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Übersicht bewahren und Ideen entwickeln

Obernkirchen / Kindergärtner Übersicht bewahren und Ideen entwickeln

Der 20-jährige Lucas Cording ist einer von etwa drei Prozent Männern, die es als eine echte Herausforderung ansehen, Kinder pädagogisch zu betreuen und zu erziehen. Zurzeit leistet er ein Praktikum beim evangelischen Kindergarten in der „Roten Schule“ in Obernkirchen ab.

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Endlich jemand, der auch Fußball spielt: Lucas Cording absolviert sein Praktikum im Kindergarten. © sig

Obernkirchen (sig). „Besonders Jungen bereitet es Spaß, einen männlichen Ansprechpartner zu haben“, versichert Kindergartenleiterin Ina Weimer. Sie würde es als einen Gewinn ansehen, wenn der Anteil der Männer in Kindertageseinrichtungen wachsen könnte. Aber der Wandel in der klassischen Aufgabenteilung schreite eben nur schleppend voran.

Lucas Cording ist vom Elternhaus her vorgeprägt. Seine Mutter leitet den Kindergarten in Liekwegen. Dort konnte er sich schon mal mit den Abläufen vertraut machen. Außerdem hat er noch zwei deutlich jüngere Brüder, bei denen er eine Vorbildfunktion ausüben konnte.

Dass er mit Kindern gut umzugehen weiß, bestätigten sowohl Weimer als auch die Kinderpflegerin Gabi Polster, die seit mehr als einem halben Jahr mit ihm zusammenarbeiten. „Endlich haben wir mal jemanden, der beim Fußballspielen anerkannter Ansprechpartner der Jungen ist. Aber auch sonst beweist Lucas viel Umsicht mit allen unseren Kindern“, versicherten beide Frauen.

Welche Eigenschaften sind für diesen pädagogischen Beruf notwendig? „Geduld, Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit, Übersicht bewahren, Ideen entwickeln, gelassen reagieren und immer Kontakt auf Augenhöhe suchen“, antwortet Lucas Cordung. Außerdem sollte man Geschick für kreative Tätigkeiten mitbringen. Im hauswirtschaftlichen Bereich habe er noch einige Defizite, bekannte er, aber auch auf diesem Feld möchte er sich verbessern.

Sehr schnell hatte er erkannt, dass jedes Kind seine Eigenheiten besitzt und dass man es nicht in eine bestimmte Schublade packen kann. Natürlich gebe es beim Temperament deutliche Unterschiede, aber fast alle Kinder besäßen einen starken Bewegungsdrang – und möchten immer wieder nach draußen.

Inzwischen haben sich die Jungen und Mädchen im evangelischen Kindergarten so an den angehenden Erzieher gewöhnt, dass sie nach ihm fragen, wenn er fehlt, weil er zur Berufsschule nach Rinteln muss, wie das zum Dualen System gehört.
Ende Mai hat er eine praktische Prüfung abzulegen. Daneben gibt es noch schriftliche Arbeiten, in denen er festhalten soll, welche neuen Konzepte er zur Beschäftigung einer Kindergruppe entwickelt hat.

Vor dem evangelischen Kindergarten in Obernkirchen leistete Cording bereits ein erstes Praktikum in der Sülbecker Kindertagesstätte. Seine nächste Ausbildungsstation ist ein Kinderhort.

Wo sein Ausbildungsweg eines Tages endet, ist noch nicht ganz sicher. Cording kann sich vorstellen, ein Fachabitur anzuschließen. Ein staatlich anerkannter Erzieher ist er in jedem Fall nach der Abschlussprüfung, die nach insgesamt vier Jahren ansteht. Die beruflichen Chancen sind gut, denn in den kommenden Jahren wechseln zahlreiche Erzieherinnen in den Ruhestand.

Lucas Cording sieht es so: „In meiner Klasse gibt es 15 Mädchen und sieben Jungen. Diese Entwicklung hält auch in den nächsten Jahren an. Also werden künftig mehr männliche Erzieher in die bisherigen weiblichen Domänen eindringen. Ich jedenfalls sehe das als einen Vorteil an.“

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