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Spontane Entscheidung

Andere Wege gehen Spontane Entscheidung

Als die Geschichte geschrieben war und alle Bilder gemalt, da haben Renate Kasseck und Uschi Radtke ihr Manuskript an diverse Verlage geschickt: Hier, das ist unser Buch, möchten Sie das drucken? Die Antworten ließen nicht lange auf sich warten: Vielen Dank, hieß es stets in höflichen Worten, aber zurzeit passt das Buch nicht ins Verlagsprogramm.

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Uschi Radtke (links) und Renate Kasseck präsentieren das Produkt ihrer Zusammenarbeit, das überall im Buchhandel erhältlich ist.

Quelle: rnk

Obernkirchen. Und: viel Glück. Kasseck und Radtke erkannten: So hat das keinen Zweck, wir müssen andere Wege gehen. Und das taten sie dann auch. Aber vielleicht sollte die Geschichte über ein außergewöhnliches Kinderbuch besser chronologisch erzählt werden, schließlich ist die Entstehungsgeschichte recht ungewöhnlich.

Die beiden Frauen sind schon viele Jahre befreundet. Und Radtke hat bei einem Besuch bei Kasseck vier Bilder entdeckt, auf denen die Freundin die Jahreszeiten gemalt hatte. Kasseck ist als Malerin schon seit Jahrzehnten unterwegs. Ihr künstlerisches Handwerk hat sie unter anderem beim bekannten Schaumburger Künstler Friedrich Möller-Bornemann gelernt.

Warum schreibst du das nicht mal auf?

Diese vier Jahreszeiten-Bilder empfand Radtke als viel zu schön, um sie an eine Wand zu hängen, also entschied sie spontan: „Wir machen daraus ein Kinderbuch.“ Denn die ehemalige Lehrerin hatte schon immer gerne ihren eigenen und fremden Kindern vorgelesen. Und als sie einmal ihrer jüngsten Tochter abends eine Geschichte erzählte, da hatte sie einen Gedanken: Warum schreibst du das nicht mal auf?“

Aber wie es so häufig ist: Man schmiedet seine Pläne, und dann kommt etwas dazwischen, das sich Leben nennt. „Jetzt“, so befand Radtke, „ist der richtige Zeitpunkt.“ Wie sich schnell herausstellte, wollte auch Kasseck schon lange mal ein Kinderbuch illustrieren.

Also erfand Radtke eine passende Geschichte. Als Ausgangspunkt diente ein Lied über eine Mutter, die vier Kinder hatte. Die Geschichte geht so: Mutter Erde hat viel zu tun, daher hat sie die Verantwortung für die vier Jahreszeiten an Waldfeen delegiert, und Waldfee Kikki kümmert sich dabei um den Winter.

Eine abenteuerliche Reise durch die Jahreszeiten

Aber wie es eben so ist bei jungen Waldfeen: Kikki ist ein bisschen neugierig. Sie will daher unbedingt wissen, wie es in den anderen Jahreszeiten aussieht. Daher macht sie sich auf den Weg, um ihre Schwestern zu besuchen, und durchschreitet dabei die titelgebenden vier Tore, denn die Geschichte endet dort, wo sie beginnt, nämlich im Winter. Es ist eine abenteuerliche Reise durch die Jahreszeiten.

„Es sollte“, erläutert Radtke, „eine Geschichte werden, die sich vier- bis sechsjährige Kinder gerne vorlesen lassen und die Kinder, die gerade in der Schule mit dem Lesen begonnen haben, selbst gerne lesen würden.“ Die Jahreszeiten-Kapitel sind nicht allzu lang. Man kann als Kind erkennen: „Aha, zwei Seiten noch, da bleib ich dran.“

Natürlich blieb es nicht bei den vier Bildern. Kasseck hat jede einzelne Seite gemalt, in einer Aquarellmischform. Und es findet sich auf jeder Seite etwas, was mit den Jahreszeiten zu tun hat, viele hübsche Details, etwa ein Hase im Frühjahr, weil ja bald Ostern ist.

Aber, wie gesagt, vonseiten der Verlage gab es nur Absagen. Also haben die beiden Frauen eine große Präsentationsmappe erstellt, mit den Zeichnungen und dem Text. Dann sind sie einfach nach Leipzig gefahren: Dort war Buchmesse. Sie sind von Stand zu Stand gegangen und haben ihre Mappe präsentiert.

Bei zwei Verlagen passte es

Es gab durchaus Zuspruch und Interesse, aber auch Probleme: Einige Verlage hatten nicht die richtige Druckerei, um die Bilder so hochwertig wiederzugeben, wie Kasseck sich das vorstellte. Bei zwei Verlagen jedoch passte es: Es folgte eine Konferenz, es gab zwei Angebote und eine Entscheidung: Der Literareon-Verlag soll‘s machen, und der verspricht seinen Autoren viel: Gearbeitet werde nach hohen Qualitätsstandards.

Zumindest Kasseck war mit Blick auf ihre Bilder skeptisch: Ob das auch eingehalten wird, ob die Farbe wirklich so gut wird? Es wurde, wie beide feststellten. Und als sie ihr Buch in den Händen hielten, „unser Schätzchen“ wie sie sagen, da waren beide stolz und glücklich, erzählt Radtke.

Wie geht es nun weiter? Zum einen arbeiten die beiden Freundinnen bereits am nächsten Projekt, zum anderen werden die „Vier Tore“ vorgestellt: in Kindergärten etwa oder in Schulen, Radtke wird lesen. Über einen Beamer gibt es dazu die passenden Bilder.

Wer Interesse hat, kann am heutigen Sonnabend zum Basar im Sonnenhof kommen: Dort liest Radtke ab 15.30 Uhr. rnk

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