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Spontan verliebt in Obernkirchen

Kultur-Bar Mikrofon Spontan verliebt in Obernkirchen

In Obernkirchen ist nix los? „Von wegen“, sagt Guido Schmidt, der Betreiber des „Mikrofons“. Allein in diesem Jahr bietet die Kultur-Bar 70 Events an. Im September wird beispielsweise „Lüül“ in die Bergstadt kommen.

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Guido Schmidt

Quelle: pr

Obernkirchen. Es ist ein schöner Standort für eine Kneipe. Da, wo früher stündlich Züge fuhren, ist heute das „Mikrofon“ angesiedelt. Direkt neben den alten Schienen, Signalmasten und Pollern. Ein paar Schritte auf dem Bahnsteig, dann geht es links rein. Man fühlt sich, als könnte jeden Augenblick eine Dampflokomotive einfahren.

Im Innern setzt sich der Eindruck von Bahnfahr-Nostalgie nahtlos fort: Überall hängen Koffer, die einen groß, andere klein, die einen bunt, die anderen einfarbig. Dazu kommen Kennzeichen aus aller Herren Länder. Viele aus den USA, aber auch aus Südamerika sind einige dabei. Schilder zum Schauen und zum Staunen, zum Träumen und zum sehnsüchtig werden. Einfach mal raus aus dem Alltag und wenn es nur für einige Stunden ist. Das „Mikrofon“ als Zeit- und Raummaschine.

Überhaupt: die Einrichtung. Retro würde man heute wohl sagen. An Konzerttagen muss manches Möbelstück übrigens rausgeräumt werden. „Wir haben leider nur begrenzt Platz“, sagt Schmidt. Immerhin, einen Vorteil habe das, vor allem wenn Konzerte stattfinden. „Dann wird es hier richtig kuschelig.“ Mehr als 80, 90 Menschen passen einfach nicht in die ehemalige Schalterhalle.

Wobei es nicht nur die Atmosphäre ist, die das „Mikrofon“ immer mehr zu einem kulturellen Hotspot werden lässt. Kaum eröffnet fanden die ersten Veranstaltungen statt, mit Künstlern, Autoren und Musikern, Gerry Kitchen war da und Blues-Legende Greg Copeland, Günter Hoffmann, Cornelia Zoels sowie Saufziege & Fürst B. Alle paar Wochen gibt es dort ein größeres Event – eine hohe Schlagzahl.

„Es gibt hier ein Publikum, das sehr offen ist“

„Ich bin selbst Musiker und möchte deshalb anderen Künstlern eine Bühne bieten“, sagt Schmidt, der Frontmann der Gruppe „The Sound Doctors“. Und er betont, dass alle bisherigen Konzerte ausverkauft gewesen seien. Eine Festlegung auf einen bestimmten Stil will Schmidt indes vermeiden. „Ich möchte auch Jazz oder Klassik anbieten.“ Dass so etwas in Obernkirchen nicht geht, stimme nicht. „Es gibt hier ein Publikum, das sehr offen ist.“

Nach zwölf Monaten „Mikrofon“ zieht Schmidt jedenfalls ein positives Fazit. Sämtliche Veranstaltungen seien sehr gut besucht gewesen, die Gastronomie läuft rund. „Ich bin wirklich zufrieden mit dem ersten Jahr. Dass es so gut läuft, hätte ich nicht gedacht.“

Ein bisschen abgesichert ist der frühere Bremer durch einen Job im Vertrieb, weshalb die Bar auch nicht jeden Tag offen hat. „Es ist gut, dass man da noch was in der Hinterhand hat“, sagt Schmidt. Sein Herzblut stecke aber im „Mikrofon“, gibt er zu.

In die Bergstadt habe es ihn per Zufall verschlagen. Er sei durchgefahren und habe sich sofort in diese „Fachwerkstadt“ verliebt, so Schmidt. Und als er vom alten Bahnhof erfahren habe, sei ihm sofort klar gewesen: „Da muss man doch was mit machen.“

Offene Türen eingerannt

Beim Förderverein Eisenbahn Rinteln-Stadthagen rannte Schmidt offene Türen ein. „Die fanden die Idee richtig gut“, erinnert sich Schmidt. Heute öffnet das Café immer dann, wenn sonntags Fahrtage angeboten werden. Laut Schmidt eine „Win-win-Situation für alle Beteiligten“.

Und wie geht es weiter im „Mikrofon“? „Mit Vollgas“, verspricht Schmidt. „Wir haben uns im letzten Jahr erst einmal herangetastet – jetzt gehen wir in die Vollen“, verspricht er. Was das Angebot betrifft, will Schmidt noch vielseitiger werden und beispielsweise auch die Neuen Medien verstärkt einbinden. Das neue Format „Talk im Mikrofon“ (eine spannende Gesprächsrunde mit Menschen aus der Wirtschaft, der Politik, mit Künstlern oder Schauspielern) war jedenfalls schon als Live-Stream im Internet zu sehen. Das alles sei aber nur deshalb zu schaffen, „weil mir hier viele Menschen ehrenamtlich zur Hand gehen“, sagt Schmidt und fügt hinzu: „In Obernkirchen lässt sich viel machen.“ mig

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