Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Obernkirchen Stadt Vier Plätze vor Sarrazin
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Vier Plätze vor Sarrazin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:04 11.02.2011
Hält das Geld in der Region und stärkt den Wirtschaftsstandort: Dörte Worm-Kressin mit dem Schaumburg-Fünfer. © rnk

Obernkirchen (rnk). Rethmeier musste zwar bei der genauen Antwort passen, aber gelacht wurde dann im Ausschuss trotzdem.

Der Obernkirchener, der als Angestellter der Stadt auf dem Friedhof arbeitet und seinen Ratgeber schrieb, damit jeder gut informiert und organisiert ins Jenseits kommt, erzählte lieber von seinen bisherigen Erfahrungen als Autor. Der Verlag habe so viele Rezensionsanfragen wie noch nie bedienen müssen, NDR 1 und NDR 2 würden noch überlegen, in welches Format er mit seinem Buch am besten passen würde, auf der letzten Bückeburg-Bestsellerliste unserer Zeitung habe sein Ratgeber auf Platz eins gestanden: „Sarrazin stand auf Platz fünf.“

Anfragen von Zeitungen gebe es auch, „diverse“, Lesungen seien für Springe und Hannover (zweimal) geplant, auch in Bad Oeynhausen werden er am 21. März lesen. Auf seiner Homepage sei mittlerweile auch der Sat-1-Beitrag seiner ersten Lesung in Obernkirchen zu sehen (mit 244 Zuhörern), leider habe es doch drei Wochen gedauert, bis Sat-1 den kleinen Film gezeigt habe. Den Verzögerungsgrund nannte Rethmeier auch: „Der Beitrag sollte nur in einer Sendung laufen, in der kein Beitrag über Mord und Totschlag zu finden war. Das dauert beim Privatfernsehen.“

Rethmeier wies darauf hin, dass beispielsweise Lesungen in Kapellen in größeren Städten gang und gäbe seien, und natürlich jedes kulturelle Programm einer Ortschaft bereichern würde. Zuweilen habe dies seinen Preis: In Hannover habe man für eine Stunde Nutzung einer Kapelle 350 Euro verlangt.

Thomas Stübke (Grüne) schlug vor, künftige Einnahmen aus Aktionen in der Kapelle in die Sanierung des Gebäudes einfließen zu lassen, und die Aufstellung eines kleinen Rahmens mit Regeln für die Nutzung der Kapelle sei sicherlich auch kein Fehler. Rethmeier steuerte einen pragmatischen Vorschlag bei: „Lassen Sie das letzte Wort beim Pastor. Da sind Sie immer auf der sicheren Seite.“

Die Zahlen für den kommenden Haushalt hatten die Mitglieder des Ausschusses schnell abgehakt, viel Spielraum bleibt nicht: 55.000 Euro stehen vor allem für Fördertöpfe und Gründerfonds zur Verfügung, den Ansatz für das Stadtmarketing selbst hat die Politik auf 27.000 Euro zurückgefahren.

Susanne Vogt konnte als Leiterin der Stadtbücherei berichten, dass die Zahl der Eulen, also der ehrenamtlichen Helfer, sich auf 17 erhöht hat, im 14. Jahr der ehrenamtlichen Führung der Bücherei ist jede Woche 21 Stunden geöffnet, 56 neue Leser, davon 23 Kinder und Jugendliche, konnten im letzten Jahr begrüßt werden.
Trotzdem geht die Zahl der Leser zurück, was an der hohen Altersstruktur liegt: Die Leser sterben oder sind in einem Alter, wo die Buchlektüre nur noch eine eingeschränkte Rolle spielt.

Kurz zurück blickte Stadtkoordinatorin Dörte Worm-Kressin auf die beiden Großprojekte des letzten Jahres, den Schaumburger Frieden und den Tag des offenen Leerstandes, bei dem sich die nicht vermieteten Immobilien möglichen Interessenten präsentierten. „Zwei schöne Events“, meinte Worm-Kressin, die sich dafür aussprach, dass sich die vier Städte, die bei der Rückkehr von Fürst Ernst eine Partnerschaft eingegangen sind, auch künftig für einen gemeinsamen Werbeweg entscheiden würden.

Der Tag des offenen Leerstandes habe die Stadt mit der innovativen Idee weit über die Kreisgrenzen ins Gespräch gebracht; viele Eigentümer, die nicht in Obernkirchen wohnen würden, hätten sich anlässlich des Leerstand-Tages ihre Immobilie mal wieder angeschaut und sie anschließend auf Vordermann gebracht, außerdem hätten sich durch diese Aktion zehn Vermietungen ergeben: von der Tierhandlung im ehemaligen Restaurant bis hin zum Stimm- und Trainingsatelier von Beate Josten. Leider hätten nicht alle Neuvermietungen einen langfristigen Effekt gehabt, erklärte sie mit Blick auf den Schnäppchen-Markt am Bornemann-Platz, der nach wenigen Wochen wieder schloss.

Nachdem Renate Külb als Zuhörerin das Wort erhalten und daraufhin gewiesen hatte, dass man nach 15.30 Uhr mutterseelenallein in der Innenstadt sei; nachdem Horst Sassenberg einen sensibleren Umgang beim Verteilen der Knöllchen angemahnt und Bürgermeister Oliver Schäfer im Gegenzug den Marktplatz für 20 neue Parkplätze öffnen würde, wenn das der Rat denn wolle, plädierte Stadtkoordinatorin Dörte Worm-Kressin noch einmal für den Schaumburg Fünfer: Das neue Zahlungsmittel sei wie eine Pflanze: Zart sei er noch, man müsse ihn hegen und pflegen, dann werde das schon was.

Das gemeinsame Projekt der Kommunen, Bückeburg, Stadthagen, Rinteln und Obernkirchen soll vor allem Kaufkraft in der Region binden. Obernkirchen als kleinste Kommune halte gut mit, erklärt Worm-Kressin, eine steigende Zahl von annehmenden Händlern sei zu verzeichnen, aber natürlich sei das noch ausbaufähig. In absoluten Zahlen: Rund 40 Geschäfte machen bislang mit, erklärt die Stadtkoordinatorin: „Je mehr teilnehmen, desto besser.“ Im letzten Jahr habe man rund 200 Fünfer in Obernkirchen umgeschlagen.