschnitte nach Einsatz des Asphaltpatchers schneller wieder befahrbar. Wichtig ist aus seiner Sicht nur, dass das Fahrzeug, auf dem die Technik montiert wird, „nicht so groß ist, dass es beim Flicken die ganze Straße sperrt“. Für Obernkirchen geeignet ist nach Dafürhalten Hartings daher ein Kleingeräteträger, der etwa einen Kubikmeter Split und 200 Liter Emulsion fasst, auch wenn der mehrmals zum Nachfüllen ins Depot muss.

 Schäfer und Harting sind im Weserbergland auf eine Kommune gestoßen, die bereits Erfahrungen mit dem Asphaltpatching gemacht hat. Der Flecken Coppenbrügge im Nachbarlandkreis Hameln-Pyrmont. „Ich kann das Verfahren empfehlen. Es funktioniert zuverlässig, ist obendrein nachhaltig und spart uns eine Menge Geld“, berichtet Coppenbrügges Bauhofleiter Jörg Burckhardt. Die erste Kommune in Deutschland, die das Verfahren angewandt hat, soll im Sommer 2011 Leipzig gewesen sein.

 Allerdings: „Ganz werden wir auf die Altmethode mit dem Reparaturasphalt nicht verzichten können“, sagt Harting. Denn die gemeinhin nasse Jahreshälfte zwischen Winter und Frühjahr sei für das Asphaltpatchen schlecht geeignet. tw

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