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Stelldichein der „Dickschiffe“

Obernkirchen Stelldichein der „Dickschiffe“

Mit den kleinen, mini-bereiften Motorrollern von früher haben die motorisierten Krafträder, die bei dem von der „Maxi-Scooter Gemeinschaft Schaumburg“ auf dem Gelände der Firma Mapra-Design ausgerichteten Großrollertreffen zu bestaunen sind, nur noch wenig gemeinsam.

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Andere Maschinen anschauen und fachsimpeln, das gehört beim Großroller-Treffen dazu. wk

Obernkirchen. Je nach Modell ausgestattet mit einer aerodynamischen Verkleidung, elektrisch höhenverstellbarem Windschild, reichlich Stauraum unter der Doppelsitzbank, Antiblockiersystem und kraftvollem Motor mit bis zu 850 Kubikzentimeter Hubraum sind es vielmehr regelrechte „Dickschiffe“, die eher mit einem vollverkleideten Tourenmotorrad der gehobenen Hubraumklasse zu vergleichen sind.

 „Das Fahrgefühl indes ist viel bequemer als mit einem Motorrad“, erklärt Horst Schröder, der mit anderen „Rollerrebellen“, so der Name ihres in Bremen gepflegten Großroller-Stammtisches, nach Obernkirchen gekommen ist. Dank Automatikgetriebe müsse man bei erforderlichen Gangwechseln nämlich nicht mehr manuell schalten. Und die entspannte Sitzposition trage ein Übriges dazu bei, dass man mit den mitunter etwas futuristisch aussehenden Maschinen „gemütlich über die Landstraßen gleiten und die Tour genießen kann“. Mit den PS-starken großen Motoren seien aber auch Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometer drin – etwa, wenn man eine schnelle Autobahnetappe absolvieren möchte.

 Keine Akzeptanz

 bei Motorradfahrern

 Aber einen Haken hat die Sache doch: Seitens der Rollerfahrer gebe es überhaupt keine Akzeptanzprobleme, für richtige Motorradfahrer seien die Großroller indes ein „No-Go“ (frei übersetzt: „Das geht gar nicht!“), verrät Detlef Biermann. Festzumachen sei dies beispielsweise daran, dass auf der Straße entgegenkommende Motorradfahrer oftmals den obligatorischen Biker-Gruß verweigern respektive ihre bereits leicht erhobene Hand schnell wieder an den Lenker zurückführen, wenn sie erkennen, dass sie doch „nur“ von einem Großrollerfahrer gegrüßt werden.

 Bei ihm kommt zudem noch ein gravierender Punkt hinzu: Er fährt eine „MP3“ von Piaggio. Also einen Großroller mit einem Hinterrad und zwei Vorderrädern, der für eingefleischte Motorradfahrer jedoch ein absolutes „Out“ sei. Was quasi um ein Vielfaches schlimmer als ein „No-Go“ ist. Biermann nimmt dies indes locker, zumal die Vorteile dieser speziellen Konstruktion für ihn überwiegen: „Der MP3 fährt sich im Prinzip genauso wie ein normaler Roller“, erläutert der 47-Jährige. Denn da beide Vorderräder bei Kurvenfahrten einkippen, seien auch Schräglagen in den Kurven möglich. Wobei das urige Gefährt bei Kurvenfahrten nicht so leicht wegrutschen könne und nach Ende der Fahrt sogar ohne den sonst üblichen Seiten- oder Mittelständer abgestellt werden kann. Außerdem dürfe man diesen Großrollertyp auch ohne Motorradführerschein fahren, wenn man einen vor dem 19. Januar 2013 erteilten Autoführerschein besitzt.

 Reichlich Stoff für „Benzingespräche“ bieten die Großroller also. Dies, die Freude an der Geselligkeit und eine kleine Anzahl an Ausstellern (ein BMW-Vertragshändler, ein Airbrush-Künstler, die Firma Mapra-Design und ein Stand der Björn Steiger Stiftung) nebst Bratwurst- und Getränkeverkauf ist in der Summe Anlass dafür, dass sich im Verlauf des Tages insgesamt mehrere Hundert Großrollerfahrer zu dem lockeren Treffen einfinden. Eine Resonanz, die den Nienstädter Dirk Röbke, Sprecher der rund 50 Mitglieder zählenden „Maxi-Scooter Gemeinschaft Schaumburg“, hoch zufrieden stimmt. Auch vor dem Hintergrund, dass der Erlös der Veranstaltung eben jener Björn-Steiger-Stiftung zugute kommen soll, die nach eigenen Angaben seit mehr als 40 Jahren viele Initiativen unterstützt und entwickelt, „die die Notfallhilfe in Deutschland kontinuierlich verbessern“. Dazu gehören unter anderem die bundesweit kostenfreie Notrufnummer 110/112, Notruftelefone, Sprechfunk im Krankenwagen, die zivile Luftrettung, die kostenlose Handyortung bei Notruf und der Baby-Notarztwagen. „Mit den Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte konnte die Zahl der Verkehrstoten von 20000 (1970) auf heute unter 4160 Menschen jährlich (2009) gesenkt werden“, heißt es auf der Stiftungs-Homepage.

 Der Reinerlös der Tombola in Höhe von 500 Euro wird voraussichtlich am 3. August beim nächsten Maxi-Scooter Stammtisch an die Björn-Steiger-Stiftung übergeben. wk/tw

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