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Stadt empfängt 50 Ungarn im Rathaus

Pioniere aus der Puszta Stadt empfängt 50 Ungarn im Rathaus

 Sie sollen zu den ersten Amateurkickern aus dem Ostblock gehört haben, die eine Partnerschaft zu Hobbyfußballern im Westen suchten: Beim FC Lübbecke wurden sie damals fündig. Das war 1986 in der Endphase des Kalten Krieges. Nur drei Jahre später wurde aus der Sportlerfreundschaft zwischen dem 1200 Kilometer oder 18 Busstunden entfernten ungarischen Tiszakécske (13000 Einwohner) und dem ostwestfälischen Lübbecke eine noch heute quicklebendige Städtepartnerschaft.

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„Rechnen Sie damit, dass ich nächstes Jahr bei Ihnen auf der Matte stehen werde“: Nachdem sich der ungarische Bürgermeister János Tóth (rechts) ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hat, kündigt Horst Sassenberg einen Privatbesuch in Tiszakécske für 2016 an.

Quelle: tw

Obernkirchen/Tiszakécske (tw). Anlässlich des inzwischen bereits 29. Zusammentreffens waren am Donnerstag, 13. August, 50 Ungarn samt ihren Gastgebern aus Minden-Lübbecke auf Stippvisite in Obernkirchen.

 Die Bergstadt bereitete den Ankömmlingen aus der Puszta unter Regie von Horst Sassenberg im Rathaus einen großen Bahnhof: Der Ehrenamtliche hatte die blitzende Bürgermeisterkette umgehängt, den Saal mit Tischläufern, Wandgirlanden und Rosetten in den ungarischen Nationalfarben drapieren lassen. János Tóth trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein; der Bürgermeister von Tiszakécske, erst seit neun Monaten im Amt, war vor 30 Jahren einer derjenigen Fußballer, welche die Freundschaft zwischen der Kleinstadt in der Puszta und Lübbecke begründeten.

 „Damals – 1986 – weilte eine Jugendgruppe aus Ostwestfalen in einem Zeltlager an der Theiß, einem Nebenfluss der Donau“, erinnert Sassenberg. Der Bürgermeister: „Parallel dazu suchten ungarische Sportler über den deutschen Busfahrer Kontakte zu einem Sportclub im Westen – es wurde dann der FC Lübbecke.“ Die ersten Kontakte waren schwierig. „Wir mussten noch Visa beantragen, wenn wir uns sehen wollten“, erzählt der frühere FC-Vorsitzende und heutige Reiseleiter Ernst Ober-Entgelmeier. Das ist längst Geschichte. Inzwischen nimmt bereits die zweite Generation am Austausch teil. „Niemand muss ins Hotel: Alle Teilnehmer sind bei Privatleuten auf das Beste untergebracht“, freut sich Ober-Entgelmeier. Ja, mehr noch: In Lübbecke reiße man sich geradezu um „die Ungarn“.

 Darum weiß auch Eduard Hunker. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Schaumburg-Lippe war vor seinem Dienstantritt in Bückeburg 13 Jahre lang Chef des Pendants im Nachbarkreis. Vom FC-Vorsitzenden angesprochen, arrangierte Hunker für die Freunde aus Ungarn in Lübbecke einen Stadtwerke-Tag; der fand jetzt zum dritten Mal im Schaumburger Land und zum ersten Mal in Obernkirchen statt.

 Im Internet wirbt die Stadt im Ostwestfälischen inzwischen mit dem Slogan „Lübbecke – eine gute Entscheidung“. Eben das war auch die kurz nach der Wende geschlossene Partnerschaft. Sie hat inzwischen hüben wie drüben zwischen Deutschen und Ungarn sogar Ehen gestiftet. Hunker: „Die Herzlichkeit der Menschen aus Tiszakécske ist unbeschreiblich.“

 Im Obernkirchener Rathaus unternahm Sassenberg mit den Gästen aus Ungarn bei Kaffee und belegten Brötchen gestern einen Parforce-Ritt durch die Geschichte der Bergstadt und ihrer Sehenswürdigkeiten. Timea Heller dolmetschte. Danach besichtigten die Ungarn das Stift, die jüngeren Reiseteilnehmer kühlten sich im Sonnenbrinkbad ab; später wurde im Restaurant am Sonnenbrink gemeinsam zu Mittag gegessen. Am heutigen Freitag sind die Ungarn dann abermals Ehrengäste, wenn Lübbeckes Bürgermeister Eckhard Witte direkt neben der Stadthalle den „Tiszakécske-Platz“ einweiht. Am Montag endet die einwöchige Visite; dann geht’s wieder zurück nach Ungarn.

 Übrigens: János Tóth muss sich darauf einstellen, dass er schon bald Besuch aus der Bergstadt bekommt. „Ich möchte mit meiner Frau nächstes Jahr eine Reise nach Budapest unternehmen“, sagt Sassenberg an seinen Amtskollegen gewandt. Und weiter: „Tiszakécske liegt nur 130 Kilometer entfernt. Rechnen Sie also damit, dass ich bei Ihnen auf der Matte stehen werde.“

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