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Obernkirchen Stadt Sulfat im Schlamm
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Sulfat im Schlamm
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00:17 01.02.2016
Das Regenrückhaltebecken in der Kalten Weide weist zwei Bereiche auf: Vorne auf dem Bild ist der als „Löschwasserteich“ fungierende Teil zu sehen, hinter der aus dem Wasser ragenden Gabionenreihe das „besonders geschützte Biotop“. Quelle: wk
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Grund dafür ist in dem Aushub enthaltenes Sulfat, deretwegen es nicht erlaubt ist, den entnommenen Schlamm einfach auf einem Acker auszubringen, so der Bauamtsmitarbeiter Rolf Wischhöfer. Stattdessen ist zunächst eine Aufbereitung des Materials durch einen Fachbetrieb erforderlich, was zu entsprechenden Mehrkosten führt. Alternativ könnte man den sulfathaltigen Schlamm auch auf eine Deponie verfrachten respektive auf gleichermaßen mit Sulfat belasteten Böden ausbringen, was die Stadt indes beides noch teurer käme.

 Ursprünglich habe man hinsichtlich der Entschlammung des Regenrückhaltebeckens mit Kosten von insgesamt rund 60.000 Euro gerechtet, berichtet Wischhöfer. Tatsächlich würden sich die Gesamtkosten nun auf mindestens 100.000 Euro belaufen. Unterm Strich sind das also mindestens 40.000 Euro zusätzlich, die im Etat der Stadt zu Buche schlagen.

 Für die Verwaltung kommt dies insofern überraschend, als vor den in den beiden Wintern 2014 und 2015 erfolgten Arbeiten eine gesetzlich vorgeschriebene Bodenanalyse durchgeführt wurde. Bei der bereits im Sommer 2013 vorgenommenen Untersuchung wurden seitens des beauftragten externen Labors jedoch keine Auffälligkeiten festgestellt, die die Notwendigkeit einer besonderen Behandlung des Aushubes erwarten ließen. Erst im Verlauf der Erdarbeiten selbst, in diesem Winterhalbjahr, ergab eine neuerliche Beprobung des ausgehobenen Sediments dessen Belastung mit Sulfat.

 Woher der „hohe Anteil“ an Sulfat (laut Labor mindestens 200 Milligramm pro Liter) kommt? „Darüber kann man nur spekulieren“, sagt Wischhöfer. Wahrscheinlich sei, dass dieser auf in das Gewässer eingespültes Streusalz zurückzuführen ist. Denn zum einen sei die Sulfatbelastung nur bei der Winterbeprobung festgestellt worden, zum anderen liege das Regenrückhaltebecken in direkter Nähe beziehungsweise unterhalb zweier Straßen, in denen bei Eis und Schnee auch Salz gestreut wird. Dabei könne man dort im Übrigen nicht mal ansatzweise irgendwen haftbar machen.

 Wichtig ist ihm in diesem Kontext, zu betonen, dass es sich bei dem besagten Sulfat nicht um einen Giftstoff handelt. Folglich handelt es sich bei dem damit belasteten Sediment auch nicht um Sonder- oder Giftmüll.

 Stellt sich die Frage, warum die Stadt das Regenrückhaltebecken denn nicht im Sommer ausbaggern ließ, wenn der Sulfatgehalt des Schlammes offenbar unter der Relevanzgrenze liegt? Dazu erklärt Wischhöfer, dass es sich bei dem Regenrückhaltebecken um einen als „besonders geschütztes Biotop“ eingestuften Tümpel handelt, an den ein als Löschwasserteich fungierender Bereich angeschlossen ist. Letzteren dürfte man zwar durchaus im Sommerhalbjahr entschlammen, nicht jedoch den kleinen Naturteich-Teil, bei dem solche Maßnahmen wegen des Schutzstatus lediglich in der Zeit von Anfang Oktober bis Ende Februar erlaubt seien.

 Apropos Mehrkosten: Wie bereits erwähnt, ist die Sulfatbelastung nur ein Grund für die um mindestens 40.000 Euro höhere Gesamtrechnung. Ursächlich dafür ist, so Wischhöfer, auch die erst im Zuge der Entschlammung beschlossene teilweise Erhöhung eines schon zuvor vorhandenen Trennwalls zwischen Tümpel und Löschwasserteich mittels aufgesetzter Gabionen. Eine Maßnahme, durch die künftig weniger – nach Regenfällen im Wasser mitgeführte – Sedimente von dem Naturteich-Bereich in den Löschwasserteich gelangen sollen.

 Schließlich hat nach Auskunft des Bauamtsmitarbeiters auch ein schwerer Starkregen zur Kostensteigerung beigetragen. Und zwar indem oberhalb des Regenrückhaltebeckens zum Trocknen gelagerter Aushub in hohem Maße von dem Niederschlagwasser durchnässt sowie damals noch auszubaggernder Schlamm im Rückhaltebecken mit Wasser verdünnt wurde. Beides hatte zur Folge, dass die Menge des mit Lastkraftwagen abzutransportierenden Materials aufgrund des höheren Wassergehaltes mehr Volumen (insgesamt 250 Kubikmeter) hatte. Ergo waren mehr Fahrten erforderlich und mehr Material aufzubereiten, was ebenfalls Mehrkosten verursachte. wk

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