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Streit eskaliert

Jugendring will halbe Stelle Streit eskaliert

Im Zusammenhang mit der vom Jugendring Obernkirchen geforderten Weiterfinanzierung der noch unbesetzten halben Stelle eines Jugendpflegers durch die Stadt Obernkirchen ist es bei der Sitzung des Ausschusses für Bürgerangelegenheiten und Bildung zu einem Eklat gekommen.

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Wieviel Unterstützung braucht die Stadtjugendpflegerin im Bereich der Jugendarbeit? Das soll Susanne Veentjer (Zweite von links) den Ratsfraktionen mitteilen. Hier ist sie bei einer Ferienspaßaktion auf der Kegelbahn.

Quelle: wk

Obernkirchen. Stein des Anstoßes waren Aussagen von Florian Burger-Freund bei der Jahresversammlung des von ihm geleiteten Vereins (wir berichteten). Der ehrenamtliche Geschäftsführer des Jugendrings hatte unter anderem gesagt, dass der Verein die Jugendarbeit nicht mehr in der bisherigen Form fortführen könne, sollte die Stadt die halbe Stelle nicht in gewohnter Höhe weiter finanzieren. Kostengünstigere Honorarkräfte einzusetzen, wie es sich die Verwaltung vorstelle, sei keine Lösung, da dies keine pädagogische Fachkraft ersetzen könne.

In der Konsequenz hatte Burger-Freund angekündigt, sein Ehrenamt als Geschäftsführer des Jugendrings niederzulegen, sollte die Stadtverwaltung das Budget für die halbe Stelle tatsächlich kürzen. Burger-Freund: „Für Flüchtlinge werden Gelder bereitgestellt, aber bei unseren Kindern und Jugendlichen Einsparungen vorgenommen.“

Bei der Sitzung des Ausschusses für Bürgerangelegenheiten und Bildung trug Burger-Freund erneut seine Sicht der Dinge vor, verzichtete aber diesesmal auf Vergleiche mit Flüchtlingen. Für Bürgermeister Oliver Schäfer war das Maß aber auch so voll genug: „Soll das eine Erpressung an dieser Stelle sein?“, ging er den Geschäftsführer des Jugendrings an. In den vergangenen Jahren habe der Verein bei der Stadt pro Jahr zwischen 18000 und 19000 Euro an „Sachmitteln“ angefordert, die stets zur Verfügung gestellt worden seien. Nie habe die Verwaltung Gelder zurückgefordert. Auch sei seitens der Stadt nie die Rede davon gewesen, die zur Diskussion stehende halbe Jugendpfleger-Stelle mit Honorarkräften zu kompensieren. Vielmehr habe man Susanne Veentjer, die bislang beim Jugendring als Jugendpflegerin beschäftig war und seit August als Stadtjugendpflegerin tätig ist, bei deren Einstellung eine dauerhafte Unterstützung zugesagt – „und zwar nicht durch wöchentlich wechselnde Personen“. Fakt ist laut Schäfer aber auch: „Das Geld für eine drittel hauptamtliche Stelle ist bei der Stadt da, nur darüber nicht.“

Einer Beschlussvorlage der Verwaltung war zu entnehmen, dass die halbe Stelle beim Jugendring von der Stadt bis zum 31. Juli 2015 mit rund 26000 Euro jährlich gefördert wurde. Um eine Einsparung im Rahmen der Haushaltskonsolidierung zu erzielen werde jedoch vorgeschlagen, ab 2016 nur noch eine monatliche Bezuschussung von 1000 Euro zu gewähren.

Dabei werde seitens der Verwaltung „befürwortet, die Kooperation mit dem Jugendring fortzuführen und damit eine dauerhafte Unterstützung der städtischen Jugendarbeit mit ergänzenden Kräften zu ermöglichen“. Zu dem Aufgabenspektrum, das nach Meinung der Stadt vom Jugendring unterstützt werden sollte, gehören unter anderem die Sommer-Ferienspaßaktionen, Jugendaustausche mit den Partnerstädten in Frankreich und Litauen sowie die Abwicklung der Verteilung von Zuschüssen, Fahrten und Lager der Vereine.

 Kirsten Battaglia, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, griff Burger-Freunds Vergleich mit Geld für Flüchtlinge auf: Dieser Satz sei ihr „doch ein bisschen quer“ runtergegangen. Auch könnte man gut darüber diskutieren, in welcher Art und Weise der Jugendring seine Forderungen gelten mache. Und im übrigen könne sie sich nicht daran erinnern, dass seitens der Stadt respektive der politischen Gremien jemals Entscheidungen getroffen worden seien, die nicht zu Gunsten des Jugendrings ausfielen.

Was die Bezuschussung der halben Stelle betrifft, schlug Battaglia vor, ein Gespräch mit Veentjer zu führen, um von dieser noch weitere Informationen zu den Aufgaben eines Jugendpflegers beim Jugendring zu erhalten. Ferner sollte die Angelegenheit danach zur Beratung in die einzelnen Fraktionen verwiesen werden.

Verständnis für den Jugendring-Vorsitzenden äußerte indes Wilhelm Mevert: Er könne Burger-Freund gut verstehen, denn als Geschäftsführer des Jugendrings müsse dieser solche Positionen vertreten, sagte der SPD-Ratsherr. Die Stadt aber müsse den Haushalt konsolidieren. Dabei solle die Jugendarbeit zwar nicht leiden, man müsse aber auch sehen, wie man „über die Runden kommt“. Darum gelte es, „keinen Schnellschuss“ zu machen, sondern sorgfältig zu überlegen.

„Das Tischtuch ist noch nicht zerschnitten“, resümierte die Ausschussvorsitzende Beate Krantz (CDU). „Wir sind noch nicht am Ende.“ Veentjer solle mitteilen, welche personelle Unterstützung sie benötigt, und der Jugendring, was er übers Jahr hinweg alles leistet. Eine Absage erteilte sie der von Burger-Freund hervorgehobenen pädagogischen Fachkompetenz, die im Bereich der Jugendarbeit zwingend erforderlich sei. In Obernkirchen gebe es „42 Vereine, in denen hervorragende Jugendarbeit gemacht wird“, sagte Krantz. „Und ich glaube nicht, dass das alles ausgebildete Pädagogen sind.“

Christina Louise Steinmann (Grüne)regte eine gemeinsame Sitzung aller Ratsfraktionen an, um mehr über die Aufgaben des Jugendring und der Stadtjugendpflegerin zu erhalten. Und so wurde es schließlich einstimmig beschlossen. wk

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