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Verkaufsstart für die Dino-Gläser

Obernkirchen / Amtsgericht Verkaufsstart für die Dino-Gläser

Ältere Bürger werden sich erinnern: Die Stadt hatte lange Zeit ein eigenes Amtsgericht. 1913 gegründet, wird das Gebäude in diesem Jahr 100 Jahre alt.

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Stadtführerin Renate Ernst und Oberamtsanwalt Timo Goldmann vor einem Foto des Amtsgerichts.

Quelle: mig

Obernkirchen. Ein runder Geburtstag also, der am morgigen Sonntag mit zwei Führungen und einer Fotoausstellung gefeiert werden soll. Kommt hinzu: „Wir haben uns spontan entschlossen, zum Jubiläum erstmals die neuen Gläser mit Obernkirchen-Logo anzubieten“, sagt Oliver Schäfer. Der Bürgermeister: „Ein 0,3-Glas kostet drei, ein 0,4-Glas vier Euro. Ab einer Abnahme von sechs Gläsern gibt’s Rabatt.“

 Wie berichtet, hatte die „Stadt mit Weitblick“ sich entschlossen, zu Werbezwecken Gläser produzieren zu lassen; sie zeigen einen Dinosaurier mit Fernrohr, der vom Bückeberg aus die Stiftskirche beäugt, und weisen zugleich auf das Doppeljubiläum hin.

 Zurück zum Amtsgericht: Fast jeder Obernkirchener fährt mehrmals in der Woche an ihm vorbei, ein schneller Blick, dann verschwindet es im Rückspiegel. Dass der Gebäudekomplex gegenüber der Post ein Amtsgericht und sogar ein Frauengefängnis beherbergt hat, wissen nur Ältere. „Ich kann mich noch erinnern, dass wir als Kinder in der Nähe spielten“, erzählt Renate Ernst und gibt zu: „Etwas mulmig war einem schon.“

 „Die Mädchen konnten sogar eine Ausbildung machen“, sagt Oberamtsanwalt Timo Goldmann, der am Sonntag die Fotos der Ausstellung erläutern wird. Gerichte, so der Mann vom Fach, seien damals identitätsstiftend „und ganz nah dran am Menschen“ gewesen. „Für einen Tag würde ich da auch gerne mal arbeiten“, sagt Goldmann schmunzelnd.

 Das Jubiläum sieht der Lokalhistoriker als gutes Datum, „zu zeigen, dass Obernkirchen eine eigene Justiz hatte“. Leider werde man keine Führungen ins Innere anbieten können (das hat die Verwaltung nicht erlaubt), dafür aber lasse sich das Gebäude von außen betrachten. Davon, wie es im Amtsgericht ausgesehen hat und heute aussieht, vermittelten die Innenaufnahmen der Fotoausstellung einen Eindruck. Am meisten, so Goldmann, fasziniere ihn der Gerichtssaal, der von „wilhelminischer Pracht“ geprägt sei. Der habe eine ganz andere Aura „als die schlichten Gerichtssäle, die es heute gibt.“ Was für eine Kraft der Saal vermittelt, ist auf den im Trafohaus hängenden Bildern gut zu sehen. Eine Schranke trennt den Sünder vom Richter, fast hat man den Eindruck, in einer Kirche zu sein.

 Das ist Architektur, die Macht ausstrahlen soll. Dabei ging es im Obernkirchener Amtsgericht eher um Alltagsdelikte. „Man muss sich das vorstellen wie beim Königlich-Bayerischen Amtsgericht“, formuliert es Goldmann. Mordfälle seien an das nächste „Criminal-Gericht“ gegangen. Wünschen würde sich der Oberamtsanwalt eines: dass wieder Leben in das geschichtsträchtige Gebäude einzieht. Es handele sich immerhin um ein Haus, dass in Obernkirchen eine Zeit lang eine große Rolle gespielt hat. Goldmann: „Vielleicht könnte eine Behörde einziehen.“ Freuen würde sich der lokalhistorisch Interessierte über Anekdoten, die sich um das Gericht ranken und über alte Fotos. „Sonst verschwindet das alles irgendwann einmal in der Versenkung“, sagt der Oberamtsanwalt. Termin:

 Sonntag, 29. September: „Bilderausstellung vom Amtsgericht“ mit Timo Goldmann im Trafohaus am Kirchplatz von 14.30 bis 17.30 Uhr. 14.30 Uhr: Stadtführung, Treffpunkt: Neumarktplatz. Eine weitere Führung mit Erläuterungen zu den Ex-Polizeidienststellen folgt um 16.30 Uhr. Treffpunkt ist das Trafohaus. Veranstalter sind Kneipp-Verein, Kulturfenster und Info-Galerie. mig/tw

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