Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Obernkirchen Stadt Stift als Wärmeproduzent?
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Stift als Wärmeproduzent?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 25.03.2018
Das Stift und die Gebäude rund um den Kirchplatz, wie sie das Modell im Museum zeigt. Experten wollten jetzt herausfinden, ob das Stift kommunale Einrichtungen mit Wärme versorgen kann. Quelle: rnk
Obernkirchen

Die Klimaschutzagentur begleitet eine Kommune auf dem Weg zum kommunalen Energiemanagement, sie ermittelt und analysiert die Verbrauchsdaten und entwickelt Konzepte. Die Frage für die Bergstadt lautete: Gibt es ein Konzept für Stift, Rote Schule, Museum und Bauamt? Kann das Stift beispielsweise zum Wärmeproduzenten werden – und dann die kommunalen Einrichtungen versorgen? Oder, Variante zwei, soll die Wärmeversorgung bleiben, wie sie ist?

Über das Projekt „Masterplan 100% Klimaschutz“ werden insgesamt 22 ausgesuchte Kommunen seit Mitte 2016 vom Umwelt-Bundesministerium gefördert. Das Landkreis-Bündnis – bestehend aus Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg – gehört dazu und nimmt damit eine Vorreiterrolle in Sachen CO2-Neutralität und Energiesparkurs ein. Gemeinsam verfolgen die drei Landkreise das Ziel, in der Region die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 Prozent und den Endenergie-Verbrauch um 50 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Und bei der energetischen Modernisierung stehen nicht mehr nur einzelne Gebäude im Blickpunkt, sondern ganze Quartiere: in der Bergstadt also Stift, Rote Schule, Museum und Bauamt.

Sieben Varianten

Maerten wirft gleich sieben Varianten auf die Leinwand im Sitzungssaal: Sie reichen von der dezentralen Wärmeversorgung über eine zentrale Versorgung des Stiftes mit drei Brennwert-Kesseln und eine dezentrale Wärmeversorgung von „Taubenschlag“ und Mietwohnungen“ bis hin zu einer Wärmeversorgung mit Pelletkesseln und die Frage, was Erdgas, Strom, Heizöl und Pellets überhaupt kosten.

Oder: Wo lassen sich Pumpenkessel durch Hocheffizienzkessel austauschen? Und was kostet und bringt das? „Denn“, so Maerten, „es sind schon sehr, sehr alte Kessel dabei.“ Je nach Variante werden Betriebs-, Bedarfs- und Kapitalkosten zusammengerechnet, und Variante eins, die dezentrale Wärmeversorgung, sieht am besten aus. Die Kosten liegen bei etwa 40.000 Euro pro Jahr, und Maerten fasst die Variante in wenigen Worten zusammen: „Alles bleibt, wie es ist.“

Auf Stein gebaut

Das hat Gründe. Das Stift etwa ist auf Stein gebaut, auf hartem Fels, und das sei nicht vergleichbar mit lehmigem Boden, wo man mit dem Bagger mal kurz Platz für neue Leitungen schaffen könne, erklärte Maerten.

Kurzfristige Folgen wird die Untersuchung nicht haben. Maßnahmen sind nicht angedacht, unter anderem, weil der Haushalt für 2018 bekanntlich schon verabschiedet ist. Aber, so Bürgermeister Oliver Schäfer, man habe künftig eine Handhabe, an der man sich orientieren könne. rnk