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Sonnenbrinkbad wollen alle erhalten

Förderverein beschließt neue Satzung Sonnenbrinkbad wollen alle erhalten

Einstimmig hat die Mitgliederversammlung des Fördervereins Sonnenbrinkbad die neue Satzung verabschiedet und den Weg zur Gemeinnützigkeit geebnet. Damit ändert sich einiges: Die Versammlungen sind künftig nicht mehr öffentlich. Schließen müssen werde das Freibad in Obernkirchen aber auch 2018 nicht.

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Sieht doch gut aus: Das Sonnenbrinkbad ist ein Schmuckstück. Und jeder möchte, dass dies so bleibt.

Quelle: archiv

Obernkirchen. Der Vorsitzende Oliver Schäfer ist zuversichtlich, dass der Verein diese am 1. Januar 2018 erlangen wird. Diskutiert wurde nur über einen Paragrafen, der Gäste und Presse bei den Versammlungen ausschließt, aber, so Schäfer, „grundsätzlich laden wir die Presse ein“.

 Der Reihe nach. Die bisherige Satzung wurde vom Finanzamt moniert, sie entspreche mit Blick auf die Gemeinnützigkeit nicht den Anforderungen, so Schäfer. Daher habe man eine Mustersatzung des Finanzamtes erhalten, und auch die jetzt vorliegende Fassung sei sehr eng mit dem Finanzamt abgestimmt. „Die Gemeinnützigkeit“, schickte Schäfer voraus, „würde uns die Arbeit wesentlich erleichtern, das haben wir in diesem Jahr gemerkt.“

Versammlungen sind nicht öffentlich

Der Zweck des Fördervereins ist unmissverständlich definiert: Der Betrieb des ehemals kommunalen Freibades, dazu den Sport und insbesondere das öffentliche Schwimmen fördern, und mit dem Verein auf Veranstaltungen präsentieren und werben. Mitglied Arne Boecker (er ist freier Mitarbeiter unserer Zeitung, Anm. d. Red.) störte sich an dem Paragrafen, der Gäste und Presse ausschließen sollte: „Wir verhandeln öffentliche Gelder, wir verhandeln öffentliche Dinge. Es gibt nichts, wofür wir uns verstecken müssen.“ Rund um das Bad gebe es viel „Geheimniskrämerei“, der Verein müsse daher stärker an die Öffentlichkeit. Das sah Schäfer anders: Die Versammlung sei nur für die Mitglieder, die Presse habe keinen Anspruch. Die Abstimmung über den Paragrafen fiel eindeutig aus: Vier Gegenstimmen, 45 für die Nichtöffentlichkeit.

 Schäfers Abriss über die Vorstandsarbeit der zurückliegenden sechs Monate konnte sich durchaus sehen lassen: Acht Vorstandssitzungen, eine neu aufgelegte Info-Broschüre zu Beginn der neuen Badesaison, ein Empfang für Badegäste mit Kaffee und Blumensträußen, ein sanierter Kiosk, ein neuer Pächter, dreimaliges Nachtschwimmen und das 24-Stunden-Schwimmen.

 Die anvisierte Sanierung des Damenduschbereiches soll verschoben werden, weil die Chance auf eine 50-prozentige Förderung bestehe, so Schäfer. Und das schaffe 2018 ganz andere Möglichkeiten. Gebe es keine Förderung, komme das „abgespeckte Programm“ zum Zuge.

Probleme mit der Heizung

Bei der Aussprache hatte Boecker vier Fragen und Schäfer stets die gleiche Antwort. Warum hat Freibad-Organisator Andreas Pröpper gekündigt? Warum ist seine Nachfolgerin dann doch nicht gekommen? Wer hat die Badeaufsicht im Bad – und wie wird diese wahrgenommen? Und was hat es mit dem Blockheizkraftwerk auf sich? Schäfer sah den Förderverein als nicht zuständig an: „Das wird alles von der Genossenschaft organisiert.“ Nächste Frage eines Mitgliedes: Warum habe man denn auf die Berichte in dieser Zeitung nicht reagiert? Schäfer: Die Äußerungen hätten nicht den Förderverein betroffen, „wir mussten nicht reagieren“. Man müsse, so Schäfer, Förderverein und Genossenschaft auseinanderhalten. „Wir haben keinen Anlass, uns zu anderen Themen zu äußern“, so Schäfer. „Das ist eine andere Firma.“

 Ganz einfangen ließen sich die Mitglieder dennoch nicht, anschließend gab es eine Mitteilung eines Mitgliedes: Es gebe Probleme mit der Heizung, die Wassertemperatur werde niedriger werden. Und: „Wer betreibt denn überhaupt das Bad?“ Er jedenfalls habe den Eindruck, die Genossenschaft „beschäftige Leute“ und bringe kein Ergebnis.

 Es war eine Einschätzung, die den Vorsitzenden der Genossenschaft sofort das Wort ergreifen ließ. Man könne, so Wolfgang Hein, „das Bad kaputtreden oder aktiv in die Zukunft schauen“. Personalangelegenheiten wie das Ausscheiden von Pröpper werde man nicht öffentlich besprechen, und wer etwas zum Blockheizkraftwerk wissen wolle, „kann nachfragen“. Zur Heizung im Blockheizkraftwerk äußerte Hein sich kurz: Man habe ein Reparatur-Angebot eingeholt, das sei zu teuer. Es wurde reduziert, und man werde das Blockheizkraftwerk reparieren. Boecker hakte nach: „Was passiert, wenn es ausfällt?“ Schäfer empfahl ihm ein persönliches Gespräch mit Hein.

Vorschläge erarbeiten

Anschließend wollte ein Mitglied wissen, ob es nun weitergeht mit dem Freibad – oder nicht? Schäfer drückte es so aus: Es würden Vorschläge erarbeitet, und er glaube nicht, dass im nächsten Jahr die Schließung des Bades anstehe.

 Auch Jörg Hake, Fraktionsvorsitzender der SPD, äußerte sich: „Es kann sein“, sagte er mit Blick auf die öffentliche Information, „dass die Politik hier Nachholbedarf hat.“ Aber viele Dinge rund um das Bad seien sehr komplex, die verstehe nicht jeder. Und diskutiere man sie öffentlich, „dann kocht die Gerüchteküche“.

 Das vorletzte Wort behielt Boecker: Dreieinhalb Jahre habe die Genossenschaft gegen das Genossenschaftsgesetz verstoßen, und „es gibt Menschen, die öffentlich diskutieren wollen“. Ein anderer Punkt war ihm ebenfalls wichtig: „Es gibt nicht einen, der das Bad schließen will.“ rnk

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