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Obernkirchen Stadt Stadtplan speziell für Flüchtlinge
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Stadtplan speziell für Flüchtlinge
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00:19 07.12.2015
Bei einer Versammlung des Netzwerkes „Obernkirchen hilft“ präsentierte Thomas Stübke den speziell für Flüchtlinge entwickelten Straßenplan. Quelle: wk
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Obernkirchen

Konzipiert vom Geodatenmanagement der Regionaldirektion Hameln/Hannover des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN).

 Die Idee zu diesem speziellen Kartenwerk, das über für Flüchtlinge relevante Einrichtungen in der Bergstadt informiert, sei aus dem Netzwerk „Obernkirchen hilft“ gekommen, berichtet Thomas Stübke, Dezernent Geodatenmanagement mit Dienstsitz im Katasteramt Rinteln. Gemeinsam mit zwei Auszubildenden und einem Mitarbeiter dieser Behörde hat er daraufhin den Straßenplan entwickelt. Auch Hinweise zur Lage des DRK-Shops, zu Apotheken, Schulen, Kindergärten und Supermärkten sind enthalten.

 „Dabei haben wir vorwiegend mit Symbolen gearbeitet“, erklärt der Diplom-Ingenieur Vermessungswesen, der sich in seiner Freizeit als Mitglied der Grünen im Rat der Stadt Obernkirchen engagiert. Denn die Symbole könne man auch ohne Kenntnisse der deutschen Sprache verstehen. Um den Flüchtlingen die Benutzung der Karte jedoch noch mehr zu erleichtern, habe man auch eine Erläuterung der gewählten Symbole in einer der bei den hiesigen Flüchtlingen „vorherrschenden Sprache“ (Englisch, Französisch, Arabisch, Russisch und Albanisch) mit aufgeführt.

 „Wir haben uns dafür des Google Übersetzers bedient“, verrät Stübke. Trotz größten Bemühens, die Bedeutung der Symbole in den fünf für die Karte ausgewählten Fremdsprachen korrekt zu formulieren, könne man hinsichtlich der Übersetzungen „keine Belastbarkeit“ garantieren, betont er. Insbesondere bei der arabischen Sprache sei es nämlich schwer gewesen, die arabischsprachigen Übersetzungen in den Straßenplan zu übertragen.

 „Die für Flüchtlinge in Obernkirchen entwickelte Karte ist eine Leistung des Landes Niedersachsen“, betont Stübke. Denn dies trage die für die Entwicklung dieses neuen Kartentyps angefallenen Kosten. Im Übrigen arbeite das Land Niedersachen derzeit an einem Erlass, der es allen niedersächsischen Katasterämtern ermöglichen würde, solche Karten an sämtliche Stellen in Niedersachsen kostenlos abzugeben, die Aufgaben im Bereich der Flüchtlingshilfe erfüllen.

 Dass es hierfür auch in anderen Kommunen einen Bedarf gibt, macht Stübke allein schon daran fest, dass er wegen dieses Kartenwerkes bereits Anfragen aus Nörten-Hardenberg und Aurich erhalten hat, wo man von dem Obernkirchener Stadtplan für Flüchtlinge erfahren hatte. In jedem Fall sollten solche Karten auf „zweckmäßige Weise“ an die jeweiligen Behörden respektive Stellen verteilt werden, ergänzt der Dezernent Geodatenmanagement. Also „idealerweise in digitaler Form“, um dann aber vor Ort durch Ausdruck auf Papier für die Flüchtlinge vervielfältigt zu werden.

 Für das Netzwerk „Obernkirchen hilft“ hat er bereits rund zwanzig Exemplare dieses speziellen Stadtplanes im Format DIN A3 auf Papier ausdrucken lassen, damit die in der Bergstadt untergebrachten Flüchtlinge beziehungsweise Flüchtlingsfamilien kurzfristig damit versorgt werden können. wk

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