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Obernkirchen Stadt „Sie sollten schauen wie ein angreifender Stier“
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt „Sie sollten schauen wie ein angreifender Stier“
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18:38 20.11.2012
Ein wunderschöner blauer Elsterkröpfer mit „Airbag“. Quelle: jp
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Obernkirchen (jp)

Einen auch für den Nicht-Tauben-Kenner äußerst reizvollen optischen Kontrast bildeten diese beiden so gegensätzlichen Rassen, die während der Doppel-Hauptsonderschau gezeigt wurden. Modena-Tauben stammen aus Norditalien und wurden in England zu ihrer heutigen Form gezüchtet. Die Tauben sind mittelgroß, kräftig und stämmig. „Sie sollten schauen wie ein angreifender Stier“, formulierte es einer der Züchter. Die in diversen Farbschlägen gezüchteten Modena sind nach den Brieftauben die meist verbreiteten ihrer Art.

 Anders die Elsterkröpfer: Die schlanken, elegant wirkenden Haustauben mit dem charakteristischen Kropf, den sie wie einen Airbag unterhalb des Schnabels aufplustern können, stammen ursprünglich aus Böhmen. Sie existieren in den Farben Schwarz, Rot, Gelb, Blau und Rotfahl.

 Als „Erntedankfest der Züchter“ bezeichnete Wilhelm Struckmann, Vorsitzender des gastgebenden Obernkirchener Vereins, die zweite Großveranstaltung dieser Art innerhalb weniger Tage in der Liethhalle. Ein Erntedankfest, das nicht zur vollen Zufriedenheit aller ausfiel: Er sei etwas enttäuscht über die Zahl von nur 500 Schautieren seines Sondervereins, erklärte Egon Dobmann, Vorsitzender der Elsterkröpferzüchter. Auch an den Mitgliederzahlen seines Sondervereins seien der demografische Wandel, die Überalterung und der schwindende Nachwuchs in der Kleintierzucht ablesbar: So zähle der Sonderverein der Elsterkröpferzüchter bundesweit nur noch 180 Mitglieder. „Vor der Wiedervereinigung waren wir allein in den alten Bundesländern noch 280 Mitglieder.“

 Helmuth Krengel, Vorsitzender des Modena-Clubs Deutschland, unterstrich den artgerechten Umgang von Rassegeflügel- und Taubenzüchtern mit ihren Tieren. Anders als in der rein auf Gewinn ausgerichteten Nahrungsmittelindustrie würden Tiere bei Hobbyzüchtern in ausreichend großen Käfigen, Volieren oder Gehegen gehalten und artgerecht gefüttert und versorgt. „Wir Züchter sind darum bemüht, dass die von uns gezüchteten Rassen der Nachwelt erhalten bleiben.“

 Ein herzliches Willkommen entbot Schirmherr und Bürgermeister Oliver Schäfer den angereisten Taubenzüchtern. „Was Sie tun, ist mehr als Hobby, sondern sehr verantwortungsvolles Engagement für die Tierzucht und den Artenerhalt.“

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