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Wenn’s zur großen Pause bellt

Tierischer Mitarbeiter Wenn’s zur großen Pause bellt

Seit Kurzem hat Julia Wiersig, Schulsozialarbeiterin der IGS Obernkirchen, bei ihrer Arbeit Verstärkung – und zwar in Form eines „Doppel-Doodle“ namens „Bruno“. Dabei handelt es sich um einen 16 Monate alten Mischlingshund, der Gene der Rassen Golden Retriever, Labrador und Großpudel in sich trägt.

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Seit 15 Jahren ist Julia Wiersig, hier mit Hund „Bruno“, als Schulsozialarbeiterin an der IGS Obernkirchen tätig. Aus diesem Anlass hat die Schulleitung Schüler gebeten, auf kleine Zettel zu schreiben, was sien Julia halten.

Quelle: wk

Obernkirchen. Bei ihren Beratungsgesprächen mit den Schülern soll das Tier als „Brückenbauer“ dienen, erklärt Wiersig. Und dies funktioniere tatsächlich, indem nun auch Kinder zu ihr ins Büro oder den „Chill-Raum“ kommen und über persönliche Probleme zu reden anfangen, die dies bislang nicht getan haben.

Eingesetzt werden soll „Bruno“ nicht zuletzt aber auch in Schulklassen, in denen eine große Unruhe herrscht und in denen es zu laut ist. Denn wie man aus der „tiergestützten Pädagogik“ wisse, würden sich Kinder bei Anwesenheit solch eines Hundes im Klassenraum rücksichtsvoller und somit leiser verhalten, während sie dies allein auf Anordnung der Lehrkraft nicht zwingend machen würden.

„Es ist eine Erweiterung der Schulsozialarbeit“, unterstreicht Wiersig und berichtet, dass der Einsatz von Hunden in der Schulsozialarbeit keineswegs ungewöhnlich ist. Bundesweit gebe es nach ihren Informationen rund 400 solche Tiere an Schulen. Geeignet seien Hunde für diesen Einsatzzweck, wenn sie ein freundliches Wesen haben, sich von den Kindern jederzeit anfassen lassen sowie kinderlieb, stressresistent und charakterfest sind.

Ergänzend weist Wiersig darauf hin, dass sie es sich von den zuständigen Stellen – sprich: der Gesamtkonferenz der IGS, deren Schulelternrat und dem Schulamt des Landkreises Schaumburg – noch genehmigen lassen wird, dass sie „Bruno“ im Rahmen ihrer täglichen Arbeit einsetzt. Bislang habe sie das Tier lediglich bei der Schulleitung der IGS angemeldet, die wiederum über ihr „Hausrecht“ die Zustimmung erteilt habe. Ab November dieses Jahres will die Schulsozialarbeiterin mit ihrem Hund zudem eine gemeinsame Ausbildung zum Therapie- beziehungsweise Pädagogik-Begleithunde-Team absolvieren.

Ob mit oder ohne Tier: Auf die Schulsozialarbeiterin verzichten könne man an der IGS Obernkirchen gar nicht mehr, betont Rektorin Dörte Korn. Denn heutzutage sei es für die Kinder wichtig, eine „neutrale Bezugsperson, die kein Lehrer ist“, an der Schule zu haben, um sich bei dieser bei Bedarf etwas von der Seele zu reden und Rat einzuholen. „Die Gesellschaft hat sich verändert“, führt IGS-Lehrerin Heide Bartels weiter aus. Die Schule nehme mittlerweile nämlich „einen viel größeren Raum“ im Leben der Kinder ein als früher. Ursächlich dafür sei unter anderem, dass heute oft beide Elternteile berufstätig sind, sodass die (Ganztags-)Schule für die Kinder „ein Stück Heimat“ sei.

Außerdem müsse man mitunter erst mithilfe der Schulsozialarbeiterin die „Grundlagen schaffen, dass Unterricht stattfinden kann“. Anders formuliert: „Wenn das Haus brennt, kann ich kein Mathe machen.“ wk

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