Obernkirchen. Ein konkretes Programm für die Feierlichkeiten im Jahr 2017 besteht zwar noch nicht, aber in diesem Jahr stehen Höhepunkte an, die durchaus im Jubiläumsjahr ihre entsprechenden Fortsetzungen finden könnten.
Etwa das Familienfest im La-Flèche-Park, das am 29. April von 11 bis 18 Uhr gefeiert wird und den Park stärker in den Mittelpunkt des öffentlichen Bewusstseins rücken soll. Außer mit bunten Bommeln bestückten Bäumen (wir berichten), die auf die Nachhaltigkeit der Natur und auf den zwischen den jüngeren und älteren Generationen geschlossen Pakt wird dort viel Musik geboten: Es singen die „DaCapos“ des Männergesangvereins und es spielt die Big Band des Blasorchester Krainhagen. Außerdem sorgt Eventkoch Carlos für einen exotischen Touch, Parkführungen erklären den Bestand.
Das Parkfest wird ein weiterer Schritt sein, den Bürger der Stadt das Grünareal ein bisschen näher zu bringen, denn es ist noch gar nicht so lange her, dass sie die Anlage betreten durften. Viele Jahrhunderte gehörte der Park zum Stift: Dort wurden Gänse gezüchtet, Hühner, Schweine und Enten, dort standen gepflegte Baumreihen, die den Stiftsdamen Obst spendeten. Das Stift war, wenn man so möchte, eine eigene abgeschlossene Welt innerhalb der Stadt. Und das Verhältnis zwischen Stadt und Stift war keineswegs immer das beste, erinnerte Historiker Rolf Bernd de Groot während der Jahresversammlung des Fördervereins Stift. Diskussionen gab es nicht nur um das Wasser, das die Stadt für ihre Löschteiche und das Brauhaus benötigte, sondern auch um weitaus profanere Fragen: Wer darf über das Stiftsgelände gehen? Nun, die Bergleute nicht, wenn sie sich auf den Weg zur Arbeit begaben, denn das Gelände wurde abends abgeschlossen – und wie „ein Augapfel behütet“, erklärte de Groot: „Der Obernkirchener Bewohner, der normale Bürger, sah immer nur die Mauern und dahinter ein paar Obstbäume.“
Das änderte sich allmählich am Ende des 19. Jahrhunderts, als im Bergbau viel Geld zu verdienen war und die Bergverwaltung aufgestockt wurde. Von der Rintelner Straße aus gesehen, wurde eine repräsentative Straße angelegt, die heutige Bergamtstraße mit ihrem schönen und unter Denkmalschutz stehenden Kastanienbäumen. Ab 1903 wurde versucht, die leitenden Beamten in der Nähe anzusiedeln, noch heute steht die sogenannte „Kohlenkirche“ in der Straße.
Eine weitere Zäsur war der 3. August 1930, als das am Beginn des Parks stehende Ehrenmal eingeweiht wird. Vier Jahre wurde gebaut, zuvor hatten die Krieger- und Schützenverbände der Stadt in Haus- und Straßensammlungen Geld zusammengetragen. Die gotischen Bögen des Denkmals wurden dabei auch bewusst als Eingangstore zum Park angelegt.
Der Rest ist schnell erzählt: 1960 schloss der Bergbau, ein Jahrzehnt später die Landfrauenschule. Die Stadt pachtete den Park vom Stift – und damit hatte der einstige Hühnerhof ausgedient. Das Seniorenzentrum Sonnenhof wurde gebaut, und der Park erhielt eine weite Öffnung in der Schutzmauer: als ausdrückliche Einladung an die Senioren, sich von „ihrer“ Seite dem Park zu nähern.
Auf der Tagesordnung der nahen Zukunft steht die gärtnerische Umgestaltung des Innenhofes. In den nächsten Tagen und Wochen gehen die Ausschreibungen raus, dann wird es einen ersten Überblick über die Kosten geben.
Auch der Kapitel-Saal soll aufgewertet werden, die Ausstellung der Landfrauenschule soll aus dem Berg- und Stadtmuseum an ihren historisch korrekten Ort umziehen. Deutlich stärker soll auch das Wirken von Agnes Freiin von Dincklage beleuchtet werden, die die Schule von 1918 bis 1949 leitete und der einer der niedersächsischen Frauenorte gewidmet ist.
Das gemeinsame Ziel von Stift und Förderkreis für 2012 lautet: Zum „Tag des offenen Denkmals“ soll durch die Wiederherstellung der Intimität des Kreuzgangs und der Beseitigung der baulichen Sünden im Wirtschaftshof die Zusammenhänge des Lebens in einem Damenstift noch authentischer vermittelt werden.
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