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Unter den ersten fünf

Obernkirchen Unter den ersten fünf

Es sind schon beeindruckende Zahlen, die Wolfgang Hein zum Thema „Sonnenbrinkbad“ präsentiert: Seit das seinerzeit von der Stadt betriebene Freibad im Jahr 1999 vom Förderverein Sonnenbrinkbad übernommen worden ist, haben der Verein und die 2010 gegründete Genossenschaft Sonnenbrinkbad insgesamt 1,3 Millionen Euro an eigenem Geld in das Obernkirchener Freibad investiert, berichtet Wolfgang Hein, der Genossenschaftsvorsitzende.

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Das nicht zuletzt vom ehrenamtlichen Engagement der aktiven Fördervereinsmitglieder und sonstigen Unterstützer am Leben erhaltene Sonnenbrinkbad ist für viele Obernkirchener – hier übrigens Nick Bittner (21) beim Kopfsprung vom Dreimeter-Brett – ein unverzichtbarer Bestandteil der Bergstadt.

Quelle: wk

Obernkirchen. „Und wenn man die von den vielen ehrenamtlichen Unterstützern unentgeltlich geleisteten Arbeitsstunden hinzurechnet, landet man sogar bei 4,7 Millionen Euro, die einen volkswirtschaftlichen Wert darstellen“, sagt Hein. Zum Vergleich: Die Stadt Obernkirchen habe in diesen eineinhalb Jahrzehnten insgesamt rund 900.000 Euro an Zuschüssen geleistet, während sie davor – also zu der Zeit, als das Freibad noch unter ihrer Führung stand – um die 200.000 Euro pro Jahr in das Sonnenbrinkbad gesteckt habe.

 Vor diesem Hintergrund freut es Hein, dass der Stadtrat der „immer wiederkehrenden Forderung“ der – aus dem Förderverein und der Genossenschaft gebildeten – Betreibergemeinschaft vor einigen Wochen nachgekommen ist und eine „deutliche Erhöhung“ der jährlichen Zuschüsse auf 85.000 bis 90.000 Euro beschlossen habe. „Denn die 52.000 Euro Zuschuss pro Jahr, die wir bislang von der Stadt erhalten haben, reichten ja bei Weitem mehr aus, weil alles teurer geworden ist und wir auch die Energie zum Beheizen des Wassers nicht mehr umsonst (von der Glasfabrik) bekommen“, betont der Genossenschaftsvorsitzende. „Und es ist ja auch nicht so, dass wir mit dem deswegen installierten Blockheizkraftwerk Geld verdienen.“ Vielmehr seien die Einnahmen aus der Stromproduktion und dem Verkauf der in dieser Anlage erzeugten Fernwärme gerade mal ausreichend, um die durch den Betrieb des Freibades anfallenden Energiekosten zumindest ein Stück weit zu kompensieren.

 Konkret: Müsste man das Wasser des Sonnenbrinkbades mit einer konventionellen Gas- oder Öl-Heizungsanlage auf Temperatur (26 bis 27 Grad Celsius) bringen, würde dies laut Hein jährlich zwischen 120.000 und 130.000 Euro kosten. Dank des 2013 in Betrieb genommenen Blockheizkraftwerkes schlagen die jährlichen Energiekosten dagegen nur noch mit 70.000 bis 90.000 Euro zu buche, wobei hier

 schon die finanziellen Vorteile durch den selbst produzierten Strom und die Einnahmen durch den Verkauf der Fernwärme berücksichtigt sind. Noch einige weitere Kosten eingerechnet, benötigt die Betreibergemeinschaft von der Stadt Obernkirchen indes einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 90.000 bis 100.000 Euro, um die Geschäftsjahre zukünftig plus/minus null abschließen zu können.

 „Was die Wirtschaftlichkeit betrifft, rangiert das Sonnenbrinkbad mittlerweile unter den ersten fünf Freibädern Deutschlands“, betont Hein. Zudem sei es inzwischen „bundesweit das Schwimmbad mit dem geringsten öffentlichen Zuschussbedarf pro Badegast“. In Zahlen ausgedrückt: Während das Obernkirchener Freibad einen Zuschussbedarf in Höhe von 0,50 bis 1,00 Euro pro Badegast aufweist, liegt der Bundesdurchschnitt bei 3,90 Euro. Heins Fazit: „Besser wirtschaften geht nicht mehr.“

 Und noch eine Rechnung – bezogen auf die Jahre 1999 bis einschließlich 2012, ohne Berücksichtigung etwaiger Preissteigerungen – macht er auf: Bei einem kommunalen Betrieb des Sonnenbrinkbades wären 2,8 Millionen (14 Jahre lang jeweils 200.000 Euro pro Jahr) an Kosten plus 500.000 Euro an „Aufwendungen für minimale Ersatzinvestitionen“ (etwa für Pumpen und Filtertechnik) angefallen. In Summe sind das damit insgesamt 3,3 Millionen Euro.

 Demgegenüber stehen 728.000 Euro an tatsächlichen städtischen Zuschüssen (14 Jahre lang jeweils 52.000 Euro pro Jahr) zuzüglich von der Stadtverwaltung gewährte „Investitionszuschüsse“ und Ähnliches in Höhe von 183.000 Euro. Das ergibt eine Summe von insgesamt 911.000 Euro.

 Saldiert verbucht die Stadt Obernkirchen also dadurch, dass sie das Sonnenbrinkbad nicht mehr selbst betreibt, einen „finanziellen Vorteil für den städtischen Haushalt“ in Höhe von rund 2,39 Millionen Euro.

 Doch damit nicht genug: Hinzuzurechnen sind laut Hein noch jene Investitionen, die durch Spenden und Mitgliedsbeiträge des Fördervereins möglich gewesen sind (600.000 Euro). Außerdem die unentgeltlich geleisteten Arbeitsstunden der vielen Sonnenbrinkbad-Unterstützer (geschätzt mindestens rund 55.000 Stunden), die bei einem angenommenen Stundensatz von 25 Euro wertmäßig mit insgesamt etwa 1,375 Millionen Euro anzusetzen sind.

 Und schließlich ist da noch die durch den Erhalt des Sonnenbrinkbades gebotene „Lebensqualität für die Bürger“, die der Genossenschaftsvorsitzende als schier „unbezahlbar“ einstuft. wk

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