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So klingt die „Route 65“

Konzert So klingt die „Route 65“

Es ist ein kräftiger, swingender Sound, der aus dem Saal des ehemaligen „Gelldorfer Kruges“ nach draußen dringt. Wer stehen bleibt und zuhört, der dürfte seinen Spaß daran haben. Und wer sich sogar in den Saal wagt, wird Augen- und Ohrenzeuge des Übungsabends einer neuen Musiziergemeinschaft – der Bigband „Route 65“.

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Auch wenn Urlaubszeit ist und es immer mal Ausfälle gibt, nehmen in der Regel mehr als 20 Instrumentalisten an den Übungsabenden teil.

Quelle: sig

Gelldorf (sig).  20 Männer und eine Frau haben sich im Kreis zusammengesetzt, um Melodien zu spielen, die an einen großen Bandleader erinnern. Er hat erst vor Kurzem die weltliche Bühne für immer verlassen: James Last. Diesen Mann haben etliche Schaumburger in der Blüte seines Schaffens aus nächster Nähe erlebt. Vor einigen Jahrzehnten gab er nämlich mit seiner damals 60 Mann starken Bigband ein Konzert im Bückeburger Rathaussaal.

 Es gibt einen besonderen Grund für diesen Auftritt. James Last, den Vertraute auch „Hansi“ nannten, war einst im noch sehr jugendlichen Alter in der früheren Heeresmusikschule ausgebildet worden. Und diese wollte er einmal wiedersehen – in Erinnerung an diese Zeit, die im April 1945 beim Einmarsch der Alliierten abrupt endete. Last konnte sich damals noch gerade rechtzeitig in seine Heimatstadt Bremen absetzen, und zwar mit einem Güterzug ab Minden.

 Das war auch ein Grund für die von Udo Schatz neu formierte Bigband, eine Reihe von James-Last-Stücken einzustudieren, für die der „Route“-Chef neue Arrangements geschrieben hat. „Zeitraubend war das schon“, sagt Schatz, denn Last hatte in seinem Ensemble unter anderem auch etliche Streicher und ohnehin eine andere instrumentale Zusammensetzung.

 Selbst wenn Oberstudienrat Schatz in der Berufsschule angehende Elektro- und Nachrichtentechniker unterrichtete, spielte die Musik immer eine große Rolle. „Technik und Musik passen einfach gut zusammen.“ Schatz leitete zahlreiche Klangkörper, unter anderem die Bigband des Bückeburger Gymnasiums Adolfinum und zuletzt die Bigband des TSV Krainhagen.

 Der Stellenwert der Musik war in der Familie Schatz immer groß. Ein Onkel gehörte dem letzten Kurorchester an, das in Bad Eilsen spielte. Das Lieblingsinstrument des Großneffen Udo ist das Saxofon, dem er gekonnt alle möglichen Rhythmen und Stimmungen entlockt.

 Ein Faible für die großen Bandleader wie Hugo Strasser, Max Greger, Bert Kaempfert, Glenn Miller und James Last hat der Bückeburger noch heute. Deshalb ist es wohl auch kein Zufall gewesen, dass er mit seinem neuen Ensemble gern die ehemalige Heeresmusikschule als Übungsort genutzt hätte. Das ließ sich nicht verwirklichen. Aber immerhin wäre der Name „Route 65“ wegen der auch dort angrenzenden Bundesstraße durchaus zutreffend geblieben.

 Die Mitglieder dieser Band kommen aus ganz Schaumburg – von Bad Nenndorf bis Rinteln. Auch die Altersspanne ist groß. Sie reicht von 13 bis 78 Jahre. Noch drei Musiker entstammen der einstigen Bigband-Formation des Adolfinums.

 Der Bigband-Sound ist weicher, fließender und swingender als der einer Blaskapelle. Aber Schatz will mit seinen Musikern beweisen, dass sich auch der bei deutschen Heeresmusikkorps beliebte Fliegermarsch des österreichischen Komponisten Hermann Dostal mit einer Bigband mitreißend präsentieren lässt.

 Und weil besonders die jüngeren Mitglieder seines Ensembles zudem noch Spaß am Rock und Pop haben, wird das künftige Repertoire auch dieses musikalische Genre nicht ausschließen. Dafür gibt es ja große Vorbilder – siehe James Last.

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