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Was Frauen stark macht

Obernkirchen / Stift Was Frauen stark macht

„Frauen – echt stark“ ist das Thema einer besonderen Besucherführung durch das Stift Obernkirchen gewesen, die von der inhaltlichen Ausrichtung her bis in das 12. Jahrhundert zurückreicht und sich mit den im Lauf der Jahrhunderte hier beheimateten Stiftsdamen befasst hat.

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Bei der Führung zeigt die Stiftsdame Christa Ruschke den seinerzeit von der Priorin Helene von Bennigsen angeschafften vorreformatorischen Altar in der Stiftskirche, der für die damalige Zeit eine „ungeheuere Provokation“ dargestellt hat.

Quelle: wk

Obernkirchen. Die Initialzündung für die 1167 erfolgte Gründung des Chorfrauenstiftes war – so die Stiftsdame Christa Ruschke – eine in Europa herrschende Frömmigkeitsbewegung gewesen. Aus dieser heraus haben sich einige sehr gebildete, wohlhabende Frauen aus gehobenen Gesellschaftsschichten entschieden, gemäß dem Ursprungsgedanken des Christentums „ein Leben in Armut und Demut zu führen“, ohne aber in ein Kloster zu gehen. Wobei sie jedoch Wert darauf gelegt und das Recht zugestanden bekommen haben, gegebenenfalls heiraten und – aus diesem oder anderen Gründen – aus dem Stift auch wieder austreten zu können und ihr eingebrachtes Vermögen in solch einem Fall dann zurückzuerhalten. Dem – auch bei Hof – hohen Ansehen der Stiftsdamen sei es ferner geschuldet gewesen, dass diese Frauen damals zudem allein reisen durften.

 Wie eigenständig die Stiftsdamen waren, verdeutlichte Ruschke am Beispiel der 1492 ins Amt eingeführte Priorin Helene von Bennigsen, die sich selbstbewusst gegen die durch den Bischof Heinrich von Minden veranlasste Umwandlung des Chorfrauenstiftes in ein Kloster aufgelehnt hat. So habe Helene von Bennigsen etwa einen Altar in der Stiftskirche errichten lassen, der eine „ungeheuere Provokation“ gewesen sei. Denn statt eines in den Mittelpunkt gerückten Bildnisses der Schutzpatronin Maria, wie es in katholischen Kirchen üblich war, nimmt eine überdimensionale Darstellung der Kreuzigung Jesus Christus’ den zentralen Teil des – von einer vorreformatorischen Bewegung in den Niederlanden erstellten – Altarbildes ein. Damit habe die Priorin zum Ausdruck bringen wollen, dass diejenigen, die eine Beziehung zu Jesus Christus haben, keinen Propst und keine anderen Kirchenoberen brauchen.

 Jahrzehnte später haben sich die Stiftsdamen dann auch einige Jahre lang der vom Grafen zu Schaumburg aufgedrückten Reformation widersetzt, bis das bis dahin vom Propst geleitete Kloster Mitte des 16. Jahrhunderts in ein adeliges evangelisches Damenstift umgewandelt und eine Äbtissin als Leiterin eingesetzt worden sei. wk

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