Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Wer baut Obdachlosendomizil?

Interessenten werden gesucht Wer baut Obdachlosendomizil?

Die Stadt Obernkirchen will ihre Obdachlosenunterkunft gegen ein Höchstgebot verkaufen.

Voriger Artikel
ARD-Börsenexperte zu Gast
Nächster Artikel
„Was wir alles hatten“

Das Schlafhaus an der Stoevesandtstraße soll verkauft werden.

Quelle: rnk

Obernkirchen. Ein Angebot soll sich am Bodenrichtwert orientieren, der bei 42 Euro liegt. Die Fläche selbst beträgt 2562 Quadratmeter,

Rund 100000 Euro sollen so in die Stadtkasse kommen, allerdings haben Rat und Verwaltung noch einen Vorbehalt eingebaut: Verkauft werden soll nur, wenn der Erwerber sich verpflichtet, bis Ende 2017 Räume für die Obdachlosen bereitzustellen, vorrangig im Südflügel. Zugleich empfahl der Finanzausschuss, eine neue Obdachlosenunterkunft zu errichten. Rat und Verwaltung greifen daher zum Instrument des sogenannten Interessenbekundungsverfahrens.

Das ursprünglich als Schlafhaus für Heye-Arbeiter errichtete Gebäude an der Stoevesandtstraße ist aus Sicht der Stadt nicht sanierungsfähig. Bei diesem Verkauf, meinte Wilhelm Mevert (SPD), solle man die größte Summe erzielen, über den Rest könne man dann immer noch diskutieren. Aber ein Mindestgebot sollte schon eingefügt werden, meine Bürgermeister Oliver Schäfer. Wenn man beispielsweise nur ein Angebot erhalte und dies dann bei schlappen 30000 Euro liege, dann müsse man dafür verkaufen, das sei dann schon ein „Gesichtsverlust“. Nach kurzer Debatte wurde das Thema in den nicht-öffentlichen Teil geschoben.

Viele Interessensgruppen können mitmachen

Die öffentliche Ausschreibung für das Gebäude soll kurzfristig geschehen, die Abgabefrist ist am 22. Juli. Schon in der Sitzung des Finanzausschusses am 10. August sollen die Politiker Vorlagen erhalten.

Was Politik und Verwaltung am Interessenbekundungsverfahren reizt, ist schnell erklärt: Man kann sich viele Angebote anschauen und sie ausloten, ohne sich für eine bestimmte Verfahrensweise entscheiden zu müssen. Und: Es könne viele Interessengruppen mitmachen, wie Bauträger, Investoren, Grundstücks- und Gebäudeeigentümer.

Für eine neue Obdachlosenunterkunft fehlt der Stadt das Geld. Daher liegt nun der Vorschlag auf dem Tisch, die neue Unterkunft im Rahmen eines Baukonzessionsverfahrens erstellen zu lasen – und sie dann von der Stadt anzumieten, für mindestens 25 Jahre. Die Anforderungen an das Gebäude sind präzise vorgegeben: zweigeschossig in Massivbauweise, acht Wohnplätze für Einzelpersonen mit jeweils einer Nasszelle für zwei Plätze im Erdgeschoss, zehn bis zwölf Quadratmeter Grundfläche je Wohnplatz, plus Bad. Drei bis vier Wohneinheiten im Obergeschoss sollten für Familien bereit gestellt werden. Die Gesamtwohnfläche sollte nicht über 320 Quadratmetern liegen.

Stadt bietet Grundstück an

Das Grundstück ist durch den Konzessionsnehmer zu stellen. Wer keines besitzt, dem bietet die Stadt ein Grundstück an: im Gewerbegebiet Röserheide, 7000 Quadratmeter groß, aber entsprechend teilbar. Herausgestellt hat die Verwaltung in ihrer Vorlage, dass auch Eigentümer von vorhandenen Immobilien und Grundstücken am Interessenbekundungsverfahren teilnehmen können: Der Rat wird prüfen, ob die Objekte und Grundstücke geeignet sind. Alle Interessenten können dann ihr Konzept nichtöffentlich vorstellen, und die Gründe für eine dort getroffene Entscheidung werden den Interessenten erklärt – damit sie nachbessern oder ihr Angebot ändern können. Grundsätzliche Planungen liegen schon vor, Interessenten könnten auf sie „aufsetzen“.

Dirk Rodenbeck und Horst Sassenberg (CDU) waren mit der Entscheidung nicht recht glücklich und enthielten sich später der Stimme. Rodenbeck plädierte erneut für eine kostengünstigere, zeitgemäßere Lösung, mit der man spontan reagieren könne, etwa mit Containern.

Das Ergebnis des Votums: einstimmig, zwei Enthaltungen. Der Rat wird den letzten Segen spenden.  rnk

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

O’zapft is heißt es in der Stadthäger Festhalle wieder am Freitag und Sonnabend, 23. und 24. September. Dann dominieren die Farben Blau und Weiß in der Halle und fesche Frauen in farbenfrohen Dirndln tanzen auf den Tischen... mehr