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Warum macht keiner mit?

Keine Resonanz bei der Aktion "Generationenfreundliches Einkaufen" Warum macht keiner mit?

Kopfschütteln bei Albrecht Stein und den Mitgliedern des Behinderten- und Seniorenbeirats – und auch Oliver Schäfer kratzt sich ratlos am Kopf, denn: „Von den 15 Obernkirchener Geschäften, die wir als Stadt in Sachen ,Generationenfreundliches Einkaufen‘ angeschrieben haben, hat es nicht eine einzige Rückmeldung gegeben“, wundert sich der Bürgermeister.

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Winkt als Lohn der Mühe: Das Gütesiegel „Generationenfreundliches Einkaufen“, mit dem Geschäftsleute an ihrer Eingangstür werben können.

Quelle: pr.

Obernkirchen. Der Beirat und er fragen sich nach ihrem jüngsten Treffen im Multifunktionsbüro an der Bornemannstraße jetzt zweierlei: Möchte sich wirklich keiner der Kaufleute einer Befragung durch die eigens für die Aktion ausgebildeten fünf Obernkirchener Senioren stellen? Und: Kann man es sich als Kaufmann heute wirklich noch leisten, auf das Gütesiegel „Generationenfreundlich“ im Eingangsbereich zu verzichten? 

Fakt ist: Zwischen Anfang und Mitte Februar hatten die Geschäftsleute von der Stadt den Anmeldebogen/Fragenkatalog erhalten, mit dem sie sich am Ende das vom Handelsverband Niedersachen-Bremen (HNB) und dem Landesseniorenrat Niedersachen ausgelobte Gütesiegel verdienen können. Die Stadt Obernkirchen beteiligt sich zusammen mit dem Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises Schaumburg an dieser kreisweiten Aktion. Außer Angaben zum Geschäft sind dabei 63 Fragen zu beantworten – eine Menge Holz.

 „Das Projekt ,Generationenfreundliches Einkaufen‘ beschäftigt sich damit, im Einkaufsalltag Hürden abzubauen und das Einkaufen für ältere Menschen, aber auch für jüngere zu erleichtern. Denn wenn etwa der Eingangsbereich eines Geschäfts Stufen aufweist, ist es unerheblich, ob man es mit einem Rollstuhl, Rollator oder aber einem Kinderwagen betreten will“, so Schäfer.

 Konkret geht es darum, dass die vom Landkreis Schaumburg zuvor eigens dafür geschulten Senioren die teilnehmenden Einzelhandelsgeschäfte besuchen und anhand einer Kriterienliste überprüfen, ob die fraglichen Anforderungen erfüllt sind. Doch was die Rücksendung der Bögen durch die Obernkirchener Kaufleute betrifft, da herrscht Ebbe; die Stadt hatte ihnen 14 Tage dafür gegeben.

 „Wir haben nicht einmal Absagen erhalten“, so der Rathauschef. Warum – das ist jetzt die große Frage, die Schäfer und Stein gleichermaßen umtreibt. Beide können einstweilen nur spekulieren: So könnte es zumindestens für einige Läden zutreffen, dass sie bereits von der Kette, der sie angehören, zertifiziert wurden – und an einem neuen, ähnlichen Gütesiegel kein Interesse haben. Ferner ist es ebenso möglich, dass die Kaufleute die Kosten einer Zertifizierung scheuen. Diese indes sollen bei maximal 275 Euro liegen. Einzelhandelsgeschäfte bis 500 Quadratmeter Verkaufsfläche haben sogar die Möglichkeit, sich kostenlos zertifizieren zu lassen.

 Eine andere Erklärung hat Beate Krantz: „Ich halte es für denkbar, dass die Geschäftsleute so mit Arbeit eingedeckt sind, dass sie das Papier erst einmal bis auf Weiteres beiseite gelegt haben“, spekuliert die CDU-Ratsfrau, zugleich Chefin des Bürger- und Bildungsausschusses. Denn 63 Fragen sind nicht gerade mal eben so zu beantworten. Letztlich könne es auch sein, dass viele Geschäftsleute einen so guten Kontakt zu ihren Kunden hätten, dass ihnen die Teilnahme an der Aktion und eine mögliche Zertifizierung ihres Ladens als „Generationenfreundlich“ überflüssig erscheinen. So oder so glaubt Krantz jedenfalls nicht, dass das Nicht-Antworten als Affront gedacht ist.

 Doch woran es am Ende auch liegt: Rathaus und Beirat wollen die Flinte nicht so schnell ins Korn werfen. „Wir werden bei den Kaufleuten nach den Osterferien in Zweierteams persönlich nachfassen“, sagt Stein. Vor allem kleinere Einzelhändler würden dann im Fokus stehen. Krantz: „Gelingt es uns, dass sich ein erstes Geschäft öffentlichkeitswirksam zertifizieren lässt, dürfte der Bann gebrochen sein.“

 Denn anders, als wenn Testkäufer losgeschickt werden, droht Kaufleuten im Falle eines schlechten Abschneidens keine Negativbewertung. In diesem Fall würde das Ergebnis einfach verschwiegen werden. Anders ausgedrückt: Es gibt bei der Aktion „Generationenfreundliches Einkaufen“ nur Gewinner.

 Übrigens: Der komplette Fragebogen des HNB ist auf der Homepage der Stadt abrufbar: www.obernkirchen.de. Welche Geschäfte – von der Stadt angeschrieben – bislang nicht regiert haben, macht das Rathaus nicht öffentlich. tw

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