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Streit um Listenplatz: CDU-Kandidaten treten nicht an

Krainhagen / Kommunalwahl Streit um Listenplatz: CDU-Kandidaten treten nicht an

Die Veröffentlichung der Wahllisten dürfte für viele Krainhäger eine Überraschung gewesen sein: Karin Warnecke und Winfried Förstel, die beide 15 Jahre lang Mitglied des Ortsrates gewesen sind, stellen sich nicht erneut für die CDU zur Wahl. Diese Entscheidung haben beide kurzfristig und auch für die CDU unerwartet getroffen. Noch im Juni hat deren Stadtverband sie als Kandidaten für den Ortsrat auf seinem Wahlvorschlag geführt.

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Quelle: dpa

Krainhagen (jaj). Karin Warnecke, die von 2001 bis 2006 auch Mitglied des Stadtrats und in den vergangenen Jahren Fraktionsvorsitzende der CDU im Ortsrat gewesen ist, wollte sich zu den Gründen für den Rückzug ihrer Kandidatur nicht näher äußern. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte sie lediglich, dass sie die Konsequenzen aus mehreren Vorkommnissen gezogen habe, die sich innerhalb des Stadtverbandes und der Fraktion ereignet haben.

Winfried Förstel wird da deutlicher. Er fühlt sich übergangen. Die Krainhäger CDU-Ortsratsfraktion habe vor der Sitzung des Stadtverbandes mit drei Bewerbern besprochen, wie die Listenplätze verteilt werden sollen. Er selbst habe als parteiloses Mitglied nach diesem Gespräch auf Platz drei gestanden. An der Sitzung des Stadtverbands, in der über die Wahlvorschläge abgestimmt wurde, habe er dann genauso wie Karin Warnecke nicht teilnehmen können. „Aus der Zeitung musste ich schließlich erfahren, dass es einen weiteren Bewerber gibt und dass ich deshalb auf Listenplatz vier gerutscht bin“, ärgert er sich.

Der 72-Jährige hätte eigentlich gerne noch eine Wahlperiode im Ortsrat mitgewirkt, „aber unter diesen Umständen nicht mehr“. Es gehe ihm dabei überhaupt nicht um den Listenplatz. Er findet lediglich die Art und Weise nicht in Ordnung, mit der über die Listenplätze entschieden wurde. „Man hätte mich wenigstens telefonisch informieren können, bevor ich das aus der Presse erfahren muss“, sagt er.

Außerdem kann Förstel nicht verstehen, dass die Entscheidung über die Vergabe der Listenplätze letztendlich durch den Stadtverband getroffen wurde. „Wenn es um den Ortsrat Krainhagen geht, sollte die Entscheidung auch von Krainhägern getroffen werden.“ Dem stimmt auch Martin Schulze-Elvert, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat und stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender, zu. „Und deshalb ist es auch genauso gemacht worden.“, sagt er. Auf der Stadtverbandssitzung habe es einzelne Abstimmungen für alle Ortsteile gegeben. „Und dort waren auch nur die Mitglieder aus Krainhagen stimmberechtigt“, erzählt er. Eine anwesende Krainhägerin, die selbst nicht auf der Liste stand, habe dann vorgeschlagen, Hans-Willi Lutz einen Platz nach vorne zu setzen. Von den anwesenden Krainhägern wurde dieser Vorschlag einstimmig angenommen.

„Wir haben bis zur allerletzten Minute versucht, die beiden umzustimmen“, so Schulze-Elvert weiter. In einer außerordentlichen Sitzung hätte die Liste noch einmal geändert werden können. „Aber sie wollten nicht.“
Mit Wolfgang Schmidt und Hans-Willi Lutz kandidieren für die CDU jetzt nur noch zwei Bewerber für den von neun auf sieben Sitze verkleinerten Ortsrat. Ihnen gegenüber stehen sieben Kandidaten der SPD.

„Das ist schade und ein Verlust für die Politik in Krainhagen“, bewertet Schulze-Elvert die Nicht-Kandidatur von Warnecke und Förstel. Zwar habe die SPD in Krainhagen schon immer die absolute Mehrheit gehabt, aber Politik lebe nun einmal von unterschiedlichen Meinungen. „Jetzt können wir nur hoffen, dass verbliebenen zwei Kandidaten auch wirklich in den Ortsrat gewählt werden.“

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