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Seniorin (91) tot – Pfleger unter Verdacht und in Haft

Obernkirchen / "Sonnenhof" Seniorin (91) tot – Pfleger unter Verdacht und in Haft

Hat ein 36-jähriger Pfleger am Freitag (2. September) eine 91-jährige Bewohnerin des Seniorenzentrums „Sonnenhof“ getötet? In dieser Frage ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft Bückeburg, der Pfleger wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

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Bislang ein Erfolgsmodell: 1968 wird der Obernkirchener Altersheimverein durch das Industriellen Ehepaar Claire und Hans Baum mit dem Ziel gegründet, eine Seniorenwohnanlage in Obernkirchen zu errichten. 1971 ist Baubeginn des Sonnenhofes, zwei Jahre später wird der Sonnenhof als modernstes Seniorenheim im Schaumburger Land eröffnet. Jetzt ist dort eine Seniorin unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen und die Staatsanwaltschaft ermittelt. © nell

Obernkirchen (rnk). Laut Staatsanwaltschaft wurde die Bewohnerin am Freitag gegen 12.20 Uhr tot aufgefunden. Ein hinzugezogener Arzt diagnostizierte einen nicht natürlichen Tod. In der Folge führte die Polizei Ermittlungen durch und nahm gegen 14 Uhr den 36-jährigen Angestellten fest, der im Verdacht steht, die Heimbewohnerin getötet zu haben.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bückeburg erließ das Amtsgericht Bückeburg einen Tag später Haftbefehl wegen Totschlags. Der Pfleger befindet sich seither in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen, so erklärte die Bückeburger Staatsanwaltschaft gestern, „dauern an“. Und: „Aus ermittlungstaktischen Gründen können zurzeit keine weiteren Angaben gemacht werden.“

Man stehe erst am Anfang der Ermittlungen, erklärt Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt: Noch sei nicht einmal sicher, ob sich der Tatverdacht erhärten werde.
Wie die Seniorin zu Tode gekommen ist, wie lange sie dort weilte und wie lange der Pfleger dort angestellt war: Schmidt mochte mit Blick auf das laufende Verfahren keine weiteren Fragen beantworten. Aber mit der Inhaftierung des Verdächtigen „ergibt sich der Schluss, dass für andere Bewohner des Seniorenheimes keinerlei Gefahr mehr besteht“, so Schmidt.

Nach Informationen unserer Zeitung wurde der Verdächtige von einem anderen Pfleger am Bett der Seniorin überrascht: „Was machst Du da?“, soll er gefragt haben. Das wollen aber weder Schmidt noch Werner Hobein als Sonnenhof-Leiter bestätigen. Hobein formuliert es so: „Es hat Beobachtungen gegeben, die Zweifel geweckt haben.“

Es waren Beobachtungen, bei denen er, Hobein, sofort gedacht habe, „das kann nicht sein“. Aber er habe den Hausarzt, der die Verstorbene später ohnehin untersucht hätte, gebeten, sich die Frau sofort anzuschauen. Danach sei die Entscheidung gefallen, die Polizei einzuschalten: „Wir wollten sicher gehen.“ Man habe, so Hobein gestern, „so gehandelt, wie wir geglaubt haben, handeln zu müssen“.
Er selbst sei sprachlos, sagt Hobein, aber er hoffe immer noch, dass das Ergebnis der weiteren Untersuchungen der Seniorin ergäbe, dass die 91-Jährige eines natürlichen Todes gestorben sei: „Noch ist nichts erwiesen.“

Auch wenn sich der Verdacht nicht erhärtet: Für den Sonnenhof ist der Vorwurf eine Katastrophe, das weiß auch Hobein: „Das trifft die Einrichtung richtig.“ Die Frage, ob es im Zusammenhang mit dem verdächtigten Pfleger zu weiteren Todesfällen gekommen sei, die rückblickend neu bewertet werden müssten, beantwortete Hobein mit einem klaren Nein: „Definitiv nicht.“

• Zwei Aufgaben sollte das Seniorenzentrum Sonnenhof erfüllen: Eine spürbare soziale Lücke schließen und aus Gründen der Geselligkeit im Kern der Stadt liegen. Beides gelang vor 38 Jahren, als es gebaut wurde. 5,5 Millionen Mark kostete damals der Bau, seit August 2010 wurden noch einmal 2,2 Millionen Euro investiert: Die 40 Zimmer des Nordturms wurden alle saniert, jedes Zimmer hat eine Nasszelle bekommen, dazu wurden Wasser, Abwasser und Heizung modernisiert. Erst im Juli dieses Jahres wurde mit einem Tag der offenen Tür die Modernisierung gefeiert.
Die Gesamtzahl der Zimmer im Sonnenhof beträgt 80.

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