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Sie kann sogar Lastwagen fahren

IGS Obernkirchen Sie kann sogar Lastwagen fahren

Dass Dörte Korn jetzt „richtige“ Gesamtschuldirektorin ist, wird das Gros der 777 Schüler der IGS Obernkirchen vermutlich wissen; ihre 65 Kollegen wissen es sicher.

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Grünoase und Kraftquelle in einem: In ihrem Garten in Berenbusch tankt Dörte Korn Energie für den Schulalltag in der Bergstadt; ihr Stubentiger schaut von seinem Schattenplatz aus beim Gießen zu.

Quelle: tw

Obernkirchen. Was auf beiden Seiten aber nur Wenigen bekannt sein dürfte: Korn ist auch ausgebildete „Gärtnerin Obstproduktion“ – und die Frontfrau der Schule an der Admiral-Scheer-Straße hat sogar einen Lastwagen-Führerschein.

Bereits seit 1999 ist die heute 45-jährige verheiratete Mutter zweier Kinder (15 und 17 Jahre) und gebürtige Dresdenerin am Ochsenbruch tätig; zunächst noch als Lehrerin an der damaligen Haupt- und Realschule. Rund zehn Jahre später wechselte Korn an die IGS, wurde 2010 stellvertretende kommissarische Schul- und 2013 auch kommissarische Gesamtschulleiterin; das „kommissarische“ indes ist seit 13. November 2014 Geschichte.

„Geschichte“ ist zwar auch, was die Pädagogin in ihrem ersten Leben gemacht hat; gleichwohl wirkt es bis heute nach. Gärtnern und Erziehen: Soweit, wie es auf den ersten Blick aussieht, liegt das nicht auseinander; beides hat mit der Pflege von Anvertrautem zu tun. „Meine Jugend habe ich in Rostock verbracht“, sagt Korn. Das erklärt, warum sie, obwohl im Elbflorenz geboren, auch nicht das kleinste bisschen sächselt. An den Schuldienst dachte die Jugendliche Mitte der achtziger Jahre noch nicht: Sie absolvierte zunächst eine Ausbildung als Gärtnerin für Obstproduktion in Werder (Havel), schloss mit dem Abitur ab; im Wendejahr 1989 war sie fertig.

„Ich wollte damals kein reines Abi machen – das erschien mir zu dröge“, erklärt die spätere Lehrerin. Sie wollte nebenbei auch körperlich arbeiten. Korn lernte Treckerfahren, machte im Rahmen ihrer Ausbildung auf dem IFA W50 mit 18 Jahren sogar den Lastwagen-Führerschein; anderenfalls hätte sie den Facharbeiterbrief nicht bekommen. „Der Lkw hatte keine Servolenkung. Der Fahrlehrer musste immer mit ins Lenkrad greifen, sonst wären wir nie durch die engen Gassen von Werder gekommen“, schmunzelt die Gesamtschuldirektorin.

Kurz vor der Wende schlug Korn dann den Weg ein, der sie später an die Spitze der IGS Obernkirchen führen sollte. Los ging’s mit einem Studium am Institut für Lehrerbildung mit dem Ziel Grundschule. Nach Öffnung der Grenze setzte die junge Frau ihr Studium an der Universität Bielefeld fort; es dauerte bis 1994. Die folgenden zwei Jahre bereitete sich Korn am Studienseminar in Minden auf das Lehramt vor; bis 1999, dem Einstieg in Obernkirchen, folgten Vertretungen an diversen Grundschulen.

Die Pädagogin lebt heute mit ihrer Familie auf einem top-restaurierten Fachwerkanwesen in Bückeburg-Berenbusch. Ihr Mann ist selbstständiger Zimmermeister in Schaumburg, spezialisiert auf das Sanieren von Fachwerkhäusern. Kraftquell nach dem Schuldienst ist der große Garten am Haus mit seinen Blumen- und Gemüsebeeten. „Da“, sagt Korn, „kann ich richtig entspannen.“ Da – und auf dem Fahrrad. „Wir fliegen in unserem Urlaub selten ins Ausland, unternehmen stattdessen mehr oder weniger spontane Radtouren in ganz Deutschland und übernachten, wo es uns gefällt.“

Als Frontfrau an der IGS weiß Korn nach knapp einem halben Jahr jetzt: „Es ist genau das Richtige für mich.“ Wie vielfältig die Arbeit als Leiterin einer Schule ist, das hatte sie sich zuvor gar nicht so vorstellen können. „Schule ist heute schon ein bisschen wie eine Firma“, sagt sie. Wichtig ist ihr, am Ochsenbruch eine „offene Atmosphäre“ zu schaffen, die „von Vertrauen geprägt“ ist. Rückhalt bei der einen oder anderen Entscheidung haben die Gespräche mit älteren Kollegen gegeben. In ihrer Position als Leiterin einer Gesamtschule versteht sich Korn als „Dienstleisterin für die Schüler“. Sie sollen an der Admiral-Scheer-Straße den für sie bestmöglichen Abschluss machen.

Eine der großen, wenn nicht die größte Herausforderung in der nächsten Zeit: die Inklusion, das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern. Für das kommende Schuljahr erwartet die IGS Obernkirchen 13 bis 14 Inklusionsschüler; das ist etwa die gleiche Zahl wie jetzt auch. tw

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