Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Vergabe ans DRK soll auf den Prüfstand

Obernkirchener Rat bewilligt Zuschuss von 1300 Euro Vergabe ans DRK soll auf den Prüfstand

„Ich finde das blamabel, über so einen kleinen Betrag überhaupt zu reden – zumal andere Kommunen ohne zu Murren zahlen“, sagt Kirsten Battaglia und schüttelt verständnislos den Kopf.

Voriger Artikel
Holzhackschnitzel für jbf-Centrum
Nächster Artikel
Personalkarussell im Stadtrat dreht sich

Kirsten Battaglia (SPD) ist dafür, den jährlichen Zuschuss um 1300 Euro aufzustocken.

Quelle: tw

Obernkirchen. Der „kleine Betrag“, von dem die SPD-Ratsfrau spricht: Das sind 1300 Euro im Jahr, die die DRK-Tafel Schaumburg für die Ausgabestelle Obernkirchen künftig mehr haben möchte (wir berichteten). Die wird sie nach dem jüngsten Beschluss des Stadtrates zwar auch bekommen – doch der Weg dahin verläuft nicht ohne Widerstände. Im Gegenteil: Kritik im Grundsätzlichen wird laut – verbunden mit der Forderung, die Vergabe der Regie an den DRK-Kreisverband Schaumburg im kommenden Jahr auf den Prüfstand zu stellen.

 Besagte Kritik kommt von der Fraktion der Grünen: „Der Zuschuss bewegt sich zwar in einem Rahmen, den sich sogar die Stadt Obernkirchen leisten kann“, meint Michael Dombrowski. Doch das Problem, so der Grüne, liege an anderer Stelle: „Die Tafeln sind ursprünglich mit der Maßgabe gegründet worden, sich selbst zu tragen.“ Das habe allein durch den Einsatz von Ehrenamtlichen sowie durch Geld- und Sachspenden geschehen sollen. Von einer öffentlichen Finanzierung durch die Kommunen sei dagegen nie die Rede gewesen. Dombrowski fürchtet, dass für die Tafel nun eine Tür aufgestoßen wird, die die Stadt nicht mehr zu bekommt. Anders gesagt: Auch Andere könnten kommen und Begehrlichkeiten anmelden.

 SPD-Fraktionschef Jörg Hake wirbt um Verständnis. Die Finanzierung der Tafeln sei bis 2012 durch Zivildienstleistende gesichert gewesen; das aber habe sich mit dem Aussetzen der Wehrpflicht geändert: „Seitdem haben die Tafeln ein Personal- und damit ein Finanzierungsproblem.“ Das indes sei für die Tafeln spezifisch. Sorgen, dass im Gefolge der DRK-Tafel auch Andere gegenüber der Stadt die Hand aufhalten, macht sich Hake daher nicht. Die 1300 Euro gingen in Ordnung.

 Das sieht Thomas Stübke anders: Der Grüne erinnert an die Beschlusslage von vor zehn Jahren. Damals habe es die Frage gegeben, ob eine Tafel in Obernkirchen vom DRK-Kreisverband oder aber von Bückeburg betreut werden solle: „Die Bückeburger wollten das damals kostenlos machen“, betont Stübke. Vor dem Hintergrund des jüngsten Geldersuchens müsse die Frage, in wessen Regie die Tafel in der Bergstadt künftig betrieben werden soll, im nächsten Jahr neu überdacht werden.

 Am Ende entscheiden sich die Bürgervertreter bei einer Gegenstimme (Stübke) und fünf Enthaltungen dafür, den freiwilligen Zuschuss für die Tafel um 1300 Euro zu erhöhen. Für 2015 muss die Stadt damit 2800 Euro zahlen. Das entspricht 30 Cent für jeden der 9343 Einwohner.

 In Obernkirchen soll die Zahl der Tafel-Kunden, mit Masse Rentnerinnen und Kinder, laut dem DRK-Kreisvorsitzenden Bernd Koller binnen eines einzigen Jahres um 89 Prozent gestiegen sein. Die Obernkirchner Tafel ist mit 34 Nutzern zwar die kleinste, aber sie ist diejenige, die den stärksten Zuwachs haben soll. Arbeitsauftrag an das Rathaus-Team um Fachbereichsleiter Bernhard Watermann von der grünen Ratsfrau und Fraktionschefin Christina Louise Steinmann daher: „Rausfinden, woran das liegt.“

 Bedingt durch den Wegfall der Zivildienstleistenden sind die Personalkosten beim DRK explodiert. Sie schnellten von 15000 auf 25000 Euro (2013) und auf erwartete 90000 Euro (2015) hoch. Anders ausgedrückt: Allein 2013 hat der DRK-Kreisverband 29000 Euro Verlust gemacht. Angesichts dieser Misere kam 2014 die Idee auf, für jeden der 155000 Schaumburger einen Betrag von 30 Cent für die Tafeln zu erheben, was für die nächsten drei Jahre ausreichen soll. Obernkirchen hatte bislang einen Zuschuss von 1500 Euro gegeben. tw

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg