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Steter Tropfen höhlt den Stein

Obernkirchen Steter Tropfen höhlt den Stein

Nicht immer erschließt sich dem Betrachter ein Kunstwerk auf den ersten Blick. So könnte es manch einem der Besucher des auf dem Kirchplatz über die Bühne gehenden Internationalen Bildhauer-Symposiums Obernkirchen (IOBS) gehen, die sich die zum Ende des Events fertig werdende Skulptur der Italienerin Antonella Tiozzo anschauen.

Kleines Geschenk als Geste des Willkommens: Um ihr eine Freude zu machen, überrascht der Wahl-Obernkirchener Antonio Corbisiero die Bildhauerin Antonella Tiozzo mit in seinem Garten angebauten Tomaten und Feigen.

Quelle: wk

Obernkirchen. Von außen betrachtet, dürfte es bloß eine zwei Meter hohe, „organisch“ geformte Stele aus Sandstein sein, die aus zwei Hälften zusammengesetzt sein wird. Und zwar aus einem langen Unterteil und einem stellenweise „knirsch“ auf diesem aufliegenden kurzen Oberteil. Was dieses Kunstwerk darstellen respektive was es für eine Geschichte erzählen soll, wird jedoch nur derjenige erkennen, der nah herangeht und durch eine der kleinen seitlichen Öffnungen hineinschaut. In dem dortigen Hohlraum werden nämlich von der Decke hängende Wassertropfen (oder sind es schon kleine Stalaktiten?) sowie – am Boden der kleinen Höhle – von heruntergefallenen Wassertropfen verursachte Wellenringe inmitten einer stilisierten Wasserfläche zu entdecken sein. Natur, Wasser, Stein, Zeit – ganz genau das ist das Thema. Oder genauer noch: Es ist zumindest „ein Teil der Geschichte“, die diese Skulptur erzählen wird, sagt Antonella Tiozzo.

Die Idee dahinter sei, ein Objekt zu schaffen, das mit dem Publikum in „Interaktion“ tritt, erklärt die in der Lagunenstadt Venedig geborene und inzwischen in der italienischen Stadt Genua lebende, 46 Jahre alte Bildhauerin. Denn der interessierte Betrachter muss eben aktiv werden, da außen an der Skulptur „nichts passiert“. Lässt man sich auf diesen Gedanken ein und die Phantasie laufen, ist – ohne das Tiozzo dies gesagt hat – trotz der Schlichtheit dieses Kunstwerkes nach dessen Fertigstellung seitens der IOBS-Besucher einiges vorstellbar.

So etwa, dass zwei oder mehr Kunstliebhaber zeitgleich von unterschiedlichen Seiten den Blick ins Innere der Stele wagen und sich dabei zumindest visuell näher kommen. Vielleicht ergeben sich auch Spielereien mit einfallendem Licht. Wer weiß? Und bestimmt wird auch der eine oder andere Interessierte ein Ohr an eine der Öffnungen legen, um zu prüfen, ob es irgendetwas Besonderes im Inneren zu hören gibt. Man darf also gespannt sein.

Für sie ist es übrigens das erste Mal, dass sie mit Sandstein arbeitet, verrät Tiozzo, die ihr Kunststudium an der „Academy of Fine Arts“ in Venedig 1990 erfolgreich mit dem „Diploma of Sculpture“ abgeschlossen hat und seit mittlerweile 25 Jahren als professionelle Künstlerin tätig ist. Wobei sie von dem ihr beim IOBS zur Verfügung gestellten Obernkirchener Sandstein recht angetan ist: „Dieses Material ist toll, weil es eine feine Textur hat und kompakt ist.“ Dadurch könne man den Sandstein sehr gut bearbeiten und ihm – bezogen auf die Skulptur – die Form geben. wk

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