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Tief, tiefer, am tiefsten

Obernkirchen / Schütte-Chor Tief, tiefer, am tiefsten

Der Schütte Chor gilt als eines der besten Ensembles im Umkreis. Zurecht, wie sich beim alljährlichen Konzert zum Advent in der Stiftskirche gezeigt hat. Unter der Leitung von Jürgen Schütte glänzte die Formation mit einem breit angelegten und nuanciert vorgetragenen Programm.

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Ein abwechslungsreiches Konzert auf hohem Niveau mit einem bestens aufgelegten Schütte Chor hören 120 Besucher in der Stiftskirche.

Quelle: mig

Obernkirchen. Der Schütte Chor hat eine lange Geschichte. 1975 ist er von ehemaligen Schaumburger Märchensängern gegründet worden, über das Fernsehen und durch Auftritte mit Ivan Rebroff erlangte das Ensemble einen hohen Bekanntheitsgrad. Das ist zwar schon länger her, von seinem hohen Niveau hat der Chor indes bis heute nichts verloren. Erstaunlich vor allem, über wieviele gute Stimmen Leiter Jürgen Schütte in allen Lagen verfügen kann. Ob Tenor, Bass, Alt oder Sopran – alle Bereiche sind gut besetzt, vor allem im Bass tummeln sich wirklich fulminate Stimmen.

 Das zeigte auch beim Konzert zum Advent in der Stiftskirche mit rund 120 Zuhörern. Schon das dynamische „Tollite hostias“ (aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saes, 1835-1921) gefiel – es war fein differenziert und hatte den nötigen Drive.

 Absolut sicher zeigte sich der Chor auch bei den folgenden Liedern, dem inbrünstig vorgetragenen „Lobe den Herrn, meine Seele“ (Carl Martin Reinthaler, 1822-1896) und dem getragenen „Gebet“ von Max Bruch (1838-1920). Beim „Vaterunser“ (Otce nas) von Nikolaj Kedroff (1871-1940) spielte wieder der Bass seine besonderen Stärken aus. Tief, tiefer, am tiefsten, lautete das Motto. Fast wie russischer Kirchengesang, kantabil und klangschön, mit viel Timbre in der Kehle.

 Richtig schwungvoll kam der nächste Programmteil daher: afrikanische Spirituals, die unter anderem Elias Kivulenge verfasst hat, ein Komponist aus Tansania, zu dessen Chor die Sänger enge Kontakte unterhalten. Diese Spirituals singe der Schütte Chor als „zurzeit einziger Chor nördlich des Äquators“, teilte Leiter Jürgen Schütte den Zuhörern mit. „Ni maisha gani“ und „Ni nani shujaa“ - so die Titel der beiden Lieder- sorgten im Chor für Swing und im Publikum für gute Laune. Erstaunlich war wieder einmal, wie wandlungsfähig das Ensemble ist und wie es ihm gelingt auch fremdes Repertoire mit dem nötigen Textverständnis vorzutragen. Man habe sich bei einem Besuch im Jahr 2008 viel von den Afrikanern abgeschaut, verriet Schütte dem Publikum. Mit „Freedom is coming“, einem dritten Spiritual, ehrte der Chor den vor einigen Tagen verstorbenen Nelson Mandela.

 Einen schönen Kontrast bildete ein kurzer Abstecher nach Ungarn in Gestalt des harmonischen „Abendlieds (Esti dal)“, mit einem aufs Äußerste zurückgenommenen Klanggerüst. Einmal mehr beeindruckten die Sänger mit einem Gespür für Binnen-Differenzierung und feinste Schattierungen. Im zweiten Teil erklang vor allem geistliche Advents-Musik, die durch den Schall in der Stiftskirche besonders beeindruckte. Vom klaren, einfachen „Herbei, o ihr Gläubigen“ von John F. Wade (1711-1786), über das mächtige „Vom Himmel hoch“ (Wittenberg, 1539, Satz: Hans Leo Haßler) bis zum leichten „Fröhlich soll mein Herze springen“ (Johann Crüger, 1657) blieb der Chor fehlerlos und tonrein, hier macht es richtig Freude zuzuhören. Den Abschluss bildete der „Klassiker“ „Stille Nacht“ (Franz X. Gruber, 1818), der wohl jedem Zuhörer das Herz weit öffnete. Fazit: ein abwechslungsreiches Konzert auf hohem Niveau mit einem bestens aufgelegten Schütte Chor. Jetzt kann Weihnachten werden! mig

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