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Stadtbus: Gelldorf fühlt sich abgehängt

Ortsrat Stadtbus: Gelldorf fühlt sich abgehängt

Bei der jüngsten Sitzung des Ortsrates Gelldorf hat das Thema Stadtbus für einigen Ärger gesorgt. Etliche Ratsmitglieder machten aus ihrer Enttäuschung über den geplanten Streckenverlauf keinen Hehl. Sie fühlen sich „abgehängt“.

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Die geplante Streckenführung: Gelldorf wird nur am Rande, in der Kalten Weide, bedient.

Quelle: Repro: mig

Gelldorf. Zunächst aber war es an Stadtkämmerer Andreas Jasper, dem Rat das neue System vorzustellen. Was Gelldorf angeht: Diese Ortschaft werde lediglich „gestreift“ – und zwar im Bereich der Kalten Weide. In einer ursprünglichen Fassung sei Gelldorf berücksichtigt worden, dann aber habe der Konzessionsnehmer Schaumburger Verkehrsgesellschaft (SVG) der Stadt „einen Strich durch die Rechnung“ gemacht.

Relativ hoger Aufwand

Soll heißen: „Man hat uns gesagt, dass Gelldorf ausreichend versorgt sei mit zwei Linien.“ Im Ausschuss Bürger und Bildung sei eine Erweiterung angedacht worden, aber nicht mehr „in der aktuellen Planung“. Man würde dann neue Haltestellen abstecken müssen. Die Planung zum jetzigen Zeitpunkt zu ändern, bedeute zwar einen relativ hohen Aufwand, „wir werden es aber versuchen“.

Schwierig wäre nur, dass sich die Fahrtzeit dadurch deutlich erhöhen würde – von 35 auf etwa 50 Minuten. „Das ist ganz schön lang“, formulierte es Jasper. Ergo: „Wegen des Genehmigungsverfahrens würden wir es gerne erst mal bei der ursprünglichen Planung belassen, aber dann möglichst zügig Änderungen einbauen“, resümierte er.

Ortsratsmitglied Dirk Rodenbeck (Team Gelldorf) war das deutlich zu wenig. „Wenn man als normaler Bürger Zeitung liest und sieht, dass der Stadtbus überall fährt, nur durch Gelldorf nicht, dann fühlt man sich abgehängt.“ Es sei schwer nachzuvollziehen, dass Gelldorf „nicht drin ist“, so Rodenbeck. Und zum Thema „Fahrtzeit“: „Warum halbieren wir die Route nicht einfach? Dann hätten wir auch die Umlaufzeit halbiert.“

Kritik kam auch von Bürgermeister Andreas Hofmann (Team Gelldorf), der feststellte, dass durch ein „Abgehängtsein in der Diskussion“ das „gesamtstädtische Verständnis“ aufgeweicht werde: „Es muss das Bemühen geben, Gelldorf mit einzuschließen. Es geht nicht, dass man sagt, wir versuchen das jetzt erst einmal drei Jahre ohne Gelldorf.“ Sein Vorschlag: „Gelldorf mit einschließen, beispielsweise mit Fahrten den Gelldorfer Weg runter Richtung Feuerwehr oder mit einem Anrufbus nach Bedarf.“

Auch Gelldorf sollte angefahren werden

Etwas differenzierter sah das Kirsten Battaglia (SPD). Zwar sei auch ihr erster Gedanke gewesen: „Wo ist Gelldorf?“ Allerdings habe ihr die Erklärung, dass konzessionierte Linien nicht genutzt werden dürfen, durchaus eingeleuchtet. Sie finde die Idee Stadtbus „super“, gerade für die Versorgung älterer Menschen. Man solle jetzt erst mal sehen, wie das Projekt laufe. „Wenn es dann die Möglichkeit gibt, dass Gelldorf auch angefahren wird, dann sollte man das auch auf jedem Fall machen“, machte Battaglia deutlich.

Andreas Jasper erläuterte den Ratsmitgliedern dann noch einmal, dass man von Anfang an darauf gedrungen hätte, alle Ortschaften an das Stadtbus-System anzubinden: „Die SVG hat uns aber gesagt, dass Gelldorf im ersten Schritt nicht dabei sein soll, weil Klinikum und Kernstadt von Gelldorf aus gut mit den vorhandenen Linien erreicht werden könnten.“

Nichtsdestotrotz habe man sich dazu entschlossen, diese Frage ins Genehmigungsverfahren einzubeziehen, und die zuständigen Sachbearbeiter gebeten, erst einmal durchzurechnen, wie viel Mehrkosten dadurch entstehen würden.

Jasper geht davon aus, dass schon nach rund einem Jahr erste Änderungen (etwa an Haltestellen) vorgenommen werden könnten. Man habe in dieser ersten Phase versucht, die Planungen möglichst schlank zu halten.

Das letzte Wort in dieser Angelegenheit hatte dann Bürgermeister Hofman, der – für den Fall, dass Gelldorf nicht eingebunden werde – folgenden Wunsch hat: „Dass der Landkreis oder die SVG sagen, wir verpflichten uns darauf, damit man das Gefühl hat, mitgenommen zu werden.“ mig

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