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Tüftler unter sich

Treffen der Modellbauer Tüftler unter sich

Wer keine Vorstellung davon hat, worum es beim Mikromodellbau geht, für den hat Martin Berke eine Erklärung: „Wir machen das, was eigentlich nicht geht."

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Das von Martin Berke gebaute, 6,5 Zentimeter lange Mini-Schlauchboot wird von zwei Vibrationsmotoren für Handys angetrieben; im Hintergrund ein aus Papier und GfK konstruiertes „Zander“-Boddenrettungsboot von Thorsten Feuchter.

Quelle: mw

Obernkirchen. Treffend formuliert, denn das, was der 45 Jahre alte Elektroniker und die anderen zwölf Mikromodellbauer, die sich zu ihrem von Dietrich Steinmann (Obernkirchen) organisierten Jahrestreffen in der Bergstadt getroffen haben, in ihrer Freizeit realisieren, lässt einen nur staunen.

 Mit viel Geduld, Tüftlergeschick und einem dicken Fell im Falle der bei ihren Basteleien oft zu verdauenden Fehlschläge rüsten sie kleine Modellfahrzeuge, wie man sie als dekoratives Beiwerk für Modelleisenbahnlandschaften im Maßstab 1:87 (Spur H0) kennt, mit fernsteuerbaren Funktionen aus. Und das, obwohl diese Modellfahrzeuge nicht dafür gedacht sind.

 Mehr als 30 Stunden Arbeit hat Berke in den Bau eines Schlauchbootes investiert. „Bau“, nicht „Umbau“. Denn um Platz für einen Funkempfänger einen Akku, zweier Motoren und der Elektronik für die Beleuchtung des Mini-Bootes zu haben, konnte er das Plastikmodell, so wie es im Handel ist, nicht nehmen. Statt dessen nahm er es als Vorlage, um davon mit Zahnarztsilikon ein Negativ abzuformen, das er mit winzigen Carbonfasern laminierte, um eine originalgetreue Nachbildung zu konstruieren, die aber innen komplett hohl ist. In den so entstandenen Hohlräumen installierte er die nötigen Elektrobauteile.

 In Sachen Motorisierung des nur 6,5 Zentimeter langen und 5,6 Gramm schweren Plastikbootes setzte er auf kleine „Vibrationsmotoren“ wie sie in Handys eingesetzt werden. Die nur zwei Millimeter großen Propellerschrauben fertigte er dagegen über ein fototechnisches Ätzverfahren aus einer dünnen Folie Neusilber. Eine weitere Herausforderung stellte der unsichtbare Einbau des Ladesteckers für den Akku nebst eines Ein- und Ausschalters dar, denn für diese Dinge war in dem flachen Schlauchboot-Modell kein Platz mehr. Eine Lösung für dieses Problem fand Berke darin, diese Bauteile in einem der auf dem Boot sitzenden „Leute“ zu verstecken: „Die gelbe Figur hat nun drei Stecker im Hintern, über die ich den Akku lade und das Boot ein- und ausschalte“, verrät er.

 Einem Mobilkran im Maßstab 1:87 hatte sich Lennart Seitz (30) gewidmet. Das Besondere an seinem Mikromodell sei, dass es ihm gelungen ist, den herstellerseitig nur von Hand teleskopierbaren Kranausleger mit einer fernsteuerbaren Funktion auszustatten, sodass er quasi auf Knopfdruck aus- und eingefahren werden könne, berichtete er. Möglich sei dies durch einen in dem Teleskopkran untergebrachten Minimotor und ein angeschlossenes, ebenfalls innen liegendes Mini-Seilzugsystem. wk

 „Es hatte aber einige Fehlversuche gebraucht, bis ich die Seile so eingeklebt hatte, dass das Ganze auch funktioniert“, räumte der Bastler ein. Allein um die Funktionalität des Kranaufbaues herzustellen, habe er an dem Modell im Laufe dreier Monate pro Woche jeweils zwei bis drei Abende à rund vier Stunden gearbeitet. Und fertig ist Seitz mit seinem Mobilkran noch lange nicht.

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