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Suche nach Täter geht weiter

Überfall auf 80-Jährige vorerst ungeklärt Suche nach Täter geht weiter

Einen Mindener (27) hat die Staatsanwaltschaft Bückeburg beschuldigt, vergangenes Jahr einen Raubüberfall auf eine 80-Jährige Obernkirchenerin begangen zu haben. Doch die 1. Große Strafkammer hatte Zweifel - und sprach den Mann jetzt frei.

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Quelle: vr

OBERNKIRCHEN/BÜCKEBURG. Der Raubüberfall auf eine 80 Jahre alte Frau in Obernkirchen bleibt zunächst ungeklärt. Ein Jahr nach der Tat hat die 1. Große Strafkammer am Bückeburger Landgericht jetzt einen Mindener (27) freigesprochen, dem die Staatsanwaltschaft schweren Raub und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt hatte.

„Die Kammer ist nicht davon überzeugt, dass der Angeklagte die Geschädigte überfallen, mit einem Brecheisen verletzt und beraubt hat“, erklärte der Vorsitzende Richter Norbert Kütemeyer. Der angeklagte Mindener hat früher in Obernkirchen gelebt und im selben Haus gewohnt. Zur Tatzeit war er bereits ausgezogen und will neben seiner Lebensgefährtin in Minden geschlafen haben.

Im Gegensatz zu den Richtern hat Staatsanwältin Karin Dubben keinen Zweifel, dass der 27-Jährige den Raubüberfall begangen hat. Sie forderte daher sieben Jahre Haft, während Verteidiger Dimitrios Kotios auf Freispruch plädierte. Dubben sieht das stärkste Indiz darin, dass der Täter die alte Dame abgetastet hatte. „Der Angeklagte wusste, dass sie eine Manschette mit Bargeld am Körper trug“, so die Staatsanwältin. Gegen das Urteil kann die Anklagebehörde noch Revision einlegen.

An Heiligabend 2015 war ein Unbekannter gegen 5.30 Uhr in die Obernkirchener Wohnung der Seniorin eingedrungen. Er drückte die 80-Jährige mit einem Brecheisen aufs Bett, fügte ihr Quetschungen und Hämatome zu. Später fesselte der Einbrecher die Seniorin mit Klebeband und raubte sie aus. Die Beute: rund 1400 Euro in bar, außerdem der Personalausweis der alten Dame, deren EC-Karte und ein Schlüsselbund.

An einem Stück Klebeband, das offenbar von der Fesselung stammte und auf der Matratze im Schlafzimmer lag, fanden sich DNA-Spuren des Mindeners. Dies muss jedoch nichts heißen. „Der Angeklagte ging dort ein und aus, hatte den Schlüssel und lieh sich sogar Werkzeug“, erklärt Richter Kütemeyer. Die Spuren könnten also auch lange vor der Tat aufs Klebeband gelangt sein. Für die Kammer ist dies „eine durchaus reale Möglichkeit“. Außerdem soll der Täter die ganze Zeit Handschuhe getragen haben.

Motiv Geldmangel? Dass der Angeklagte Geldprobleme hatte, „hat die Hauptverhandlung nicht ergeben“, so der Richter. „Er fuhr einen Mercedes.“ Der Mindener sei weder auf frischer Tat ertappt noch in der Nähe des Tatortes gesehen worden. Das Opfer hat ihn weder äußerlich als Täter identifiziert noch an der Stimme erkannt. Die Beute oder Teile davon sind nicht bei ihm gefunden worden.

Überdies hat die Auswertung seines Handys nicht ergeben, dass sich der 27-Jährige zur Tatzeit in Obernkirchen aufgehalten hat. Hinzu kommt: Nach der Tat hatte das Opfer gegenüber der Polizei von einem etwa 1,85 Meter großen Täter gesprochen. Der Angeklagte misst jedoch nur 1,72 Meter. In der mündlichen Urteilsbegründung hieß es, dass die Aussage der alten Dame „an vielen Stellen Erinnerungslücken“ aufgewiesen habe.

ly

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