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Obernkirchen Stadt Stromausfall in Obernkirchen und Umgebung
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00:18 11.06.2018
Entstörungstrupps suchen die Ursache für den Stromausfall. Quelle: leo
Obernkirchen

Ein Kurzschluss – und schon geht nichts mehr. Ein Fehler an einer 30.000-Volt-Leitung hat am Freitagmittag kurz nach 12 Uhr für einen großen Stromausfall in Obernkirchen gesorgt. Das gesamte Stadtgebiet sei betroffen gewesen, sagte Edgar Schroeren von Westfalen Weser Netz. In der Folge kam es gegen 13.41 Uhr in und um Meinsen-Warber zu einem weiteren größeren Blackout.
Entstörungstrupps begannen sofort mit der Fehlersuche. „Die Mitarbeiter haben vor Ort die Leitung eingemessen und die Fehler schließlich in beiden Fällen lokalisiert“, sagte Sprecherin Angelika Schomberg auf Anfrage der SN.

In Obernkirchen bekamen mehrere Supermärkte Probleme. Der Rewe-Markt, Aldi und Rossmann mussten vorübergehend die Türen schließen. „Das Licht hat plötzlich geflackert – und dann wurde es dunkel“, erzählt Marius Förstel, Filialleiter bei Aldi in Obernkirchen. „Wir mussten leider für anderthalb Stunden schließen, haben die Kunden aus dem Markt geschickt. Die Kassen und auch die Tiefkühltruhen fielen aus – nichts ging mehr“, so Förstel. Zum Glück habe der Stromausfall nicht länger gedauert, meint er. „Dann wären die gefrosteten Waren abgetaut.“

wird an der Trafostation an der Riehestraße in Meinsen (kleines Bild) die genaue Stelle ermittelt, wo der Kurzschluss aufgetreten ist.

Um 13.18 Uhr hätten alle Häuser in Obernkirchen wieder Strom gehabt, erklärt die Netzleitstelle von Westfalen Weser Netz in Bad Oeynhausen. „Wir haben den Strom über einen anderen Weg – eine Ringleitung – zu den Häusern geleitet“, erklärt Schomberg. An einem Erdkabel im Bereich der Kantstraße sei es zu einen Kurzschluss gekommen, hieß es. Der Grund dafür steht noch nicht fest. Erst in der nächsten Woche werde man mit einem Bagger die Leitung freilegen können, erklärt die Sprecherin. „Dann wissen wir mehr“.

Erst vor wenigen Tagen wurden zwei Mittelspannungsnetze in Obernkirchen miteinander verknüpft. „Mit der Zusammenlegung hat der Stromausfall jedoch nichts zu tun“, betont Schroeren.
In Meinsen musste noch am späten Nachmittag das Tiefbauunternehmen Wilkening aus Rinteln mit einem Bagger anrücken. Auch dort gab es einen Kurzschluss an einem Erdkabel in der Nähe der Trafostation an der Riehestraße. Von dem Stromausfall seien außer Meinsen und Warber auch Echtorf betroffen gewesen, sagte Schomberg.

Arbeiter legen die defekte Leitung frei.

In Rusbend und Hevesen fiel ebenfalls der Strom für rund 30 Minuten aus. Lediglich zwei Bauernhöfe in Meinsen konnten bis Redaktionsschluss nicht mit Strom aus dem Netz versorgt werden. Der Energieversorger stellte ein mobiles Notstromaggregat auf. Der große Diesel versorgt die beiden Höfe an der Riehestraße mit elektrischer Energie, da dort auch Milchkühe gehalten werden, hieß es von einem Techniker. „Das Aggregat wird die ganze Nacht laufen“, erklärt der Experte.

Am späten Nachmittag traf in Meinsen ein spezieller Messwagen aus Paderborn ein. Mit dem Spezialfahrzeug wurde die genaue Stelle ermittelt, wo der Kurzschluss aufgetreten ist. „So wissen wir, wo genau wir baggern müssen“, erklärt ein Arbeiter. Am Abend wurde die Fehlerquelle an der Meinser Straße gefunden. Arbeiter legten mit einem Bagger das defekte Kabel frei. Erst heute werden Techniker die Stromleitung reparieren können. leo