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Starke Gefühle, eigene Songs und große Träume

Obernkirchen / Musik Starke Gefühle, eigene Songs und große Träume

Einen E-Gitarristen, einen Bassmann und einen Schlagzeuger – mehr braucht es nicht, um zünftige Rock-, Pop- und Funk-Musik zu machen. Zahlreiche Bands haben es in dieser Besetzung bereits zu internationalem Erfolg gebracht. Und genau in solch einer Instrumentierung treten die drei Jungs von „Sacrifice Cargo“ an, sich ihren Platz innerhalb der Musikszene zu erobern.

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Handgemachter Rock-, Pop- und Funkmusik hat sich die Band „Sacrifice Cargo“ alias Emanuel Eßmann, Sören Harting und René Scheel verschrieben, die auch etliche eigene Songs in ihrem Repertoire haben. © wk

Obernkirchen (mw). Aber aller Anfang ist bekanntlich schwer. Von daher haben sich Emanuel Eßmann (Gitarre, Gesang), René Scheel (Bass, Gesang) und Sören Harting (Drums) realistische Ziele gesetzt: Erst mal gilt es, in ihrem heimischen Umfeld bekannt zu werden. Was das anbelangt, sind sie allerdings auf einem guten Weg: In Bückeburg geben sie gelegentlich Konzerte in der Bückeburger „Destille“ und standen auch schon bei der allmonatlichen Jam-Session im „Känguruh“ auf der Bühne.

Zudem spielen sie regelmäßig in der Stadthäger Kneipe „Markt 16“ und haben bereits an mehreren Bandcontests teilgenommen, wobei sie es in der Kreisstadt bei einem der „Local Heroes“-Wettbewerbe der „Alten Polizei“ sogar auf den zweiten Platz geschafft hatten.

Vor allem das Knüpfen von Kontakten sei wichtig, um eine ausreichende Anzahl an Gigs geben zu können, berichtet Kevin Standing, der sich – obwohl selbst langjähriger Musiker – ausschließlich um das Organisatorische von „Sacrifice Cargo“ kümmert. Als Trompeter passe er „leider“ nicht ins Bandkonzept, erklärt der 22 Jahre alte Elektriker aus Obernkirchen, betont aber, dass er sich mit seiner Funktion innerhalb der Vierer-Clique recht wohl fühlt.

Und die drei Bandmusiker wissen Standings Engagement durchaus zu schätzen, denn dadurch bleibt ihnen mehr Zeit, um sich auf ihre Proben und das Schreiben eigener Songs zu konzentrieren.

„Eigene Songs zu spielen macht einfach am meisten Spaß“, verrät Eßmann, der in diesem Punkt innerhalb der 2007 gegründeten Band federführend ist. Der Entstehungsprozess der – von Bands wie „Oasis“, „Coldplay“, „Nirvana“ und den „Red Hot Chilli Peppers“ beeinflussten – Eigenkompositionen ist dabei fast immer der gleiche.

Erst wird ein bisschen gemeinsam herumgejammt und ein passender Beat gesucht, bis sich nach und nach konkrete Melodielinien, Gitarrenriffs und Bassläufe herausbilden. Anschließend wird das Ganze strukturiert, indem etwa Verse und Refrains herausgearbeitet werden. Und dann kommt der Text dran: „Das sind meistens starke Emotionen, die beim Schreiben hochkommen und verarbeitet werden“, berichtet der 21-jährige Lehramts-Student.

Das Lied „Kannst Du“ beispielsweise handele von einer selbst erlebten unglücklichen Liebe und dem damit einhergehenden Durcheinander der Gefühle. In „Melody“ habe er dagegen die Einsamkeit verarbeitet, die man als junger Mensch mitunter empfindet, wenn man einen neuen, ungewissen Weg im Leben gehen muss. „Es gibt Songs, die habe ich in einer Nacht geschrieben. Und es gibt andere, da dauert es ein halbes Jahr, bis der Text steht“, ergänzt Eßmann. „Kannst Du“ war einer der ersten Kategorie.

Wie es weitergehen soll? „Wenn wir die Möglichkeit hätten, würden wir natürlich auch gerne professionell Musik machen“, verrät der gleichaltrige, angehende Fachabiturient Harting aus Röhrkasten. „Das ist schon ein großer Traum“, bestätigt Eßmann. Zumal es ja auch irgendwie toll sei, sich Mitschnitte der eigenen Konzerte anzuhören. „Wenn sich die Chance ergibt, würden wir sie ergreifen“, konkretisiert er, räumt aber ein, dass man als Band nicht nur überdurchschnittlich gut sein und die richtigen Songs, sondern letztlich auch das nötige Quäntchen Glück haben muss.

Um diesem erhofften Glück jedoch ein bisschen auf die Sprünge zu helfen, wollen „Sacrifice Cargo“ noch in diesem Jahr eine eigene CD in einem renommierten Tonstudio aufnehmen zu lassen. „Songs haben wir genug“, sagt Scheel selbstbewusst. Damit ließe sich auch ein ganzes Album füllen. Da die professionellen Tonaufnahmen aber eine Stange Geld kosten, habe man zunächst lediglich eine sogenannte „Extended Play“-CD ins Auge gefasst, die zwar nur eine kleine Auswahl an Liedern enthält, dafür allerdings kein allzu großes Loch ins Budget sprengt.

Ganz ohne eigenen Silberling geht es aber auch nicht: „Wenn wir bekannter werden wollen, müssen wir uns bei verschiedenen Stellen um einen Gig oder Sponsoring bewerben“, stellt der Lauenhäger Scheel (21, Chemikant) nüchtern fest. Und eine den Anfragen beigefügte professionelle CD könne die Qualität der eigenen Musik eben sehr viel besser ’rüberbringen als selbst gemachte Tonaufnahmen und Konzertmitschnitte.

• Wer „Sacrifice Cargo“ live erleben möchte, hat dazu am Freitag, 6. Mai, ab 20 Uhr die nächste Gelegenheit. An diesem Termin geben die drei Jungs nämlich wieder ein Konzert im „Markt 16“ in Stadthagen, bei dem sie übrigens in gewisser Weise instrumentales Neuland betreten werden. Denn statt neben dem klassischen Schlagzeug auf Stromgitarre, E-Bass und eine fette Verstärkeranlage zu setzen, hauen Eßmann und Scheel – zum ersten Mal bei einem öffentlichen Auftritt – „unplugged“ in die Saiten (sprich: sie spielen Akkustikgitarre und -bass).

Das Repertoire bleibt indes gleich: handgemachte Rock-, Pop- und Funkmusik – gecovert und aus eigener Feder. Bereits am nächsten Tag, also am Sonnabend, 7. Mai, rocken „Sacrifice Cargo“ dann ab 21 Uhr im Motorrad-Café „Günter’s Kurve“ in Kückenbruch ab. Auf dem Programm wird bei diesem Gig das bekannte Konzept stehen. Infos im Internet: www.sacrificecargo.de.

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